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BUtLIOTHEK
DES
LITTERARISCHEN VEREINS
IN STüTTdART.
CXXIX.
TÜBINGEN.
UK DRUCKT Al^F KOSTKN DKB LITTEHAR1SCI1KN VKRKINS.
1870.
• l.H '
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PROTEOTOR
DKS LITTER ARISCHEN VEREINS IN STUTTGART:
SEINE MAJESTÄT DER KÖNIG.
VERWALTUNG :
l* r ä H i d e II t : Dr A. V. K e 1 1 « r , onlontlichftr proffssor an der k. nnivorsität in Tülnn^on.
Kassier: Roller, imiverHitäts-secretär in Tübingen.
Agent: Fnes, bucliliändler in Tübingen.
GESELLSCHAPTSAUSSCHUSS :
Professor dr Barack, oberbibliothekar der kais. nniversitätfl- und landesbibliothek in Straßburg.
Geheimer hofrath dr Bartsch, ordentlicher professor an der g. Univer- sität in Heidelberg.
K. Cütta freiherr von Cottendorf in Stuttgart.
Hofrath dr Heniscn, director iler k. handbibliothck in Stuttgart.
Dr Holland, professor an der k. Universität in Tübingen.
Dr Klüpfel, bibliothekar an der k. Universität in Tübingen.
Director dr 0. v. Klump p in Stuttgart.
Dr Maurer, ordentlicher professor an der k. Universität in München.
Dr Simrock, ordentlicher professor an der k. Universität in Bonn.
ih Voll ni e r in Stuttgart.
Geheimer regierungsrath dr Waitz, ordentlicher professor an der k. Universität in Berlin.
Dr Wattenbach, ordenth'cher professor an der k. Universität in Berlin.
QUELLEN
ZUR
GESCHICHTE DES BAUERNKRIEGS
IN OBERSCHWABEN
UERAITSGEQEBEN
VON
Dß FRANZ LUDWIG BAUMANN.
TEE
HILDEEßAND
UBEABY.
FCn DEN LITTERARISCHRN VEREIN IN STUTTOAKT
MACH BBSCBLUBS DK8 AUSSCHDSSIIS TOM NUVEMBKR 1874
UEDRUCKT VON II. LAUPP IN TÜBINäEN
1876.
IM
M
R.^ qot.^
1
WEISSENHORNER HISTORIE
VON
NICOLAUS THOMAN,
8T. LEOMHABD8KAPLA1I ZU WKI88EMUOSN.
BAuernkrieg
Dm eraamen, forsicliligen , weysen bnrgprmaiBter und rat iler <Ut Weyssenhoren enbut ich, Nicolaus ThomaD, sanl Lientiarti csp- (lu itaselbst. mein gebet and freuntlich wuliig diciiRt m voi'.
Eraamen, wejaen, gunstigen, lieben berren, diewey] mir kq allen tfyteo, acli nachdem and die nelt von golt dem lierren erschaffeti, illvegen etlidi erfunden worden 9inl, die aUe gcscliit^liten, die sich bc^ben, mit sunderni ernstliclien vleys tiufgei^chriben (wie dan das- Rlbog aus glaabwardiger scbrift an ful orten grantlicb mag bewysen nrden, das ich dan nuß liebe der kurize nnznzaygen underlnssen woU) , and haben söUich bistori besehriber nit allain mit hocliem Tlep die erlicbeii. da|)fem sacben und geschichten, suiider acb die «btUhaleii verzaichnet, dan nach der regel der gescbrift sOlleut, wie der beylug und von gott erleieht lerer leronimns anzaygt , buyder- li]' bandlangeu vcrmerckt werden, damit der zukunftug leser oder hSrer frncbtberlich onderwnsen werde, was er annemen oder Siechen (Hl. und wiewoll söllich geschicbteu zu wissen meiiiulicb nui^tlich, iwb inEuiiderhayt dyciiCLi fruchlberlich , die von gütt dem lierren (wie dan ewer ersaw jve.vBhayI) ander zu regieren verordnet, dem- ■dbsgeu nach bab ich. Nicolaus Tboman, des heyligen sant I.ien- barti capplan zu Weyssenlioron, als der wenigesl, die sich busher io »Sllicheo !«:ben bcinut linljen (dein allmcchtigeu gotl , seiner itlervmrdigistcn muiter, iillem liimlischen her zu lohund zu saiidrcm aoU QDd wolgefallen ewer ersam weyahuyt, gemayner statt und lUen inkanfLigen leseni) mit hystoriachem glauben allerlay liand- ItDgen und geschichlen, die sich zu Weyssenhoren und in andern laadeo und stettcn begeben , mit bocbem vleys beschribcn und in •in bnchlin auf das kurtzest gefast, und ewer ersain weysbayt dat- ttlbng hystori buchlin auQ sundrer fraintscliaft und ticbiu liiemil zn- tldl und uliergnb mit dyematiger bittnng , ewer ersani wcyshayt «olle sAllii'he mein klayne gab fraintlicher maynung t 1 '
mich arm capplan (wie ir dan allweg gethan) treulich lassen be- volhen haben.
Datum zu Weyssenhorn in meiner gewonlicher behausung an dem ... tag des monatz .... anno domini . . . ^
1 In B hat erst der glossator aus A das datum »13 Marci 1533« in den leer gelassenen ranra nachgetragen ; E hat ebenfallH kein datum ; alle andere handschriiten aber, wie A, das vorerwähnte.
In Gottes namen. Amen.
Ain cleins kurz anzaygen und herkomens der statt Weys- senhoren und herschaft darzu gehörng, aoh etlicher gesoUolit and handlang, so sich alda verlaffen nnd bejg;eben haben.
Von den von Newffen.
Eß ist zu vernemen, das die wolgebornen herren von Newffen, graven za Marstetten , die sich ach in irem tittel gescbriben haben lantvögt in obren Schwaben, ach erbjegermayster des heyligen rö- mischen reichs, das dan ich selbß gesechen and gelesen hab za Schassenryed im closter in aynem summerhauß im garten bey aynem sdidnen rörkasten. Daselbst was gemalet die aaßthailang and stent y/ des römischen reichs , ist ach ain glaabclich gatz anzaygen ires schnitz nnd helmß halben. Die edlen herren und graven, die ha- ben das closter Baindt gestuft , bey Kavensparg nnd Weingarten gelegen.
Eß hat ach ain herr von Neuffen, graf Hainrich gehayssen, der hat das spittal zu Memingen in der statt, des heyligen gaystzorden, gestifft, wie man das auf dusen tag sieht, an schilt und heim allent- halben aussen und innen sieht, und war ist, wiewol vor jaren ain spittelmayster daselbst die alten behausung abbrach und ernewert, der ward angelangt, er sollte die wappen der Stifter nit mer malen lassen (das ist war), er woltz aber nit thon, sunder an allen orten und enden widerumb erneuem, wie sy vormals gestanden waren.
Die wolgebornen herren nnd graven haben die statt und her- schaft Wcyssenhoren iugehapt, fnlleicht von grünt erbauen, haben zu Buch hof gehalten auf dem schloß, ob der kirchen gelegen, wie dan das bnrgstall noch anzaygt. Eß mugen ach woll etlich herren zu Weyssenhoren hof gehalten haben.
Item ich habs von aynem glaubhaften gehört, derß von seinen
Voreltern hett, das der letzst lienr zu Buch, alß er von dannen ziechen wolt, soine arme hindersessen beriefen ließ, welcher mit im wollt abkomen umb den zechenden auG iren eckem, den gab erß zu kaffet zeletz den zechenden frey, und noch bey dieser zeyt frey sent, doch nit all ecker, der pfarrer und herschaft habend auch zechenden zu Buch.
Das schloß daselbst belub edt, wonet niemetz darin, begab sich, das ain hauß im dorf brinnet wart, die tiammen, die von der brunst flugen, kamen in das ödt schloß, und bran auß, also stat es noch. Ich hab selbs von etlichen gehört, sy wußten und zaygten die hof- stat an, da die brunst ufgangen waß.
Eß ist zu vernemen durch glaubhaftige anzaygen, das die wol- gebornen herren und frauen zu Weyssenhoren ire begreptnuß ge- hapt haben, und in frischer gedechtnuß der mentzen, das ain grab- stein vor der kruft gelegen ist, und dabei fuer kertzstall.
Derselbug stein ist durch die heyligenpfleger oder ander auf- gehöpt worden, und zu aynem altarstein auf den fmmeßaltar ge- legt worden, da ist er noch, doch nit gantz, ist davon gehauen worden, denselben tayl hab ich mermalß gesechen.
Auf dusem stain ist der herren von Nenffen schult und helm- gehanen mit etlicher geschrift, wie von wort zu wort also lauttent: »ob}^ dominus Albertus de NeufTen, oomes de Marstetten, anno do- mini mcccTi, Udalrid,« ist im Theutzen also : »Eß ist gestorben herr Albrecht von Xeuflfen. graf zu Marstetten, nach der gehurt Cristi tauset trey hundert und sechs jar an saut Ulrichs tag.^
Ich kans nit erhalten, muß ain meidung thön des stains halben, sollten die jlienigen denselben billichen haben lassen beleyben, dar- zu er verordnet ist worden, und der wolgebornen herren ir grept- nuß nit zerrussen haben, hant ach schlette vemuuft und knnste ge- hapt, sollten betracht haben, daß der letzst wull des mentzen ge- halten sol werden; were ach in ewig zeyt der statt ain lob und er und anzaygen ains alten, guten, edlen herkomes gwesen.
Ain gleichnus.
Wiewoll yetz vergangen auno doniinil513 haben die vonWe\s- seDhom bey sant Veitz altar an die maur ain gleichnnß aynes stains lassen machen in gleicher form, grosse, lange, schilt, heim und ge- schrift, wie der redit stain gewesen ist.
Merck eben!
Weyter so bab ich in aynem fast alten kalender schriben fun- den, das ain her von Neuffen, mit namen Berclitoldus, gestorben ist anno domini mcccxxxxviüj jar, am xx tag des mouetz Febmarii, aber nit, wa er begraben ist.
Merck weytter!
In dosem kalender stand ach, wie ain gräfin von Neaffen, mit oameu Elisabet, gwesen sey, die jarzall ires absterben stand nit da- bey, aber am -tag Mathie, der waß der xxiiij tag Febmarii, ist sy gestorben. Weytter hab ich gefanden in dusem kalender, das fraw EHisabet Yon Keaffen, gräfin zu Marstetten, die man genent hat die Moringerin, die jarzal ires absterbes stunt ach nit dabey, aber am xi tag des roonetz May ist sy gestorben.
Derselbag kalender zaygt nit an, wa die trey personen be- graben seyen, als ich yermain, send sy hye zu Weyssenhorn be- graben, aaß der ursach, so ire namen in dem kalender geschriben sint und sonst niematz des geschlestz.
Eß ist zn vermercken, das darch gar alte sagen und aynes alten lieds angezaygt wart, wie das ain edler her zu Buch gesessen sey, der hab gehayssen Moringer, der sey bulgeriß weys in sant Thomas laut gezogen und sein gemachel, laut und lewt aynem jungen herren und grafen vonNewffen bevolhen, und sey suben jar ausbe- liben, wie und in welcher gestalt er widerumb zu lant komen sey, wart in dem nachfolgenden liet anzaygt, ob eß also gesehen und ergangen sey, dabey bin ich nit gwesen, wulß ach nit weytter erkunnen.
Hieoach folget das lied und histori des edlen Moringers ^
*
1 Das lied vom Moringer wurde erstmals veröffentlicht von pro- fe«8or8cbmid in der zeit«chrift Bragur IIT, 402—415 im jähre 1794 nach der hand84;hriftlie8 Ulmer Wengenklosters. Nach v. Kaiser, wappen 56, nota 86 wurde dasselbe abermals gedruckt in den intelligenzblättern des Illerkreises 1814, ». 725 ff. und darnach im alraanach für Schwaben von 1833. Die textabweichungen der handschrifb E von Bragur a. im anzeiger des german. maseums von 1868 8. 215. Ein erneuter abdruct schien bei der geringen Abweichung des textes A und B von Bragur entbehrlich, da ein viel besserer text, als der Thomans ist, von Uhland auf grund eines fliegenden blattes veröffentlicht wurde. S. L. (Jhland, die deutschen Volkslieder II, 773—83, n. 298 und II, 1032.
Item nach aiiKaygen Jiises lyede oder geduchs mtiß dor edel Moringer lang vur diene» von Ncuffen ^wesen sein, und die von Neuffun durcli den Moringer dalier körnen sein.
Es ist nit gruntlicli davon zu schreiben, aber von alter her fnr und für ist von duser bistori gesungen und gesagt worden und in- sunder zu Bucli.
Anzaygen. R\i ii^t da vorni.'!! anzaygt von fraw Elisabct von Nenffen, grefia zu Mai'stuttuji , dieselben liai man genet die Horingerin, sy kann aber nit des Moringera dochler genesen sein, sy möchte aber woll oder fulleicht zu ayner gedeclitnnß irev vorcitern also genempt worden sein.
Merck V
nden
All zechenden, groß und cloin, zu Wo.i ssenborn ist dero herren von Neuffen geweseu, dye haben sy dem gotzhauß Koysseu geben. Kß send aber elwan ful eclier hie geweseu, auß dyeiieii kaiu zechet ist geben worden, send frey gwesen, etlich die 20 garb, etlich die 25 garb etc. gebe», das hat lange zeyt geweret.
Eß ist ain gut anzaygen daser ecker halben gwesen. daß ay In den hol'baw kert haben, wie za Buch vornen anzaygt ist, aber die alten send nit so fursiclitug gwesen, sollicbs ein zn seh reiben, wie noch hie gewonbat ist.
Tleui bey leben des durch leicht igen fui-slen und herren, herren herzog Jörgen, underatunt sich der abbt vun Kaysse» die aygen ecker, ach den zechenden zu erobren, rul dem fursteu nach, meinet, der fursl sollte im hulHich zu sein, aber eß wart aber iiichls gobandlct, kam ach zu keinem veitrag.
Nach absterben lierzug Jörgen, da tieng der abt tvidenimb an, [iracht die von Weyssenhorcn darzn, das sy sich in a^n tbediug gaben, und wurden also mit dem abbt veraynt. das man auß et- lichen euker sollt die 20 garbeo geben , auß etlichen die 25 garb, auß etlichen die 30 garb. Söllicber vei-trag und ayiiigung ist be- schchen luino domiiii 1514 oder aber 1515, und soll bey sOlUchem hiufuro cwi(ilicb weren und bestaiil haben.
Wie Weyssenhoren znm haaß Bayren, wie und in welcher ge- stalt Weyssenhoren mit sampt andren znherunge an das hanß zu Bayren komen sey, soll durch aynen heyret beschechen sein nach abgang der wolgebomen herren von Neuffen.
Merckvon fftrsten vonBayren, wie Weyssenhoren ver- pfant ist worden dyenen von Rechberg!
Nachdem und söllicher zufal beschechen ist mit Weyssenhorn, sent zwen fnrsten von Bayren gwesen, mit namen herzog Hans und herzog Steffan, die haben hof zu Minchen gehalten. Die zwen fursten habent Weyssenhoren mit seiner zuherung dyenen von Rechberg mit wallen und wussen yres bruders, herzog Friderichs. und yres vetters, herzog Ottes. verpfant. Die von Rechberg habent Weyssenhoren in pfände weys bei hundert jaren oder mer ingehapt.
Solliche verpfantnuß ist beschechen nach der geburt unsers lieben herren tauset treyhundert' und im sechs und subctzigusten jar 11376].
Merck von treyen furstenl
Anno domini tauset treyhundert aynß und achzug jar, da habent trey fursten, herzog Steffan, herzog Friderich und herzog Hans, die irey haben die mullin zu Uegelhofen frey gesagt des lecbes halben an die niittelmeß hie zu Weyssenhoren, und in dem jar die pfrond ach gestift worden '.
Anno domini 1470 jar, dieweyl und her Jörg von Rechberg Weyssenhorn noch ingehapt hat, da ist das spital, kyrch, meß und bredikatur, gestift worden durch «lynen briester, hat gehayssen her Peter Anioldt, von seinem aignen gut, und hat darzu geben tauset gülden, darumb hat man kauft das dorf Hegelhoven.
Losung. Die Verpfandung hat geweret, alß lang büß man zeit hat tauset
1 A für diesen «atz: Die haben, nach dieui und die mulin zu Hegel- hofen erkauft ist worden an die niuttelmeß zu Weyssenhoren, frey, ledig als die rechten, naturlichen erb- und gruntherren ledig zeit und des leches verzugen und an die pfrent und meß ergeben. Dieselb pfrönt ist das selbug jar gestift und confirmirt worden von Erstein.
10
ficrhundcrt zway oiler trc.v ujkI subetüig jar, büß auf deu durcli- leiüliligeii, lioclige boren fursteii uini lierreii, licni Ludwig, i>faltzgraf boy Ruin, herzog in nidren und obre» Uayrun, der liatz widerumb geicst von Iut Jörgen von Recliberg, ritter, umb zwelf tauset guldin, daruinb iats verpfeiit gweseii. Sein fursriich gnaden ist jierBOiilicb lierkomeD mit grossem triuut' utid Trewäeii und Weysseuhorti und berscliaft pingenommen, ist acli mit grosser solennitet und frewdon, ach mit procell gaistliclier und weltlicher, mit junckfrauen, die all l'enlacli getragen liaben, empfangen worden. Eb hat mt-iiiuklich ge- sechen und gemercki, das sein l'urstliclie gnaden snnder frewd und Inst gebept bat, iu dem das er teiitz gelupt hat und üelbs dabey im schlob im bof gesessen ist und die jungen, kleinen juuokfrelach zu im in sein schoß getitelt und frewd mit inen gehapt, und insunder ist ain armer mann und meßner zu saut Lenbart gewesen, den hat man Katze nstecklin geliuisseu, der bat aln eilends töuhterlin gehapt eilends leibs und gestalt, mit dejn»elben kundUn hat ur am maysten kurtzwujl gijliupl.
(lastung geh alle 11. Darnach ist sciu gnaden gen Buch konien und daselbst ain grosso gastuog gehapt mit dem adel , grölen von Kirchberg oder Tbusscn und frawuiizynimer ete. uuder den linden bey der kurchen, hat grosse frewt gehupt und gesprodien, es sey da ain gutter, ge- sunder luft, wann er sölliche Verpfandung vorlcngst gewust bette, weite erß gelest liahen und da büf gehalten. Daruach scJiicket er' wcrckleyt oder bawmaiaier herauf, die besacheu di^n berg und bürg- stal, iu maynung, alli üb man da widerumb ain scblob bawen wolte.
Merck! Dieweyi und er zu Ihicli im(i, beriefet sein gnad den pfarrer, der hiell ^!ii'r Marliii liger, von dem Jiub ichs inuiitlicli gebort', bet in gefragt, wie es im gegangen were mit der berschaft und ampl- lewten, Sein gnaden nas berirht worden, wie er grossen überlast gehopt beltc. scliaden empfangen an rossen, cappaunen, licnncnetc., her Martin wolt nieniet verunglimpfun gegen seiner gnaden. Dar- auf sein gnaden mit her Mnrtin red liielt, bey seiner unguad hin-
I A noch : der int wir mit fraiotscbaft v
want genesen.
11
fnro keynen pfleger, jegern, amptlewten etc. weder essen, noch trincken gebe, er kunte seinen diener woli halten one der briester schaden, und dergleichen \Yorten etc., und wan im etwas über- last oder nnwol erzaygt wurde von seineu dienern, das sölte er von Staat m hof anpringen, wölte er im wol darvor sein. Also thunt ander forsten and heri'en und der adel ach gegen iren briestern, trincken kain wasser, wa sy wein finden, erschlagend die öfen und fenster \
Statfreyhat.
Anno doniini tauset fuerhundert und fuer und subetz, da bat herzog Ludwig dienen von Weyssenhorii ir statbuch und freyhet oonfenniert und bestet.
Wie und wann Obenhausen ist eingenommen worden*.
Zo derselbigen zeyt und lang davor haben die Verber, also ge- nant, Obenhausen ingehapt, schloß und dorf. Da erhub sich ain unwul zwisclien her Jörgen von Rechberg alü ptieger zu Weyssen- horn und der Verber, wasen der bruder fuer. Peter Verber was etwas mer stoltz, dann die andren, der hencket aynen, der liyeß, Planck, was vormals lang seines vatters amptman gewesen, des was ain ursach des unwules, die wurden verclagt gegen herzog Lud- wagen etc. Da kam ain geschafft von hof, das her Jörg von Kech- berg mit sampt den von Weysscnhoren an aynem suntag fru auß- zogen gen Obeiihausen , und alß das folck da alles in der kurchen was, da bewart man die kirchen, das niemelz herauß kunt, und zugent fiar das schloß, da was niemet in, dan Hans Verber alain. Da be- geret her Jörg von Rechberg an Hansen Verber, er sölte im das schlos aufgeben, das wölt er nit thon, gab im zu antwurt, wan er alain bey im in dem veld were, so wölte sy die sacli mit ainandren austragen etc. Darauf her Jörg im antwurt, er were im nit gut darzu, daß erß mit seinem schelmen schinder außtrieg. Auf den- selben tag was Gabriel Harbacher, rentmaister im oberlant, zu Weys-
1 A daför: AIho thund all ander fursten , herren und der adel, wan sy in der pfaffen hewiier komen, funden »y nicht« »u essen und trincken, muß der ofen und die fenster vergelten.
2 Dieser titel fehlt in B.
I
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lienlioruii, nault <lciii scbivkt mun, der rutl hinauf, dem gab Hanß Verlier iles scbluU uf, fungcD iu, was Ung gefaRgen, ward darnach verthetiget, ward den Verber ellich tauset guldin für ir ansprach geben '.
Nach der lüsnug Weysaenhorn belüb lier Jörg von Rechberg aiulS uder zway Jar pfleger hie, damacli kam er gen ühenhauEen, da belub er aiti j&r *. Uartiach bald ward Stefiaa von Scbwaogow au der bindern boclieu Schwaiigo päeger za Obenbausen, ain wolge- risler* man, ward darnach ritler, helub da büß nach absterbeu herzog Jörgen '.
Wan das lantgericht bie ist angefangi'n. Nach absterben herzog Ludwigs da kam her;!og Jörg, »tun sun, und nam Wi>ysscnboTn ein und setzet |jer Ludwigen von Hasperg her /u ajnem pfleger. Da ward hie angefangen des landgericht, des lange zeit nit in (Ibung gewesen was, wiewol die von Becbberg des Beibug landgericbt dtr statt Memingen etlicb zuyt und jar ver- setz hellen, des sy acli des selbug lantgericbt in praucli und abung die zeit gebapt babent, darunib dan gi'osse kuntscbuft gelaist ist worden mit urtelbriefen . geriolilßitendkn , die zu Memingen durch daslandgerifbt aaßgegangfn waren. Man bett eß geren nidertruitkt und verniehl, eß half aber nil. Auü welchem landgericht ain groll gescbrsy ward wcyt umi prait, ach aurruur und unwnl in stetteii, merckten, in gaistlicben und weltlicben sienden, wa« ynen ain bitters tranck. Etlicb sachenß geren. dan durch das landgericht prachtcn sy ful alter böser schalden ein vom adel und sunst, ach ful alter hendel und zusprucb kamen berfUr und wsrdent geUbet und er- newert gegen galslliclien und weltlicbi'n, mit nianclierlay rechtfer-
1 A noch: Peter Verlier wolt uit verwuHigen in diisen vertiag, über etliche Jar, hernach ward er gefiingcn von Hansi^n von tteehberg, der was derselhen xejt pftcgcr zu Kirch he rg, »chickt in hertwig Jörgen gen Lantzbut . ward er erst vertragen und geriuht, darnach sturb er Hl Weysflenhoren.
2 A noch: damiLch wHrd er pfleger ?,ii l.niigingen, und nit wajG ich, wie lang. t
3 A.: ain redlicher, wolgeristor, fniiucr man.
4 Ä noch : Ei was im Obeohanaen sein leben lang verachriben, ward im nit gehalten, die UnuntEei' vertriben den frnmmeii ritter.
13
tigang auf dem feit mit graben, bemen , pfelen etc. ', bei man Ter- reter gnog zu allen seilen. Welche die waren, es weren stet oder nder, die da nichts auf das landgericht halten wolten und das ver- achtetend*, die wurden in die acht and aberacht erkant und ge- sprochen und darnach sy an leyb and gnt angri£fen and in das land- gericht gefaert ^ Und insander die statt Bibrach worden in die seht erkant and gesprochen. Da was ain edelman, der hies Paalü Weiler ^, der nam sich der sach wader sy an, griffs au zu roß und fuß, wie er niöcht, thet in grossen morcklichen schaden auf dem lant an leyb and an gut, hett ach ful helfer, edel und raysug\ Dieselben praditen zu zeyten etlich arm leyt, groß stutten, roß, zu zeyten fQl, auch lutzel, bey der nacht, kamen zu zewten die armen haaren und lößten die roß wuder, ach die gefangnen bauren thedigt man auß, was zu zelten grosser jamer, waß sy herprachten, daß liessent sy berechten vor dem landgericht, wart ynen mit der urthel zugesprochen *. Wan dan dieselben gutgewinner außerhalb er- griffen wurden, verluren sy die urtel alweg und darzu die köpf, zu zeyten, wann sy außzugen wolten, ain beygt gewinnen, so beliben etwan ayner oder zwen, treyetc. auß, da spület man mit ynen der untre w. Es kamen nit ful mit dem leben davon, bezalten fast mit den köpfen, es waren ful nngeratner lewt darander.
*
1 A daf&r : auf dem feld, wa ayner etwan ain graben gemacht hett oder ain bäum abgehanen , pfel geschlagen , wurden auf dem landge- richt dammb furgenomen.
2 A dafür: auf das landgericht zytiert wurden und das landge- richt verachten, nit erschinen.
3 A noch: das recht über sy lassen gaun. Zu sölichen hendlen waren ful guetgewinner, böß bueben hie, die sich mit dien hendlen nOrten.
4 A : Heinrich von Paulsweyl, das ligt hinder Basael, nit weit von Pfirt, daselbs bin ich ach gewesen.
5 A noch : dieselben gesellen , die hyeß man echter darumb, wan etwar in die acht gesprochen ward, unterstunden sy dieselben zu kor- sam ze pringen.
6 A noch : Da hielten sy guten praß tag und nacht. Wan sy nichts mer betten, und die wurt nit mer borgen wollten, äugen sy wider auf den wagenhals, raer hab und g^ut ze pringen. Zu zeyten geriets, und zu zeyten belub ayn^r, zwen oder trey aus. Dieselben gewunnen nit ful mit der urteyl, ließen all die köpf dahinden, es heluben derselben gesellen lutzel über, büß der scherz ergieng.
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Jörg TOD Baswang.
Anno domini alß wMn zelet 1480 jar, da was Jörg tod Baßwang her Ladwigs schwestenaan (die lagt kk Tor der kralt begraben), der waß meines gnedigen berra tob Aagspvg and der gaaUen brieslerscbaft abgesagter Teiat. der lag bie and aader, die mit im Teint waren, als Ulricb von Haqiarg, Wiftalm Fetzer, Henfiiin Ton der Ajcb, pracbtea za zejtea gefiuigeB lejt ber and legten ^ ^ in die garten bejßlacb and bescbetzen st etc. Wöldier wölt, der was ain p&ffen leint oder ain ecbter. galt eben geleacb, wösaet sidi kayner vor dem andren kebaeten. Henßbn Ton der Ajcb was ain fBBitz beser bnb, der scbnit ajimn alten adncb, der was pfiurrer zn Amendingen bey Memingen, die böden aa&, and starb. EtKcbe jar damacb wart er erstocben za Kircben im cksler bey Xorlingen in ayner stallang *. Za den zeyten bin icb ca|»k>a sant Lieabartz ge- wesen, aber nit mit wesen *.
Golscben scbaw.
Item dieweyl ber Ladwig Ton Hasperg pAeger bie ist gewesen, bat sieb die golscben scbaw and plaicb angeSuigea« er was dem ge- maynen man, acb der gantzen slat aia aatidicber man \
Kircbberg.
liem zn denselben zeiten * da kaiet benog Jörg die gralscbaft za Kirchberg Ton graf Wilbelmeu etc. bezalet fiil scbalden, and dar- nacb gab er dem gralen leybgeding, nemüch seyner matter liier bnndert galden*, seynem gemachel zway bandert galdin nnd im treyzechea bandert and ain gnte pfleg. Er belab nit lang pfleger za Kircbberg, verordnet im die pfleg zu Gandelflngen, da vertbet sich der graf and mai^bet lal scbalden ^ masset im der larst Imndert
l A Bocb: baimlich.
i A noch: da w»rd er bexalt luub j>ein BiAT^ter^ebaft des boden-
S A: aber ponoalicb nit beMMen.
4 A aocb: man bei neb aiu gro4> aii£ieobea und forcbt »af id.
5 A: anno domini 14^1 oder 14S2 jar.
6 A noch: und Ueii beyinta tu YUertell ir lebealaiig.
7 A aocb: wart tun grob gatobray voa den «ebaldaacm.
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Saldin leybgedings ablesen, gab im tanset galdin etc.
Dieweyl und der graf pfleger zn Gundelfingen was, nam er sidi aynes maus an, der was von Obrenhausen, der hyeß Hans Setzling, hett ain widerwertigkeyt mit der gemain, und nam der graf dyenen von Obrenhausen das fach und woltz gen Gundelfingen getruben haben, ward allenthalben die stürm angeschlagen, daß er mit dem fach oder hert gen Weyssenhorn entran , ward gericht , gaben dem gnfen hundert guldin. Damach ward er pfleger zn Rain, thet er, wie zu Gundelfingen, must man im aber hundert gülden ablesen, darnach nam in der fürst gen Lantzhnt an hof ^ Ifigt zu Wublingen begraben.
Anno domini 1482 jar ward Wulhalm Schenck von Geyren zu Oberstotzingen pfleger hie, da nam das lantgericht fast zn, was in grosser Übung weyt und prayt.
Thuren gehauen.
Zu denselben zeyten wart der thuren bey dem kurchhof ge- hauen an der eck, was Hans Seytz burgermaister.
Von buxen.
Durch anbringen Wilham Schenckes schicket herzog Jörg fuer' schlangenbuchson ' her, die waren vormals znm Hilprantstain ge- wesen, da was Wilhalm Schenck vor pfleger gewesen, die trey sind noch hie auf den thuren, die aynon liat herzog Jörg graf Eytel- f ritzen von Zoler geschenckt.
Merck Newburg!
Zu duser zeyt wart Wilhalm von Rechberg zu Newburg in die acht pracht und gesprochen von wegen Steffan Gechen, seiner under- thaunß, ward im für das schloß gezogen von Wilhalm Schencken, her Steffan von Schwango, die von Lagingen, Gundelfingen, Weyssen- horen etc., nam ims ein, ward Wolf von Weychs zu aynem pfleger dar gesctz. Etliche jar darnach ward eß im wader gehen, da die acht und krieg gericht wart.
1 A dafür: darnach kündet im der fürst ab, hinfuro nichts nier abzulesen, nam in gen Lantzhut nn hof, gab im futter und mal.
2 A dafür: bachßlach.
Anno domini tauset fuerhnndert fünf oder sedisundachzug ward her Ludwig wuderumlj iifleger hie.
Margrafschaft Rurga«-.
Aiiiio domini 148t; leset herzog Jörg die marjfgrafschaft Bur- gen mit sampC dfni Seyferspi-rg bd sidi uiiib utit grosse sum gelu, üb den fünfzig tauaet gülden. Es miiinel iiieineU , daß in ew^ /ej't söito widtirumh getest werden, aber auß grossem iieyd and hAß, so die laiitsessen betten gegen herzog Jörgen, nit auß seinem be- sehulden, aber von seiner ainptleyt wegen, ee und sy wolten benog Jörgen sein, legten sy ain grosse stewr under ynen selbs, die ebt^ prelaten, der adel, auf ain yede fewrstatt in der gantzen roargraf- scbaft ain gülden, und wart gelest anno domini 1492.
Unib dieselben zeyt, ain jar oder zway davor, da wart des landgericlit mit mer fursicbtigkcyt besetzt, dan am ersten, do es angefangen wart, und etliche jar ward es allain mit den bargern albye, wie sy im rat waren, besetzt, aber auf des mal waitl es be- setzt mit dem adel ', nemlicl her Ludwig von Hasperg alß Unt- richter, her Buppellin vom Slain zu Stotzingen, her Steffau vos Scliwango, Utz und Wilhalm von Stotzingen gebrader, Eberhart Ton Thnrhaim zu Zell * und ander etc.
Wann sy das landgericht besassen , gab man yedem * auf ain pfert tag und nacht 10 Schilling.
ILem zu duseu zeyten da nam her Ludwig von Hasperg das clostei- Otlenbewren mit seiner zuhorung ein in iiamen herzog Jör- gen, hetz etliche jare in, des waß des cloütci's grosser, mercklicher nutz ', ward fast reich, darnach gahs er wider in den alten schirm.
Item bey dusen zeyten erhub sicji ain grosser haiidel, dardurch land und iewt heschedigt warden, zwischen her Lndnigs von Ha- spergs und apt Jörgen Malers, Verwalter des golzhauß Kockenburg.
1 A mit den merer tayl adels.
2 A Bibrachzell.
3 A yedetn berren mid edleu.
4 A noch : man Betzet aynen castner in das closter. naia eii gab aus, er bracht ful alter, beser schulden ein. bewilt auh groß, uierk-1 licL schulden (er verdarb ach nit); der l'ui'st hetz etliche jar also ii Darnach gub erx wiilet auf in deu alten ticbirui. Der letite Mta iit in B von Thomaii »pftter erat beigefügt.
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Eswasain anaynikeit zwischem dem apt und etlicher des conventz, da kamen iren trey bey der nacht gen Weyssenhoren zu her Lud- wigen als aynem stathalter herzog Jörgen and der margrafschaft, was sy da gehandlet haben, wayst gott woll etc. In kurzen tagen darnach gieng apt Jörg bey der nacht auß dem closter gen Ulm an sein gewarhayt, darauß gar ain groß geschray wart K Her Ludwig der nam des closter ein in namen herzog Jörgen , und schwuren die hindersessen, was dan ^em gotzhaus zugehöret. Damach under- stont sich der apt mit seinen verwanten und gut gunnem, arwaytet sich vor kaiserlicher mayestat wuder her Ludwigen, herwiderumb herzog Jörg zu Rom wuder den apt *, doch eß kam darzu, das her Ludwig in die acht kam und all sein helfer, wie dann der prauch ist, da fieng sich der scherz an.
Hie hof gehalten.
Ehe und sich die aucht anfieng, mer dan ain jar, schicket her- zog Jörg sein hofgesint her gen Weyssenhoren, bey den 300 pfer- den, mit den trumetern, herbe wckem in allermaß, als ob er per- sonlich da were, plusen allweg zu tusch. Sy strayften alle tag mit etwao ful pferden büß gen Ulm für das tor und ließen da in die trumeten stossen und plasen. Derselbug zewg kam umb sant Gallen- tag [16 Okt.] her, und beluben da büß in die fasten, büß sich herzog Sigmund von Österreich mit den Venedigem ain krieg an- tieng mit Roferit , da schicket in> herzog Jörg den merern tayl des hofgesinds zu hulf.
Ain grosser baw.
Anno domini 1487, vor weychennechten oder nach Martini [11 Nov.] , da ward ain grosser mercklicher baw hie angefangen mit
1 A dafär : Das ist aber war, her Ludwig ritt hinaus gen Rocken- borg, handlet mit bayden taylen, hette geren daß böst thon in der Sachen. Alß er vermaint, die sach stient vast wol, gieng abt Jörg bey der nacht aaß dem kloster gen Ulm. Da füret man in auf aynem schifi' über die Thonau an sein gewarhayt. Ain tag davor schicket er einen wagen mit hew und stro gen Ulm , darin war der recht aft*, daraus enstand ein groß geschrey.
2 A noch: und leget 1000 gülden dahin, dal.^ man solt das recht wider den abt fieren.
Baaernkrieir ^
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holtz ^ in aller grossen keltin. Über den selbigen baw ward ain lantzher anß Österreich gesetz, mit namen Beßnitzer, ain wander- lieber mann , der ließ starck groß basteyen zeynen und machen, und underhalb des zwingers, nit gar im graben, lies er ain starcken scbreckzaun machen umb die gantzen statt und umb die basteyen, die in den Wassergraben , ach. Derselbig zawn der walS na eb- nen, in der mitt und unden ain wenig gezewnt, dardurcb knnt man schiessen anß dem zwinger von dem obr|p tor bnß zu dem schloß, da waß ain ygel in den liechtzann gemacht, das niemet möcht za dem zäun komen, er stieß mit dem köpf au ain fest ding, als her- nach angezeygt vmrt. i^Ian feyret den heyligen tag und sant Steffas tag, an sant Johans tag maßet yderman arwayten, da schlag man die pfel and basteyen aaf dem eyß , machet grosse fewr den ar- waytem '.
Etwaun ain jar vor dasem baw warden die zwen tharen vor dem obren tor gemacht and baaen.
Anno domini 1487 in Nörlinger meß was herr Ladwig von Hasperg, haaptmau aber aynen raysigen zewg, etwas amb 600 pfert *. Alß die kaatiewt von Ulm anß der meß zodien mit yren gatern and kanfmausschaft aaf Ulm za, da sprengten etlidi gatgewonner
1 A noch: and beschyttenen.
2 A far diesen abechnitt: Beßnitzer, ain wunderlicher mann, der ließ starck , groß basteyen z^^ynen außerhalb der zwinger , nud umb die basteyen ain grossen schreckzaun mit aufrechten, jungen aycben, ach under dem zwinger umb die gantzen statt. Durch denselben laun kut man wol schiessen, dan er ways imden, in der mit und ebnen nur ain wenig eingefast und zewngerten, wie man pfligt, die aufirechten zein ze machen. Von dem obren thor büß zu dem schloß was ain be- sunder manier. dan der grab ist tuef, und stat der zwinger hoch. Der zäun stund fast in der mitte des graben und zwingers , da lyes er in den schreckzaun rauch e:jt von den wilden öppelbaumen und byren- baumen auf die erden in den zäun machen und versorgen, es möcht niemetz auß dem graben zu dem zäun komen, wan er müsset mit dem köpf anstossen, kunt nit weyter kernen. Mao feyret den heyligen tag und sant Steffes tag, an sant Johans tag fieng man widerumb an zu arwayten, da schlug man die pfel zu den basteyen und zäun auf dem eyß, machet grosse feur, das sich die arweyter mochten wermen, ach das gert zu dien zeynen bewen, damit sy nit prechen.
3 A noch: Die strayften allenthalben auf dem Hertfeld, Nöres> hain und daselbst.
F
Infi dem zewg and hewen die wegen oder ballin auf, namen, waß < jnen gefol, tbeten grossen schaden, und bescbach z wuschen Burck- I bagel and Meinungen bey Giengen , haist zu dem thuren \ Es I wurden darnach etlich der tbeter ergriffen, die bezalten den pfeffer
mit dem leben *. Zu derselben zeyt da lagen liie etlich edel und
ainspennig knecht, mit namen Jörg marscbalck von Biberbacb, Jörg ' Hell , Jörg Ton Argen , Rudolf von Westemacb , graf Conrat , ain
lediger yon Karchberg , und ander , denselben yeden auf ain pferd
aio wodien ain pfand pfenning^
Wan das landgerich aufberet.
Damach anno domini 1488 nach ostren [G April] da wart das landgericht am letzsten gehalten und heret auf.
Mit Erbach die von Ulm.
Bald darnach nit ober 6 oder 7 wochen ^ da namen die von Ulm her Ludwigen von Hasperg Erbach ein von des gutz wegen, des ynen genommen was worden. Da zugen die von Weyssenhoren mit aynem fuertayl aoG geen Erbach, was der Rieder burgermaister haoptman.
Da her Ludwig in die aucht gesprochen, fieng sich der groß schwebasch band an , da macht sich der schertz *. Am allerersten da griffen die echter in namen und von apt Jörgen zu Rocken- barg wegen Peter Seytzen und namen im roß, wagen und wein zu Urspringen im dorf. Da lagen die gutgewinner und echter allent- halben auf den Strassen, zu Ulm vor dem tor in gerten, zu Bibrach, zu Meimingen, Giengen, wa sy sich kunten enthalten. Wa sy ain berzogischen erwnschten, der must sich leyden. Da hett apt Jörg seltzem brnder, die lasen ir suben zeit ordenlich, bedorften kains bachs darzo, kunten ir ding als auswendigen, was sy ergruffen und
1 A bey ajuem weyler, hayst zu dem thuren, es ist ach daseibat ain alter thurn.
2 A nooh: Es ward ain gemain spruchwort davon : »welcher des pfeffers gewen hab, der heb sich.«
3 A hat erst hier das cap. »ain grosser baw.«
4 A Bald darnach ward offinbaur, das her Ludwig von Hasperg in die acht komen was.
5 Dieser satz fohlt ganz in C; A hat dafür: Anfang des schwe- bischen bunds. Zu Schwaben was formals keyner gewesen, ward her- lOg Jörgen zu lieb gemacht (oder aber zu aynem widerstand).
2»
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ankamen , was alles gut in yreni ordcn '. Nun liette Peter SeytK sein hab und gut umb ein zimlich gelt zuvregen pracht, er wolta aber nit thon uitd bett ber Ludwigs rat, der riet im, er aöllteB nit lesen, es wurd im wol bezalt, wie dan liernacli folgen wnrt. Nack dem angruff schicket herzog Jörg ain raysugeu zewg her, ach bqU iler landschaft, gleiten und inerckten ze fu&, besetzet Weyssenhorn, und waß hauptmau darüber Jobst von Alberstorf, ain redlich man, und sunst ful gutz udels , Recliberger , Welwaurter , Weicbßler, StotKinger . desgli?3'cben Kuruhbcrg Fiach aller iioturft, da waß Hans ' von Recliberg pfleger, desgleichen Obenhausen, da was her Steffan von Schwaugo pllcger, Newburg ach besetz, da was Wolf von Weiclis pfleger, Sej'fersperg , da was Diepolt von Hasperg pfleger. Gunta- bnrg ward besetz fast wol, da waß der ScbelTtaler hauptman, und EberUart von Thnrhaini pfleger.
Zu Uaydenhaim da wa^ der laug Wilhalm von Rechberg pfle- ger und baubtman, hett ach fnl guter leyt bej im. Er machet ain kuntschaft über die echter, ila kamen yren aclil, ilit* erstach er a doch den kaufmaii ließ er laft'en, dabey waß Ulricb Alberstdorfer, rentraaister, und Veit Thoraan, mein brueder. Auf ain zeyl machet er aber ain kuntschaft mit sampt sein verwanten auf die statt QieD- gen, und zugcn vor tag dahin und öfTnetent etlich schranokeu haim- lich, verschlugen sich etlich under die pruck', machten ain geraftt,
1 A fOr die 3 letzten ötie: Der erst angtifT der acht. Wie abt .lorg zu Rockenburg bey kaiaerlicher tuayeetat ain acht über her Lud- wigen von Easperg erlangt hett , lieU er seine helfer angreifeu, allererateu hiit Peter Seytz , burger zu Weyaaenhorn, ain kneaht mit seiner meoe an Neokar geiichickt , als derselbug um haimherfaren gen ' Urapringeu kam, namen tj im roli, wein imd wagen, des war der a fang. Darnach wurden ful heller de« abt», lajlten sich weyt aua, i sy maintan, den herEOgiachen zu komen, legteu sich gen Memiogen, Bibrach, Ulm, Uiengeo, allenthalben iu dorfern, auf deu atraßeu, ny ayneu zawegen prachten, der musaet aiuh leydeu. Abt Jörg pracht ain seltzemen convent zusamen, hielten uin zertaylteu ordeu, lungen jre mettene und horas ungleich, ayner was fni vol. der ander spet, ayuer hett hSacu, der ander keyne.
2 A daför: machet ain kuntschaft über etlich echter und gutge- winner auf dem Aulbuch in seiner berschaft und pfleg, kamen yren iivht Zunamen, wollen gut gewinnen, wurden alt acht erstochen.
vt A under die acbnellbruck, die andren lieHsen yich sechen, mach- t«u ain gerayG.
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ob sich die gotgewinDor wölten heraußlassen. Alß man die schnel- pnick auf ließ, da waren etlich ' knecht da, die schlagen die hei- lenbarten nach der pmck, aber die in dem tor die wassen be- bend, prachten die pmck wnder zn *.
Zu Lagingen und Gundelfingen.
Zu Langingen and Gandelfingen lag ain raysiger zewg, die betten ain aafioiercken, wa es not warde' des selbugza retten. Die besetzangen waren mit aller notarjFt versechen mit fast gatem ge- schitz, balver, stein, pley, bech, salbetter, schwebel, fnßeysen, schmaltz, saltz and fal schweiner bachen, das möcht man wol gelachen.
Da gieng der gaaP.
Da es also besetz ward , da fieng sich das spnl erst recht an, da wecket man abbt Jörgen seyne braderlach gen mettin anf oft za matnacht, vor mittag and darnach allenthalben mit der stnrm, wa sy betretten warden, mosten sie mit der hewt bezalen, warden fal erstochen. Desgleichen thetten sy ach, uamen baarn ka, kelber, roß, bett, was ynen möcht werden, was alls gat, verschmechten nichts. Item dieweyl söUiche aofrar weret, da waß der merertayl des conventz von Rockenburg hie zu Weyssenhorn, hieltent aygen bauß ^ In duser mercklichen aufrur wusset sich niemeut sicher weder leibs noch guts, wussent ach nit, zu welcher stunt oder tag, wann der bunt für uns ziecben wolt und legerte ^
Ain andrer baw.
Da fieng man aynen andren grossen baw an und machet gar aynen grossen , starcken zäun auf dem mittlen graben mit aynem knieling, mit ertrich außgefult und klaypt, mit prettem gedeckt',
*
1 A die verborgnen.
2 A nodi: ward die saw pfionig.
3 A dafür: wa ain uberfal ayner besetzung beschechen wölt.
4 A hat den titel: Her, her, trau, trau, es gult erat recht.
5 A noch: es war kain conventher bey dem abt, dann ayner.
6 A noch: Man schlug zu zeyten 2 und Smalen die stürm im tag an, man zuge daher, es was yderman wiillug und keck, wir waren wol versechen von unserem frumen fursten, setzet lant und lewt, was er vermocht, zu uns.
7 A : und claybet den zäun aussen und innen mit ful schutzlechern, mit prettem gedeckt, umb die gantzen stat herumb.
I
ward jingi? fall gen iiinb «aut Ulridis tag [4 Juli], war<l aiißgemacht acht* tag vor Michahelis [29 Sept.], und bt-y dem liofgartf^n äof dem bochel, ivie er noch ist, inacbt man ain gewaltige bastey. Vor dem obren tlior da stuiit aii) Imuß, was Petor Sej-Ixen, des jirach man ab, ilocb vrard es im bezalt. gab im darfur und für roß, wagyn und wein, wie oben begrifTeii tat, 200 gülden. Da machet maa auf diesulbea hofstat tun grosso bastey und danimb uin graben, wioli noch stat. In derselben bastcy was ain anligniig zu den rossen in den graben gegen der obren forstalt, wan es nut geilian bette, das der raysig zewg hinanÜ kint hetta '. Am andren ort gegen dem hofgarten was ain außgang den lewten *. Desgleichen vor dem nndren tor pracb man ain stal- long und stadel ab gegen der Kot und uf dem andren ort gegen dem hofgarten ancli ain slallung: die bayde geseß waren Hansen Clausen, bnrgermaisler , dem gab man darfur etwas minder , den 200 giilden. Die selben bastej die mauret man im grnnd mit aynem gewelb, und ach ain aufigang zu den rossen, uit lang da fuel das gewelb ivol halber nider gegen der Rot. Jtem hinder dem schlaft bnli auf den graben gegen der mullen hinauf da was ain gantz feste wer, zwen zein vor ain andren klaibt , davor schreckzein mit fdl sebutzlechern, mit |irackeu über den graben gantz fest *.
Landschaft. Dioweyl man also hauet, waren ful treffeulicher lewt auß der lantschafl hie, alß von Ingeistalt, Scherding, Praunen, Wasserburg*, Die selbngen arwayten fast, halfen pfel schlaidien und anders, nit aub bayssen. Gaistlich, weltlich, edel. Jung und all', was yeder- raau gehorsam und wullig, keck und frölicb . '.van der fmm fnrst der nyaiet nichs au uns, weder gut, noch gelt. Es gab auch nie- metz knin pfenning an dem baw, jctwedrem anvayter gab man sein tagton. Es was ain sitilich fest gebew, des gleichen in unser» lau-
1 A noch: faniniliuh.
2 A noch; und darneben ful guter achutilechBr.
3 A Kir die leisten worte: Es waren «iioh zweon Kein iinden am graben mit zwayen prayten «legen, daLi man über ilns wasser ini gra- ben mocht konien, ea wun aiu «tarcke, veate wer, dergleichen nit Etil geaechen ist worden.
4 A noch: und andren etetten.
-j A noch : datgleichen fraoen und Junokfranen.
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den Toriiials nit gesechen ist. Ich bab mörmalß von kriegslewten gebort, es möcht die stat und die bew on grosse not und schaden Bit gewonen werden. Man was uns wol so hold , hette man nnß Bigen zokumeu , es were nnß nit gespart worden K Item die von der lantschaft ließ man bald haim ziechen, und bestellet an ir statt lantzknech, dieselben behielt man aach nit lang.
Waldknecht. Da merck!
Darnach schicket man 200 waldknecht, hettent vast all bnchsen, damnder waren bey den hnnderten isst böß haben *, understnnden sich fiil boßhait in den hewsem nnd auf der gassen, erzaygten ir art, wie der wolf. Es ward in nndergriffien , nnd leget sy in die thnren und gefencknnß, schlag sy ach amb die mewler, das verdroß sy &8t nbel.
Merck!
Es begab sich, das ain waldknecht ain fremden seckel in dem
bad nam, saget, er were sein. Do es offenbar wart, wollten in die
andren knecht nit me ander ynen lassen, da mosset er hinweg ond
sanst ander ach. Aaf denselben tag betten ynen etlich knecht das
gelayt geben, and fiengen an za trincken in Tharben Harerß haaß
vor dem thor, kamen yren ob den forzagen zasamen , truncken vil
weins aaß, machten ain conspiratz and anschlag mit ainandren über
den haaptman and die raysigen, sy za beschedigen. Nan alß man
za hof gen nacht aß, da fingen die waldknecht ain aufrar an , und
scbarmitzlen mit ainandren, schlagen fast zasamen, and thet doch
kayner dem andren nichs, des beschach in Hansen Seytzen ' hof.
So bald aber des hofgesind von tusch gieng, wollten in ir herbergen,
da verliessen sy ainander and an die raysigen und schlagen auf sy.
In dem da gieng Jobst Alberstorfer, haptman, seiner herberg za and
sach des wesen, wesset nichts am die aufrur. Nan was er gar ain
gecher man, ich besorget, er wurde ander sy laffen , wie er dan
vormalß ach gethan hett, und sprach im zu: »Haaptman, wollt ir
*
1 A noch : ich habe von dem framen, wolgebornen harren, grafen Philippen von Kirchberg, gehört, daß etlich im bund verordnet waren, Weissenhom za besichtigen.
2 A: ausklaubet beß buben.
3 A: Seytzen, burgermaisterB, hof.
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etwas tlioii, das tbUet mit voruiiiift,« d<.^s sägt icti ivi dem andren mal XU im. Da lief er cteii oeclisten seiner hcrberg zu Diepold Schwartzen , da stund bej' mir mein bruder Veit Thomaii , dem spracb er zu, er sölte mit im gan, wan mir betten dem scliertz zu- gesechen. Da leget sieb der bauptman an, luider den weylen schlug man die stürm , nnd schlug die tor zu , da waO jamor und not, in- dem liefen die rayßigen ettiub baim, legte» sieb au, etlicb scblugeu sieb mit den knecbteii. AJß man dio üturm iwblug , da liefen die andren waldknocbt irem biiuptmann zu,, der merer tayl wesset iiicbts umb die anfrur, desgleicJien Höfen die rnysigon yrem baupt- man zu, Iva sy ain andren auf der gasscn kamen, scblugeu sy aiu- nndren zu bodeii. In Peter Seytzen bauß, des yctz Diepold Scbwarlz, sein dücbterman, in liat, da was ein edolman in zu herberg, was ain ließ, derselb der acblug sieb dapfer mit ynou , er sprang oft berauß unJer sy mit ayneni spieß und wuder in das bauß, zulestzt namen die knecbt. was sy an der gaßen funden, schrägen, pretter etc. Wurfes der tnr zu, da must mau das bauß beschJiessen. Tor dem keler daselbst suhlug ain knecbt nacb aynem berembten ray- sigeu, genant Benedickt Stirtzcr, der bett Hausen Clausen dAcbter, ward im nit mer, daii dos er in den kclcr ' fuel, hett in suust ze tod gescblagen. Bey dem brunen schlug Baltus vom Leo aynem Icnecht ain band ab. Vor dem kirchbof ward ain waldknecb gar ze tod ge- scblagen. Es waß ain kneclit im seid, Lett lange jar im spital ge- dient, den bieß mau Ilausen Spitaler, der was ain fraydug man, Hoch mit aynem langen spies in das koreubauß. Älß die wald- kneciit, die den lennan angefangen betten, die grosse aufrur und not Sachen, da manet sy ir fenderich, sy sölten ireu berbergen and Waffen zulaffen. Das tbeteu sy , versamleten sieb etlicb bey dem spital und namen die gassen ein, etlicb kamen zesauien in der bad- stuben, mücbten weyter nichts mer tbon. In duser aufrur waß des ober tor* besohlossii , kunten die in der vorstatt* nit herein, wfts ain gesclirny, daiiiil man das tor olTitetin, bescbacb, da kamen die burger zesamen, Mieten dem hofgesiut ain beystant, machtent trey kaufen auf dem marckt. In dem dit kam der knecbt bauptman,
guitz aiii gcseliiekifi mendliii. der wesset i;niiu nichts darumb, waü Uax la>~ilag, rufet den liiiuptmaii an. ach ander edel und unedel mit ilej^igen butlen, das man sich uit vergecliet an yuen , er wollte illrs des thoD, des im muglicli were, mit fnl Uleglicheu werten und btUen. Ua ward ira nacligeben vun dem lianptman nnd andren, er iölte cj'leu allen seinen knechten yrcwereti ncmen. buchten, Echwert, s&Iite dieselben all in aein herberg nesajnen llion, des tliet er bald, dan die kiiecbl fluchen aU yren herbergen zu , sy weren snnst all iD tot geschlagen wordeu *. Darnach kam ir hauptroan wndernnib, bttl weyter, wie vur. ward mit im geschafft, das er die rechten ur- Mrdicr mJUU fachen, sy in gefencknut^ anlwurlen, waren ir etwaii 8 uder 9 , beachoch bald. Es inaj'net yedennan , eU wnrd ynen die Mpl gelten, sy lagen etwan ful tag, Heß man sy auli, musten hin- ■ eg ziecbfn. Die aufrar werct büß umb 10 ur'in die nacht. Es rrgieng «ol nach gealalt der EOch, eU was lachen verbotten,
Wartbanser. Venuerck im samer nach Jacobi [25 Juli] vor der aufrur, alß die fmchlen eirigebaimpt wurden, waren ti'ey liruder*, die hiessen Wurt- hanser, warcu herzog Jörgen diener vor und nach, die lielten aynen syü nest bey der statt Bibracb, der hieß Alberweyler. Der selbng toU «ard den Wartliausern von den echtem oder des aptz von Rockeuburg dienern and belfern eiiigenomen, die Hessen außlreschen die tmclit, vertbeten alles, das da was. Die trey bruder namen rilidw pfert und za fuß, ach ayueu bachsenniaister, zugen gen Al~ iMTweyler. hclegten das bauß', iiunten cQ an, fangen Iren acht, er- suchen ctllcb, verbrenlen etwan ful imhauQ, niemet wayst, wie ful. iynen trugen die schaler von Bibiacli in das spltal auf ayner mist- bfren, wonl i-rnerl. Die hüben fürt mau her, den achten behielt Hans \on Kecbherg 2a KIrcbberg, kam mit dem leben davon. Die sahen lai:en all in aynem stock im tburen etwa ful wachen. Auf aiuen ombtug da bnm lUrich von Alherstoi-f, rentmaister, mit aynem ze«g, prarbt mit im ain nachricbter, beschicket suben briester. die mualen <j tu bewchl heren auf der statmaur, des verzech sich so laug büß
I K fehlt : dan
■t A noch: iiie iE
•1 A noch : bnlforteti und «inten an.
■ worden.
1 Zusatz nnd leger.
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□ach rter vesper , da fiirel man «,v aulj. ßuß ey der iiaclirichter &)1 banl. za ertrencken, da waa finstre nacht, da zant man schaubreisteo an, das man geseclieii kuul, ertrencket sy und begrnbs under den galgen. Darnach am achten U\g ertrencket man aber ain, der was von Hosenhaini.
Man schlug etwan niancben die köpf ab, die snndvr kaafman- schaU getriben betten mit verreterey. Ea kam oft dstza, das in ayuem tag zway oder trey malen die stnrm angeschlagen ward, zu > Keyten. das man in der onlnung hinauß /och, waß yederman wullng und frölich '.
Nun wul ich wnder auf die rechten ban koinen. Urab iveycheu- necbten da was k^yeer Friderich zu Ynßbruck, ach unser gneddger herr, herzog Jörg, da ward die acht aufgebapt, yederman geabsol- viert. Da waren noch ful gulgewjnner zu Ulm, die hetten kein ze- ning ' auf die faßnacht , wollen nin erlin hellen und zugcn zu Ulm auß am montag naeh der berren fosnacht [2 Ufirz] fru, anno domiui 1489, gen Underkirchberg in das dorf, und lag auf den selben tag ain grosser nebel, nnmen da alles, was sy fundcn und tragen künden, namen adi das fuch und tribens etwan we.vt. Sj namen ayner knnl- betterin die bett, verbranten ain Jiauß. sclilugeii aiiieu alten man zn todt. Ayner waQ in dem selben hauli, der hieß Hans Banr, ain fraydug man, den hetten sy geren zu todt geschlagen, er kam aber mit gewalt von ynen ', eylet Oberknrchberg zu. und saget Hansen von Kecliberg und andren die mer, wie eß gieng, da waren sj ey- letz auf mit 24 pferden, und alß ich vemomen hab, acht fuUknecbt, zugen ynen nach. Da ht-tten sy das dorf pliudert, und trüben das fuch anf Gocklingen zu, das ward ynen bald abgeeylt, wann der recht häuf zoch auf Dungenstetten zu. Indem kam Flans von Rech- berg mit aeynem zewglin da her. Da er sy ersacli . wolt er von stund nnder sy gesprengt haben, er bell aber zwen raysng knecht
1 A fehlt: ea knm - IrOlich.
2 A kain erlach tn eweu. Erlach sind nach Weyermonn | Buhenke . welche die kinder , die an taßnncbt in die häuaer giengen, verlangten. Ulm verbot 1608 deren geben und begehren.
et A noch : er aptang frey tn ajnein bewladen heraus mit ayuer hellenbarten, nchliig »ich frey von ioen.
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bey im, waren sn Kirchberg erzogen worden, mit namen Peter Schwab ond Crista Thewring, die woltenß nit beschechen Janssen, angesehen, es lag ain schnee, und hett daselbst keine guten gnint, sagten, er sollte sy weyter lassen ziecben, sy weiten im wol sagen, wan es zeyt were. Da sy mainten, das der grund gut was, sagten sy: >Nnn ist es zeyt,« da machten sy ain Ordnung, und hielten all raisig neben ainandren und sprengten under sy, stiessen sy mit den spiessen und pferden nieder für und fiir, wölcher das böst möcht thön, des gleichen die fuGknecht mit Iren hellenbarten. Indem kamen die bauren ach zu dem schertz, die halfen den echter die eriacfa geben ^ , und wurden all erstochen , kamen über zwen oder trey nit davon. Es waren ach etlich wurt von Ulm, da sy zert betten, ach dabey, den wart gleiche beyt geben. Da fiinden die armen leyt von Underkirchberg bey den totten korpem ire hab und guter, kannten, pfannen, kessel, küsse, pfulben. So bald die schlackt beschach, schicket Hans von Rechberg eyletz seinen knaben Jörgen Koch her gen Weyssenhoren, das er seinen bruder Albrech- ten, dem hauptman, und andren edlen sagt, wie es gangen were, das er mit sampt andren bey den 60 echter erstochen bette. Nit in ainer stund darnach kam ain andre botschaft, wie das wol 70 er- stochen weren, darnach alG sy recht wurden gezelt, da waren ir 74. Da kamen wegen und luden die totten kerper auf, fürten die gen Ulm und begrubeß da. Die geschieht die schrib man eyletz unserm gnedigen herm, herzog Jörgen, zu. Nach dem beschach nichs mer besunders, wan die acht was aufgehöpt, wart von tag zu tag besser.
Von zwayen edlen.
Vor duser geschieht lang davor im snmmerzeyt schier, alG sich die acht aniieng, da reit der hauptman Jobst Alberstorfer mit andrem adel und strayfet. und be^ Wallenhausen warf des haupt- mans pferd den knaben von im. Do man das pferd wolt fachen, lief es in das dorf hinein, da verranten sich zwen edel, Baltus vom Leo und ain Franck, was ain Stieber. Da schlugen die bawren die schrancken zu, fiengen sy und fnrten sy in den kirchenturen, schlu- gen allenthalben im bunt die stürm an ' , theten eyletz botschaft
1 A noch: bestrichen ynen dieselben mit plnt.
2 A : (es was zu der zeyt ein ordnang im bunt, wa man die stumi anschlug, gieng sy für und für.)
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gen Ulm, das sie kemeu, kamen sy starck heraaG. Es kam ach her Jacob von Landen, was Togt zo Le}'phain, and ander mer vom adel, fürten sy gen Uhn, doch nit scbentlidi, wan der adel, der da was, die woltentz den von Ulm nit nachgeben, sy worden ach nit strencklich gefragt, dan sy waren wol bekant, das sy nit gntgewin- ner ^ waren , wnrden bald ledig gezelt , so bald eß gericht wart. Das beschach zu Inßbmck, da ward apt Jörg wader eingesetz, and die hindersessen des gotzhaaß warden irer ayd and pflicht ledig zellt za Rockenborg dorch Heinrich Fincken, borgermaister hie zo Weyssenhoren. Der wolgeboren herr, graf Philips zo Korcfaberg, and ander bontgnossen die setzten apt Jörgen woder ain , aber die confentherren wollten nit darein verwolligen, sagten, sy sten- den mit im in anhangenden rechten *, wolten nit in das closter, be- loben hie zo Weyssenhom. Es stont etwan lang, das sich niemetz treffenlichs des handeis wolt annemen, der den apt and confent mit ainandren veraynigen, zoletzst onderstnnt sich ain j^arrer za Wal- stetten ond her Lodwig, p&rrer zo Stotzingen, der waß dieselben zeyt zo Inchstetten*, die Vertrages in ayner stol mit ainandren, warden der sach gleich wol ainß mit ainandren. Des gleichen ward der apt wol ainß mit dienen von Weyssenhoren, ond sy mit im, er nam von stont all hantwercksleyt woder an, ließ kein partey die andren nichs engelten.
Anno domini 1490 zoch herzog Wol%ang von München her, ward pfleger, er waß nit sicher vor seinem broder, herzog Albrech- ten, er was persönlich nit hmg hie, aber seyne diener betten die pfleg bey zwayen jaren in.
Herzog Wolfgang.
Item in demselben arwaytet herzog Wol^gang haimiich mit dem schwebischen hont ond kam ach darein, namen in aof. Sobald her- zog Jörg das ynnen wart, da ließ er Weyäsenhoreu ond pfleg eyletz einnemeu nnd besetzetz mit Jörgen von Westernach, der hieltz in, bnß der zog von Stnlweyssenborg kam, da ward her Albrecht von Rechberg von Aychen zo ayiiein pfleger her gesetz, belob bey 10
1 A: und rabeller.
2 A: ZD Rom.
3 A : was ach da gebom.
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jwren pfleger hie. Item herzog Wolfgang ließ ain fenster zu S. Lien- hart machen mit bultnussen und wappen.
Ain thewre.
Anno domini 1491 nmb sant Johanstag [24 Juni] da galt ain jme rockeß 4 tf h., ain yme habers 26 Schilling, ain yme fesen 24 Schil- ling, ain metz erbaß 18 pfenning, ain pfunt schmaltz 12 pfenning.
Lechfelt.
Anno domini 1492 do zoch der schwebnsch bunt auf dasLech- feld wuder herzog Albrechten, da ward die manr auf dem kurchof von dem schloß büß zu dem thuren gemacht \
Claus Kechlin.
Nit lang darnach waß ain raysiger* knecht hie, der hieß Claus Kechlin, nam Josen Bappelis, aynes metzgers töchter, saß etliche zeyt hie hewslich ', der ward herzog Jörgen abgesagter veint, mit im ander raysng. £e und sy feint wurden, begab eß sich, das Hans Claus, burgermaister, und Ulrich Schleicher von ratz wegen gen Newburg zu den rentmaister geschick wurden , in dem kam ayn raisiger knecht, der hieß Enderlin, keret apt Jörgen zu Rockenburg zu, in Hansen Clausen hauß her^ und nam kuntschaft ein, wa er
1 A: Anno domini 1492 ließ kayser Friderich ain große yersam- lung auf das Lechfeld znsamenkommen wider herzog Albrechten , sei- nen dochtermann, der hett die statt Regenspurg von dem reich in sein gwalt gebracht und hetzs etliche jar in. Auf das mal mussetz er wi- der geben, margraf Friderich nams widerumb in namen kayserlicher mayestat ein. Dieweyl man auf das Lechfeld zoch, ward die stattmaur auf dem kirchof vom schloß büß zu dem thuren abgebrochen und ge- banen.
2 A: raysiger, zwispenniger knecht.
3 A noch: der hett etlich hendel getriben, die nit fast leblich waren, auf dem Hanenkam bey Manham , die wurd man ynnen , kam in das kloster Kayssen selbander, der pfleger von Manham, ayner von Zebutz, kam ach daher. Claus und sein gesel kamen über die maur heraus, ließen die pferd dabinden. Darnach schicket man ynen die pferd wuder, stund ein zeyt lang, wesset fulleicht nit, wa auß.
4 A für diesen satz : Hans Klaus, burgermaister, Ulrich Schleicher, Peter Schlegel, Endres Clayber, alle fiier des ratz, wurden gen Augspurg ge- schickt von des zechenden wegen, dem spital hie zu incorporieren, des
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wer, uud kanfet Hansen Claiiseii toclilerman , BenedJcteii Stirtzern, ain roß umb 20 gülden ab ituf bait '. So lietten alle ain gutz ver- trauen zu am, wanD erli bcgeil hotte, betten sy im gelt darzu ge- licben. Aläu riltt er hinweg za seinen gesellen, luachtüii kutitsubart über sy. Da Hans Claus und sein gescl kamen * bub l'iii' das ilorf Bewrcn in das heltxlin gegen Aulcnbolen zu , da hielt Claus KOch- liu und Knderlin und ander, nauien sy gefenckliuh an. Aber Hans Glaua der ruü sieb von ynen und wolt auf Pfaffenhofen geflocbeii sein, kam er under aynon bäum und bestecket sieb selbs under aynem nsl, da nameu sy in wuder an und bunden sy bayd auf die roü. Da soUiubs beschacli, liettenl sy den ubsagbrief noch bey inen, den scbiukten sy erst bin gen Lautzbul bey aynem knabeji, der was Clausen Köcbluli bruder, fniteu sy durch die beitzer auf büß gen Oberrote und hey der badstuben hiuuber zu Kelmiutz über die Vier, darnach dt:» nechsteo ifu gen Kreen. Noch west niemetz kaio wort daruinb, das sy gefaugcn waren, vermaynet yder- mau, sy wcren zu Lantzbnt oder Newburg, büß ber:iog Jörg eyletz botscbaft tbet, wie Claus Kächlin abgesagt bette. Darnach kam ei'st ain brief von Hansen Ctausen, wie sy gefangen legen zu Kreweu, and Hessen Ulricbeu Scbleicber bald ledig ön alle engaltnns. Nun was Clausen KöcbliEi vatter herzog Jörgen turstinaistor zu Hayden- liain, hett nur aiu haut, ain fraydug mau, den fieitg man acb, faeret in gen HöchstetI, legel in in ayuen tburen etwan ful jar, büß sein san erstochen ward, da lieU man In erst ledig. Darnach ward Hans Claus geschetz und außburget umb (300 gülden, gab etwan ful daran. So bald er her baini kam, ward er acb in geluvt genoiumen, ver- bot! im, das er nichts weyler ilurlt geben.
beachach acu auf dasmal. Nach deniaelben ritten Uuns Clau» und Ub-ich Schleicher gen Newburg su dem rendinaiatern, betten ay etwa» ausRericht«n , die andren zwen ritten her haini. Als Haans Claus nit den rechten weg herritte, dit ward Claus KOchliu , der dan sein un- sohlag auf in hett gemacht, ir in der sach, west nit, wa sr Im ent- rittea oder für in komen was. Da »cliicket Claus Kecbliu seinen ge- Mllen Enderlin, was vormaU bej dem abt zu Rockeuburg gewesen, in Hanneen Clauaen hau».
I A atiitt: auf beyt ; beytt>l im dariiil.
^ A um heiroherreil«n.
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Von Peter Albrecliten.
Damadi etwan lang 1494 begab eß sich am suntag vorder krewtz-
Wochen [4 MaiJ nach der vesper spat, da was ain metzger mit namen
Peter Albrecht, der gieng hinder den gerteu amb, nit weyt von
der staingnib bey seinem sun , der bietet der roß. Da kam Claus
Köchlin und seine gesellen ^ an in und schössen ain pfeyl * in yn,
der belnb ach bey im', stiessen ach aiii seh wert in in, belub auf
der walstat tod ; zu ayner gedecbtnnß hat man ^ ayn steyne saul da
gesetz. Von stund gaben sy sich in die flucht und reuten über die
steingrub ab. Da stunt ain Schlosser daselbst, den hieß man Michel
Bentelin, der kennet Clausen Köchlin und sprach im zu. Ayner
ander ynen , der hett ain gespannen bogen , darauf ain stral , der
schoß auf in ab und traf in auf die nestellechlach am wammeß
bey dem nabel , schlug sich der stral ab , das er nit in in gieng,
ward ain wenig wunt von dem stral neben zu. Da ward ain groß
geschray , da sach man sy fliechen auf Obrenhausen ah , da eylet
inen der hauptman mit andren raysigen nach, (dan so bald Claus
absaget, schicket der fürst von stunt aynen raysigen zewg her) ran-
ten ynen nach büß gen Guntzburg bey eytel nacht, kunten sy nimen
Sachen, damit kamen sy davon, sunst weren sy nider gelegen.
Ain grosse brunst.
Anno domini 1493 am donstag', der da was der 24 tag des
monatz Octobris, da was ain grosse brunst hie, das feur gieng auf
in des Waydmans hauß, der was ain bader gewesen, nach der vesper,
kam nichts auß. Es was ain maier darin, dem verbran ain newe,
köstliche tafel. Waydman der was bey seinem sun, der was pfarrer
hie, der hieß magister Hans Waydman, in seinem pfarrhaus. Alß
sy herten, das das fewr da aufgangcii was, fluchen sy bayd auß der
statt. Es stunt vor über der spitalstadel, da was ain wand herauß
gefallen, da fingen die flammen in den stadel, der waß gantz follen
kores, ward ach brinneu. An dem stadel stunden fuer hewser, ver-
*
1 A: Claus Köchlin, Hans Spet und ander sein gesellen.
2 A: ain stral.
3 A noch : nit wayßt man , ob er sich nit hat wellen gefangen geben, oder ist nit.
4 A: seine weyb und kinder.
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brunnen mit aampt dem sladel za bulver. Saut I.enlinrti caplans hauß verbran des tagwerck obiien der raerer tayl und die äpyt ge- gen dem Stadel, wan die seyton am stadel die l'ueleit daran. leb crmniiet die lewt fast, damit icbs ayns tnyls erleschet, wan eQ was fast fiil fremde fokks hier komen, do das fewr getbemt ntirt. Da gab man den fremden zu trincken, man hett grosse sorg, es ward die gantz stat auUprianen '.
Pfaffenbofen, Darnacb bald kaufei lierzog Jörg Pfaffenliofen mit seyiier zu- gebOrd von Hansen Echinger, burgermaister zu Ulm. einan fnl mer, dan nmb fuer tanset gülden '.
Merck ain grosse that! Anno domini 1495 ward Erliart von KuDg9ßc.k, Mang Fe rb er und ander herzog Jörgen feind, sagten im ab, nnd an unser lieben frawen tag, als sy ir momen Elizabet baim gesucht hat [ 2 Jnli], fnelen sy ein fru zu Tliungenstetten in das dorf liey Wublingen, erstäche trey man, verbrante etlicbei hewser, namen yiien die roß, die gantze stutt. Es waren bey duseni einfal etwas am 70 pferd, darander bey 20 edlen, Hans Spet. Claus Köchlin , zugeu mit den nnm davon. Da kam eylent botscbaft her dem liaoptman und her Albrechten von Recb- berg, das eyletz auf wereii. Es was wol etwas sorg ani abend, \ne das etwas am weg were, wnsset aber niemcl, wa anß. Ec nud kein mentz zu Weyssenborn außzocb, da sacb man die prnnst. also eylel yedemtan nach zu roß und fuß, (belieben gar litzel mau bie)" on gessen und trnnckcn. Do sy gen Tbun gen stellen kamen und sahen die totten da Ingen nnd das fewr, zugen sy dem nam nach für und
1 A noch ; Die oewen büsteyen im graben betten alt brunnen, die
schloH mau auf, da het man wiuaer fast genug, was ach groase not, e* were «on«t übel mit wasaer gangen.
2 A noch : l^r wolti dyenea von Tim necher geben haben . eie wolltenz aber uit. .Sobald der kauf beschach, hettent »in geren gehabt, mficht ea nit mer sein. Nach beniog Jörgen absterben nameD sy fiil xuBpnich berfur im Eschach mit fogelberden und mit Jagen , des s; Tormal« gegen Hansen Ehingem nie erfordert hettent. Im kauf be- hielt im der burgermaister zwen fogelbOrt iui Eschach sein lebeu lan^ bevor. Yetz liabenl die von Ulm die poaseä eingenomen.
H A noch : desgleichen lu Pfiiftenhofeu. Obeohausen, Bucli,
fnr, nud zejt im tag ^reylten ny den nam und schickten den Beiben hiiuler sicfa baim . zugen ilem raysjgen zewg nach on gessen , dan wil> ynen das bani-sfoluk gab, wa sy diircli die dorfer zugen. Sy fflten ycen uacb buQ furßibracii der statt, da wurden die raysigen (iiuDiler aodcblug. Nun was unaei' haof nit bey ain andren, dan alkuo welcbe za roQ waren, Es waß za fnli etwas bcy 6()0 anf ooser seyten, und zoch yiner mcr liernach, i'aysiig und ze fuß von HiLjilenbaim , kamen aber nit darzu. Da machten sy ain Ordnung M dem schlachen'. wollten mit ynen treffen. Ilem in dem aelben ns Hans tod UecUberg, ])f)eger zu Kircbberg, ain wenig dabinden bcliben elw.ili mit 10 pferden, rutt auß aynem ItQltzlin. Da er- «aclim in die feind , mainten , eC kern erst ain gewaltiger zewg, flncfann, Talen von den rossen, Hessens laffen, versdilaffen sieb allent- balheu in das mi^G am Budilersee * ob Cibradi, ward nit mer, dann lia raysiger knecht gefangen, den pracbt man her, lag lang in ay- ncT lierberg. Sy jagten etlicb büß gen Scbussenried in das kloster. Ertart von Kungsegk ließ sein pfei't, wetzger und brief, alß dabin- den, Claas Köcblin, Mang Ferber und ander mer yre pfert, die pracfal man all her und verbeykes dieselben. Dieselben nacbt be- lub unser raysiger zewg zu Schussenriet und die zu fuß zu Atber- «efler, kamen erst am andren tag ber baim. Es was fast ain sorg- liclier fug, angesecbeu, das er in der vclut land was, dan man wafi 009 sonst nit fast hold, aber die fromen lewt tbetent das best mit den unseren. Erbart von Kungseck und sein helfor betten fawl sprich zu dem frumcn forsten. Da prachtcn sy, die unseren, mit inen ain gefangnen, etwas umb 6 pfert, Erbart von Kungseck pferd, inecbl pfert und harnesdi, Ctaosen Kochliß pferd, Mangen Verbers pfert nnd sunst, die verbeioket man bie , was Haiuiz Merck beick- maister, und gaben von der bewck unser lieben £rawen pfarkircben bie gelt, darumb kaufet mau ain woyß damastin meßgewant, und Siiita 3 golden in saut I.enbaitz kircben iu der er des beyligen nttcr^ sant Jörgen , der dan acli atu patron auf aynem altar auf ikr rediten seyten iM. Darnach alß man her haim kam, schicket ■an allenhalbeti , wa man furzogen was , ob dwer scbaden oder
1 A noch : ond laychneten sich,
2 d. i. Buctaauer-Federaec.
3 A teblt: da pracfaten — seytcn Betrag.
iat. Dietior iiatz ist ii
koBtang gelitten bette, ilem woltz man hezalen nnd wiiierlegen, aber alß ii;lis sleublicli guliört iiab, das nieuietz nicbs begert, noch ge- nommen hab, ilas ist ain fursllJch ding gewesen. Als scillicber zug und liandlnng dem frumen fursten kuut getban unrt, wie und in weliiher gefai-lidibayt, huiiger und durst bescbocben was, des nam sein fürstlich gnaden von den seynen in großen gnaden an buQ an sein eiid. |E 29] Er hat ach sundrc gnad und liebe gchapt zu dycnun von Weyssenhorn , alß dan zu den selbigen zejtcn aynem ersamen rat wol wufisetit ist gewesen und ynen erznygt worden ist. Die veint |iracb[en ach kayn lob, kein fug, kein nutz, kein er davon, sunder schaden, siiott. nacbred, angeseclien, das sy auf den tag und vest Marie , der mutter gotles , den angriff tbeleu ' mit mord and brand , sy nit geert , so doch ain yder nientz sol und bilüch ain Schonung haben soll und sy eeren, darnmb ain yeder in im selbs rechnen mag Iren grossen hochmut, neyd und liaß, vermaint, ynen kain widerstand ze tbon gescheclien, hat aber gefeit.
Darnach * nam Hans Spett d?m fursten das schloU Wartstain ein und was darzn gehört, plinderlz buchsen, was da was, verbrco' netz darnach, ist vor jaren der von Kungsieck Kewesen. Sy ver- branten ach ain stadel zu Pfaffenhofcn und ain armen mentzcn darin, desgleycliGu zwen hitf zu ^layneknrch auf nin nacht".
1 A dafür : die fech anfiengeo.
2 A in duser aufrur.
3 A noch : Dieselben nacht wat^ her Mang von Habaperg hie wol mit IDU pferden, ritteu all hinab über das feiir, was nleniut verbanden.
4 A. bat hier weiter: Merck ain wiinderberlicb mycben oder geschieht. Als unser feind ain au freiten eu Hochenkreuen hett«Q, bauptmnn und aader ku verordneten, machten kiintachatl, wa ay kirn- ten über dieselben. Sy pracbten ainen kuntschafter üiiwegen, der was haussäiaug von Tbainhauscn . nyn kiri-chner, der kam ach gen Kreyen in der gestalt, ali« ob er auch aprucb zu ctwar liette. Er ward ge- FeDcklich da angenomen , fulleicht bOber, dann auf dien ayd gefragt worden , ich baba uit gehört , uucb dabey geweeeu. Sie wurden der saeh retliob, bunden den kaufmitu auf ain zicchkerliu, darauf man den nniat aus den stellen tiert. So ful iren wnien. griH'en all eatnetliub an deu karren , würfen denselben iiber den felsen hinab. Liefen etlieh hinach, wollten besichtigen, wie er zerfallen were, da tunden sy in le- bendug uu alle veriteriing, auagenotjien am hak uuder dem kun hett er sich etwau augestosaen. suat prnch im an aeiuem gantxea leib nichts. Sie haben in gefragt, wie ca xugnngeu were, damit im nichts wuder-
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In daser aafrar da lag ain rott raysiger hie, darander waß aia beremter knecht, der hieß Haintz Merk, was von Mundelhaim bnrtag , hett sein salz nnd wonung zu Zell am undem See , der ^ strayfet allenthalben auf die veint im Hegaw nnd sonst, wo er kunt- sehaft möcht machen, sparet sich nicht. Auf ain zeyt da warf er aynen edebnan nider, Berchtold von Altmaßhofen, zunest bey seinem satz * , der hett den fursten nnd die seynen in der acht krieget, Demiich faeng er aynen barger von Lagingen , Hansen Kunen, masset im 300 galdin geben. Der selbag gelopt sich zu stellen, wa man in hin manet. Auf die selben zeyt was der römisch könig Maximilianus za Ulm und herzog Jörg bey im, da kamen die grossen buntherren mit grossem pracht, weiten den von Altmaßhofen ledig haben, wa das nit beschech, wa dann der von Altmaßhouen hin ge- manet ward, wollten sy als buntherren mit macht hienach ziechcn. Also wart es gericht, das er sich nit stellen dorft, ward ain teutzer her, Eoch in Preichsen.
Vermerck ain grosse schmach!
Anf dasselbug mal hett unser gnediger her, herzog Jörg, ge- hkit za Ulm gehapt, begab sich in ayner stuben, lag an aynem fen- ster, da waren ful edellewt, begab sich in ayner red andern andrem,
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ÜEkren were, hett er ynen gesagt, er bette sein lebenlang alle jar der heiligen junckfrau, sant Barmlen, iren tag gefastet und ir gedienet, das sy im bey gott gnad erwerbe, das er one das heylug, würdig sa- cramaiit, den waren fronleichen unsers her Jhesu Cristi, nit ersterbe, daram glabte er vollkomenklich , das er durch furbuttung sant Bann- la& «ihvonkomen were. Etlich wollten in erst erstochen oder zu tod gctclilagen haben, ander under ynen betten gesagt, sie wöltcm nichts weyter thon , hette im got geholfen , dabey wollten sie in beleyben lassen, mit dergleichen werten, Hessen in hinweckziechen, beschach im nichts weyter. £r kam von stunt her, saget alle handlung, wort und werck, wie es im ergangen were. Ich hab in ach mit meinen äugen selbe gesechen, dise geschieht ist war und also ergangen. Wer noch gott, dem almechtigen und seynen lieben heyligen dient, der wurt nit onbeloniget hie oder dort.
1 A noch: der was allenthalben bekant, wesset steg und weg im Hegaw, demselben bevalch man etwan ful guter reyter, die streyften weyt und prayt anf die feint.
2 A noch: den fieng er an aynem snntag, als er zu kirchen wolt gaun.
3*
I
Aas ayiier sprach: „Wan die Juden nit verliandcn gewesen weren, so lieltend dio Bairen anscrn horrcii gemartrct« , Jiiit sollichoa sc iimach Worten. Das erhöret tierxog Jörg und sagt zu yjien mit zornigen Worten: >Iclt bin hie und liab fnd und golaii, ob aber ayner under ewdi nero, der etwas zu inir zo sprfdieii bette, dein wul icli zu wullen werden und niorges mit im in das feld reiten.« Etlich des adels erscbrackcn ab den Worten und ^'crsi>raclien sich und in sunder Hans von Froylierg *. aber der die red getbao bette, der sebwug, das [ESO] sol gewesen sein Sigmund Uerger,ain binckender edelman, ward nichts weyter darauß, dan das der frum fürst die schmaeb bette.
Zu den selben zowten zocti berzog .torg mit dem römischeA liunig Maximilian in das Niderland und sunst allentlialben, kam in' sein laut nie wol in trewen jaren oder mcr, dan zway malen ber gen Weyssenborn, pracbt alweg kunigliube mayestat mit im her.
In dnsem wesen was kuuigliche mayeslat zu Inßbruck, bcrzog Jörg und ander fursten und berren aclt bey im. Da kam Claas: Kücblin und Euderlin, die dan abgesagt vcint waren berzog Jürgen, alß leb vermerckt bab, betten sy etlich red gethaun wuder Hansen ('lausCD und Benedicten Slirtzer, seinen dochterman, von der ge- fencknus wegen. Nun bett Benedict uyncn bruder aclt am hof ber Jörgen, der bieß OQwalt Stirtzer. Alß Clauli Köublin und Enderle, sein gesel, hinweg rutten, da nam Oswalt Slirtzer zwen gesellen mit im, ritten ynen nach, da stunden die zwen ab zu Scbnecken- bofen, lugt zwischen Telfus uud Nazarult im hurg. Da kam Oswalt mit seinen gesellen zu ynen in die stubcn, er.'icbassen und sy bayd, eylten darnach fast der clauscn Ereuberg davon, ee und das gescliray wart. Darnach ließ man Kochliu zu Höcbstelten auch auß gefencknuß.
Dieweyl der krieg und faindscliaft mit Clause n Koch Itn, Hansen Spetlen, Erbarten von Kuugseck und andrer werel, da strayfet Heintz Merck mit seyner rott allenthalben '. Wan er hie was, zereten sy bey DyeiioldSchwartzen, gaben über das mal 14 pfenning. Wann ^ 20 Wuhlingen im closter lagen, da wolt der apt kein zernag von ynen
1 A noch; er bette dnse red nit thon, het der fürst gesagt; »Wan du die red hetteat gotban, »o rerdruü ea mich uier . dan auf ayu an- dren, wan ich bab dich an hof erzogen.*
2 A im Uegaw, am See uud berumb.
kam Oswalt ideitrtftckW "aj IrinM < tleä fltttfl
Itn, Hansen I
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m, sagt, sy bewhirniten im lies i^otzhauß und seine armen lewL tA. Auf »in zeit kam Ulrich Alberstorfor, reulmaisler, her, schicket Mch den apt von Wablingiii, begcret ait in, was man im schuldig wete von der reyter wegen, weit er niclis nemen. Der rentmaister iagel xa im, das er boy nngiiaden herzog Joi^eo als fal von aynem nber des mal neme. ala Diepoltl Scliwartz, wölt im die stalmDt aub
gebcD liabeu, er wült ilosselb tiit nenieu.
nelracltl in dir selb, was herxog Jörg für aiii furaten sey ge-
«iscB, /rag weyli-r. wa yetz airi fürst oder hör sey, der dyc Spt
mit, <Us sy zcrung von ynen oder yren dienern nemon , sy nemen
n ynen die kutleu ach ' *.
1 A (biföi: Du ieier, niQclitiHt sprechen, washatderan sSlichcni nar- nnvcruli und Dnoitzen dingen geacbriben? Darumb hüba ich gothiin, ■«Icbeni leB oiicr heri lesen über kurtz oder lang , das er betracht, nli m vormals aeh gelesen oder gebert hab , das ain furat oder ber, •y in wa« Btent er «ey , die aynen abt oder prelaten , clogterfrauen l»h«n genet, zeraog von im oder den «einigen zunctnen. Ich baba nie gilwan oder gebert, Jan von dem frumeo fumten, hensog Jörgen, batya icti ait Rllain an duseni ort gethan, aunder an andren ort-en acb. IJais kab ich aber mermals gebort und aine tHyle geeecben, bett man ain kUya«D E«Hiiipf oder zuapmcb gebapt. betten inen die kiitten ab den Wmq genommen. Dan ist yett syt und gewonbat. wnn man aua den ciortcrn reyt, eracbiöeht man die fenster, eerbrucbt die Öfen, ^«erwurft die Kboblen und kanten, daa ist yeta die letzin , die man in cloBtem M.
2 Der ganze abschnitt: in duaem wesen — kotten acb, fehlt in C. lUht alier in A und D. Yor demselben steht in A folgender ab- ■ehnitt, den C, nicht aber D hat: Schneizerkrieg. Anno domini H99 nUr UPS da Reng sich an aiu krieg mit den Scbweylzern und der •t«U. acb mit dem kunig nud etlicben fiirsten. Da zog a Ibldc am enrten gen IBreget^ und daselbst umb. Auf a •T tn Breget« hinau*, wollten dich niustren. kamen ful s «ber aynen graben. Das wurden die Schweytaer gewar, zugen inen zu. D» kun oin solticbe flucht linder unser folck, welche nit mochten über 4f pnick kommen, die fueleu in den graben, ertruckten einander »dtr, ertonckten ai n anderen , kamen tul lewt umb, was dan die Sefcweytser creylteu , erBtacheo sy alls, flachen etlieh edel und gcwal- tag itnrcb Bregeta, die statt, ans, buQ sie mainten, sicher zu sein. Ei tanen dieiMn von Ulm ful kneplach umb im graben, sie betten inen «Dm rot« reck gemacbt, kamen latzel haim. Darnach machet man ü b'g«r gen Costetz, zugen ainamals heraus, plinderteu ain dorf, ka- ■n die Scbweitaer abermals an sy, erstachen ful, kamen zwen von
mercklieh 1 zejt zagen 1 roü und fuQ
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Anno domiiii 1499 vertrug sicli Ijurnog Jörg mit gral Philips von Kurcbberg umb die spiich und furdrung, so er nocti m der giatschalz Kurcliberg httte, darfur gab er im etwas umb newu lauset gülden und etwas iner.
Wie sich Iierzog Jörg und graf I'liiÜi« von Kirchberg mit ain- ander vertragen haben, setzet er in her zxi aynem pflegor und graf Hansoji von Monforl gen Kircbbei-g, sein doclilcrraan,
Änuo domini IMÜ auf die fuertag [4 — 8 Milrz] namen sy die pHegon ein. So lang alU er pHeger was, ^ jar, thet er allen inentzou, gaj'silichcn' und weit lieben, [E31| reichen und armen, lulliebsund dienst, ersaß gar selten zu tusch Ön gust, yetz ain briester, dan aynen des ratz, ach. ander, das tlict er für und für, and ivaß geren hie. Es starb im ach sein gemachel hie, was äin gralin von Suhauniburg.
Anno domini 1500 am aftcrmontag, der da waQ der erst tag des monetz Septembris, da rutt ich, NiclausTboman, sant Lenharts- caplaun, auU gen Born und mit mir her Peter Waybcl, mein vettcr,-
•z
Kaodeuk iitiib, die helt«n geren da« best gethon. Die Scliweitiier e desielben mala Für Stockach, gewannetit aber nic. mußten davon b ziuehcn. ü^ vurBaiiilet »ich ach ain groBaer zewg im burg »u Lanteck,; die üngen dacch die finstren MintK ffen Nandera und daselbat i Kngendein hinein , theten da ;^BBen achade^n , kam demBulben folck kain prol'ant mich, miieten von eyleta hiingera wegen wiid^r umbkeren;. CB waB genug profant bq Lundeck gewoBen, was erfanlet. Das faab ich iälbs pernonlich daselbst von aynem wiirt gehört ioi jubeljar. Eh • ach ain groli. mercklich folck vernamlet, biirgaß nnd Etrlewt an dm letiin bey Mal« im tal , als die straß Mi den Gra wen bin dem. ach ii Am Engendein gat, betten ty die burguachen daseibat an der letiin niil leger gemacht, desgleichen die Grauenhinder und Engeudeine den andren. Die Graiienbiodcr und Engendeiner machten ain ver^ V)orgen esaen, stugen über ain hoch gebnrg bey aynem clöBterlin, haysi KU sant Jörgen, bey Mala über, binderzugen die barginchen. das ay ir nie gewar wurden, büß bj in ay fiielen, und die andren fomen ward ain Bucht, belub niemetz, beluben ful todt an der walstat An der flucht errtachens buß gen Letach hinab, branl.eu den marckt Schiandere, des tenzhaus. die kirchen, Hessen nichts stau, weder kirchen, noch hewser, den grossen, nchönen murckt MaU, das schloß, secha kirchen da"", all verbcent. an aynem ort belub ain alt« hans u hOse kappel. In dusem krieg hett niemet kaynen Bng wider di« Schweitzer, wan man ayuen nennet, so fluch man, ea send e orten fu! gute trefBicha folck , edel und ander umbkommen, Wart gantz rtull gerioht, bat nie gehört, von wem, wa oder v
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caplau za Gravertzhofen , Cristof von Haselbach, barger hie, und- her Hans Weyler, pfarrer zu Obenbausen, und zu fuß Veit Thoman, mein bruder, Dicpold Schwartz, Martin Ledergorb, Ulrich Mair, Eodris Frick, Michel Huttdin, Ulrich Schleicher, Hans Oswald Beck, Jörg Widenman, schuster, Cristan Bieder, Bemhart Ruß vonWulen- stetteo, zogen all auf aynen tag auß, kamen auch ein und auß frisch Qod gesund. Darnach anno domini 1501 im sumer kam ain car- dinal von Rom herauß, der kam ach her, gieng im mit der proceß eogegen, keret im schloß bey graf Philips ein und aß mit im.
Tewrc.
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Anno domini 1501, mitwoch nach sant Urbes tag [26 Mai], galt ain ynie keres 5 U h, ain ymc rockes 4 ?2f h, ain yme gersten 2 fl., ain ymc habers 28 Schilling, ain metz erbuß 4 Schilling, ain metz saltz 2 Schilling, ain metz schien mel 4 Schilling, ain yme fesen 30 Schilling, ain pfund schmaltz 9 pfenning, den wein ain maß 4 and 5 pfenning. Auf denselben tag waren 13 karren mit prot hie auf dem marckt, ward von etlichen lewtcn geschetz, es wcre woi amb anderthalbhundert guiden wert prot hie, es ward aber nit alles verkauft, sagten ach etlich, es were pro( hie, des wcre zu Rcgens- purg gebachen worden. Nach dem ain nechsten freytag und sam- stag nach Jacobi [30 und 31 Juli] galt zu Ulm ain yme röckes newß 1 f^ h und 2 Schilling, ach 5 Schilling, ain yme altz keres 4Vi V?, der ncw keren 2 U b Schilling, ain yme habers 1 ?? und 8 Schilling, das ist wuderwcrdug düng gewesen. Zu duscr zeyt was grosse ai*mut, bruch und mangel, widerwerlikcyt in allen stenden. Es beschach ach auf dise zeyt, das her Hans Renbold, der bruder- schaft caplan, verkaffet ain yme fesen um 32 Schilling, doch nit raer, dann ain ymc, kanfetz im ab Michel Dcckers weyb und dancket im fast darzu, saget: »Her Hans, ich hab hewt ain ding gethan, des ich nie gehört hab, und bin von hcrtzcn darab erschrocken«; das hab ich selbs von im gebort.
Ain groß wasser *.
Darnach nest kunftug an unser lieben frauen abent krawter weichin 1501 [14 Aug.] waß hie ain groß, mercklich wasser, ist
* 1 B fehlt dieser titel ; der ganze abschnitt ist in B sp&terer nachtrag.
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bey mentzlicher gedecknuB bie nie erböit, noch gesechen worden. Es geschacb, das der zwinger um die statt an zwayen orten von des Wassers wegen, acb die stattgraben sancken an manchen orten nider, alß man noch sieht. In der capel sant Lenhartz was des wasser al6 tief, das eß aynem über den knoden gieng.
Eilich jar vor dem absterben herzog Jörgen vermechlet er sein töchter p<zgraf Philips sun, der hat gehayssen Ruprecht, seiner Schwester sun, doch mit erlanptnus des heyligen stuls zu Rom. Dem wolt er lant und lewt [E 32] übergeben haben, es wart gewent durch gott den almechtigen, da er starb. Wie wöll er keynen menlichen erben verließ, wurden ful erben seynes lands, wurden ful stuckt und lem- pen darvon gerussen und Interesse, gott wayst, wer recht gehandlct hat oder nit. Der merer tail, die nach land und leyt und ver- laßner hab stelten und undersich prachten, habenß nit lang im leben genössen ^
Anno domini 1503 da füelcn krewtzlach auf die mentzen in manchcrlay färb in die klayder, da thet man hie ain grossen kreutz- gang, wullin und barfus, da sang man ain ampt zu dem hayligen gaist, ain ampt zu sant Lenhart. Bey selichen kreutzgang was Philip, graf zu Kurchberg, pfleger, graf Hans von Montfort und sein ge- machel Appolonia, graf Philips dochter.
Wan herzog Jörg gestorben ist.
Anno domini 1503 am fireytag nach sant Endris tag [1 Dec] starb der durchleichtigst fürst und herr, herzog Jörg, unser gnediger her, zu Ingolstatt ', gott, der almecbtug welle seiner sei gnädig und barmhertzug sein , amen *. Da ist uns zu Weyssenhom und allem seinem lant unser vatter und herr abgangen. Ich main, das seines gleichen zu aynem fursten auf ertrich nit gelept hab, der mer lieb und fursichtikeyt gehopt hab auf sein land und lejrt, damit er sy bey frid behalten hab, dann er^. Darnach bald nach weichen-
1 A fehlt: wie wöll-genöBsen.
2 A noch: in dem newen schloß.
3 A noch : In seiner kranckhayt schicket er ful geltz armen lewten in seinen lant aus, kamen 24 gülden den armen her, was die sag, trey- sug tauset gülden hett er ausgetaylt, etlich sagten von 16,000 gülden, er hat ain vernünftig ent genomen.
4 Dieser satz: da ist — dann er fehlt in C.
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necbten 1504 ward Steffan von Lichaw, ain redlicher edelinao, von der landschaft her geschickt, das er besichtiget alle ding und ordnet za der wer, ward ach etwas kleiaß angefangen zu.aynem anzaygen, ich hetz aber far ain Spiegel fechten \ £3 ward auch, alsbald her- zog Jörg stai'b, Wejssenhoren besetz mit der herschaft leyt, als fon Buch, Obenhausen, Ganhertzhofen , man gab in ach zimlichen sold, das sy ir aygen gut nit bedorften verzeren, es wurden dar- nadi etlich lantzknecht bestelt, waren eytel fahlen, es wollt yeder ain feder von der ganß haben. In dem vcrsamlet sich die lant- schalt za Lantzhut, wie das vormals ach beschechen waü, darin was ach herzog Ruprecht, der hett sich groß und ful erbotten, ach betten gegen allen stenden der lantschaft *. Darnach nam herzog Ruprecht etlich schloß und stet ain, als Lantzhut, Burckhausen * und ander and besctzetz. Da ward ain tagsatzung angesetz durch kunigliche mayestat Maximilian gen Augspurg zwischen herzog Albrechten, herzog Wolfgang, gebrüder, und herzog Ruprechten, ward ful ge- handlet zwischen ynen, bette sy geren gericht mit ain andren, als der gemain man saget, was hewt gemacht wart, des waß am andren tag nichts, es müsset gekriegt sein, damit yederman sein tayl da- von brecht. Derselbug tag weret von weychennachten büß ostren, da wolt sich der schertz machen.
Am ersten zoch herzog Ulrich von Wurtenberg zu Augspurg hinweg haim und [E 33] fung an sich zu rüsten mit macht wuder den pfaltzgrafen. Deßgleichen der lantgraf von Hessen zoch ach haim, rüstet sich ach wuder den pfaltzgrafen, desgleichen margraf Fride- rich, die von Nuerenbcrg rüsten sich ach wuder die Pfaltz mit herß- kraft. Es zoch herzog Albrecht ach haim und Hessen herzog Ru- precht zu Augspurg bey kuniglicher mayestat. Do yederman in seynem vortayl was, da rutt herzog Ruprecht ach hinweg, were geren in das Bairlant gewesen, was eß allentlialben besetz, müsset auf Werdt zyechen, was des lands ain gast worden. Darnach zoch er auf den Newenmarckt und Amberg, da versamlet er sich, sclirib auß allen dyenern, die sold von seynem herren und schwecher
1 A noch: Das muß was schon gekochet.
2 A noch : und sy ermanet das fumem sines herren und schwechers, das sy im gehorsame theten und für aynen herren und fursten hett«n.
3 A und Wasserburg.
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Behgen gehöpt betten, mauet sy zu im ze komen. Da rutten za Weyssenliorn auß zu ym Haltus vom Leo, Jörg Scheydang, Hans Diemer. Wie and in welcher gestalt er wuder in das lant ist komen, Yiul ich beleyben lassen, doch ist er als am ersten gen Newbarg komen und aingelassen worden, wol mit 600 pferden. Da ward ain grosse versamlung von dem schwebuschen bund zu Word herzog Albrechten ze hulf und beystaut wüder herzog Ruprechten, zugen am allerersten für Höchstettcn , des gab sich bald ', darnach für Laugingen, des wolt herzog Albrecliten nit einlassen, noch schweren, aber dem römischen könig Maximilian ' diem schwuren sy büß zu austrag der sach, darnach gen Gundelfingen und Uaydenhaim, aber der zewg kam nit gen Haydenhaim, angescchen, das sy selbs gen Gundelüngen kamen, die bayd stett schwuren herzog Albrechten alß irem erb- und grunthcrren.
Herzog Ulrich von Wurtenberg.
Hers^og Ulrich von Wurtenberg zoch über den alten pfalt^grafen kurfursten, am ersten für Maulprun, des closter, gewans halt, dar- nach für Pretham etlich tag, zoch widerumb davon, darnach weyter, kau die stet und flecken nit nennen, gewan ach Weinsperg, stat und schloß, Eckerßmul, stat und schloß, und sunst mer.
Landgraf von Hessen.
Der landgraf von Hessen legert sich für Kaub, da ist ain grosser zoll, kuntz aber nit gewinnen, darnach fleng er an zu prenncu, ver- prennet etlich hundert dörfer und flecken.
Herzog Alle xander.
Herzog AUexander zu Zwybruck oder Feldentz gruflf die Pfaltz ach an, thet nit ful Schadens, beschach im mer, dann er thet.
Margraf Friderich.
1 A noch : schwuren herzog Albrechten als aynera erbherren.
2 A dafür: Der romisch kunig was zu Dilingen, der ließ bey der nacht etlich geschitz für ain thor fueren, wolt mit gewalt daran sein, es ward aber darunder gehandlet und gemacht, das sy dem kunig' Ma- ximilian schwuren.
4a
Margraf Friderich thct nit sonder schaden, sein sun, margraf Jörg, legert sieh für das schloß Haydcck, ei-scho(S hinden am schloß etwas an der maur and des tachwerck ab dem thorihuren, habs gesehen, zoch ach davon öngewonnen.
Margraf Jörg.
p$nmsßlt zoch margraf Jörg für die Freyenstat und gwans, über füidie jaf gibß er wader den pfaltzgraven.
V^j Cuntz Schott.
0j|it2 Schott was der anfenger mit dem prcnnen amb Uaydeck, das erst dorf, des er vcrprennet, hayst Laybstat, necht bey Hayd- eck, darnach andre dörfer '.
Nacrenberg. [E34]
Die von Nacrenberg legerten sich für die statt Haydeck, theten etwan fnl schätz hinein, insunder in ain cappcl darch ain fenster and zu aynem andren fenster hinaaß in ain hauß dabey, habs dar- aaeli ach gesechen, zagen öngewonnen darfun. Die von Naercnberg gewannen der Pfaltz nnd herzog Jörgen verlassen gatem ab, nem- lich Altorf, ain stat, Herßbruck, ain statt, Lawf, ain statt, Happurg, ain marekt, Reicheneck, ain gut schlos, mit seiner zakerung. Hein- barg, ein schlos, prantes aaß, habends waderbaaen and den pfaltz- grafcn gcschenckt, Theinschwang, ain schlos ', bin ach darin gewesen, ain schloß, haist Pfaffenhofen, ain schenen, grossen marekt Lautter- hof, die kirchen darin hat ain babst , Leo geheyssen , geweicht , ist in ayncn stain gehaaen and eingemaart , hab ich gelesen '. Sy haben zway schene closter cingcnomen, Engeltal, nit weyt von Hers- brack , hab nie baß heren singen von fraaen, dan daselbst, ich hab mermals empter da gesangen, das ander hayst za dem Onadenberg, bey Altorf gelegen, sant Birgitten orden, fraucn and man, habens der Pfaltz ach widergeben. Sy understunden sich die stat Newen-
1 C fehlt der ganze abschnitt: Cuntz Schott.
2 A dazu : was vor jaren herzog Otten lust- und Jagerbaus, bin ich darin gweeen, prantes aas, darnach habent sies wuderuuib gehauen, Terbranten ful.
3 A noch: hab ich mers mal da gesechen.
I I
niarckt ach zu gwuiiiieii, sdiossus zu licm Blurmb, die ivsk mit Be- cheinen besetz, zugcii diivuii, iiradieii »in cIobUt vor Avrn tlmr ab, des beyligcii gaiat orden.
Weyssonliom. Umb satit Jobans tag [24 Juni] schicket Kumulidie iuayei.tat lier gou Weyasonhoni her Sigmuudcu von Weide», rilter, md ayn^in secretari, Jacoben Ediingcr, ajn abgesetzter bnrgcrnialster von Uli kamen für das nndcr thtir, begerten einzulassen, wart inen Verzuge beecbied sy in die obran forstat in Peler Seytzen berbcrg, dos Üiet<d sy. Hersübaft und rat gien|{tin hinauß zu-den gesanten, bielt^ rMJ Diit inen, »olltcn aber inen nit huldigen, erbotten sich persoDliuh für kuDJgliclie inaye^tat zg komen gen Dillingeu. Des bescbacb eytotx auf den selben tag, rutten hinweg, nendieh der vogt, Bartelmtüi Engolhart, üyepolt Scliwartz, Melchcr Miller, bajd burgermaialer, von der groaind AUexius Seytz und aunat mcr. Unser gesanten wurden woll und giiedeeklieh angenuuicn von kuuiglicher mayestat, wie wol etlich vcrmainten, sy hellen groü verwurckt, das ey nit huldigUDg gctboD beltent, wurd inen die kiipf abschlagen. Kß aOlt der secrelari, der gewesen waÜ, die von Weyssenhoru etwas ver- unglimpt haben mit warten, solt kuniglicbe luayestat gesagt linben: •Ich bin incu nit feint danimb, ay haben aynen frumen herren ver- lorn«. Die von Weyasenhorn wurden gelopt, das ay persönlich cr- achtucn waren, wurden ach gnecklich angenoinen, all ir freyhat confirmicrt und nior darzugeben, alii die hauptrecht und lodlfell, vormals wann a}*ner starb, muü man dem vogt den fal geben und dem bnttel ', wann des eckcr im auuaaog geriet, müsset man da»- selb umb aynen foralmtusler katfen oder bestan '. |E 351 Sy prachten zn- wegen das umbgelt, bo lang als kuniglicbe mayestal Weyssenliom solba in hett, doch auf widerriefen; alß Jacob Fucker verpfendct, hetz ain end anno domini 1508.
Wie Wayssenhorn eingenomen ward. Anno domini löOJ an saLit Ulrichs tag |4 Juli| schicket kunig-
I A duliJr: dem vogt ain hauptrecht geben, ain halben gülden, und deoi biittel den fall.
■2 A noch ; duae ding wurden alle nachgelasBen.
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liehe mayestat den abbt Jörgen von Rockenbnrg, her Sigmunt von Weldeti, ber Sigmund von Ungerspach her, die namen die statt und berschaft ein, ach Pfaffenhofen, schwur man kuniglicher mayestat als aynem oberherren und herzog Albrechten und herzog Wolf- gaogen als erbfursten und gruntherren. Nit lang darnach kam kunig- licfae mayestat personlich her. Da wolt man im mit der proceß entgegen gangen sein, das wolt er nit haben. Aber am morges, ils er xa kirchen wolt gaun, wart die briesterschaft in das schloß beruft, in der proceB giengen knnigliche mayestat vor in die kirchen. Am abent sobald knnigliche mayestat im schloß abstunt, gieng ain gantzer rat, uberantwurten im die schlissel, die reget er nie an, ließ dem burgermayster. Kunigliche mayestat bot aynem nach dem andren die haut, her Lenhart von Fronsperg, freyher, gab aynem rat antwurt von kuniglicher mayestat wegen. Kunigliche mayestat verschaffet hie und zu Gravertzhofen in yedes hauß ain halb yme rockes zu ayner vererung. Bald darnach kam kuniglicher mayestat undennarschalck in namen des obren marschalcks, Goldacker ge- nant, pracht ayn geschefft über dero guter, so bey herzog Ruprecht waren, als Baltus vom Leo, Jörg Scheudung, Hans Dyemer, Veit Thoman, nam ire lieuser, und was darinnen was, ließ beschreiben und bcscblos.
Wie etliche weyber mit iren kindern außtruben
wurden.
Er verschaffet mit den weybern, die mustent denselben tag auß der statt gaun zu iren mannen, die waren zu Rain. Ire kinder sollten denselben tag ach auß der stat zogen sein, die erbatt man, man kunt inen kain für zu wegen pringen sobalt, gab in acht tag frist, der kunder waren 11 oder 12. An dem tag, alß sy hinweg mußten faren, gab icli inen allen ze morgen zu essen, letzet mich mit inen. £ß was furwar ain erbermliche handlang mit den cleynen kundin, eß waynetent ful leyt, alt und jung. Also beliben die mut- tren und die kunder zu Rain, büß der krieg zu fruden gestelt wart, kamen sy widerumb her.
Wie etlichen ire guter genomen wurden.
In mitler zeyt kam des Goldackers dyener, wolt ligende und farende guter verkoffen und angreifen, da woltz im nyematz ab-
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kaufen, anderstant sich die fraintschaft, kamen mit im ab umb den bausraut and farende hab mit gelt. Man fant anfencklich * nit ful in den heusern, dan sy waren gewamet worden an der nach, so bald der marschalkt komen waß, außgenomen meins bruders weyb, die warnet niemetz, wolt ich den haußrat nit lassen verkanfen, müsset ich denselbigen umb [E 36] 24 fl. lesen. Zu derselben zeit waß ful trayds hie auf den kästen und insunder haber. Da kam ain geschefft nach dem andren (waß ain stechen darumb, wie die schwalben umb die nester). Es kam ain karrenfurer am ersten, het lang kessel, pfannen und pratspuß am hof gefiert, dem waß man schuldig, dem gab man har an seiner schuld. Es kam ain geschefft von der kUnigin, kuniglicher mayestat gemachel, der ward etwas umb hundert gülden davon, kam bald ain ander geschefft, kundetz ab. £ß was ain sollich reyssen und venantzen umb das trayt, büß kein kerelin da belub. Die ratzen und meüß müssen von hungers wegen auß dem kästen und schloß fliechen, wollten sy bey leben beleyben und nit sterben.
Von der keichen oder thuren.
Item dieweyl ain rat hie zu Weyssenhorn das umbgelt einnam, Hessen sy den thuren, darin die keich stat, um zway gedem höcher machen und die stattmaur von demselben thuren büß zu dem schloß.
So lang kunigliche mayestat Weyssenhoren inliett, die weyl was graf Philups pflegcr hie. Als er hinweg gen Thussen zoch, pracht er zuwegen bey kuniglicher mayestat, der gab im 30 hackenbuxen und etwan ful langer spieß, da was gut remen auß fremden hewten schneiden.
Vom krieg.
Weiter anzaygung des kriegshalhen. Der schwebisch bunt zoch mit herskraft in dasBayrlaiit bey Fridberg über Lech, namen stett und mcrckt ain, zugen für die statt Lantzhut, da warden sy woll enpfangen, machten bald ent daselbst, herzog Ruprecht, der hetz in. Wasserburg, Burckhausen, Newburg, Rain, dero stet wart keyne gewonnen.
Kufstein. Kunigliche mayestat Maximilianus zoch fftr Kufstein, gewan die
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statt tmlt, beschoß das schloß an dem ort, da man kein sorg hett. Die das schloß inhettent. gaben sich in gnat, nnd giengen herab, königliche mayestat nam sy nit an, verschaffet von stant, ynen die köpf abzeschlachen. Der hauptman, Hans von Bentznaw, was der erst, ayn framer, thewrer, redlicher man, dem gott der almechtug barm- heitzag sein wolle (ich hab in mcrmals hye zu Weyssenhoren ge- scchen) darnach ayn nach dem andren büß in die 15 oder 16. Der fmm farst von Praunscheick der erlanget bey kaniglichör mayestat, das man die andren bey leben ließ. Königliche mayestat nam ach statt ond schloß Röttenberg ein, Kotzbochel, sant Wolfgang ond anders, die herschaft Spitz in Osterreich, Weyssenliorn, Obcnhaosen, Pfaffenhofen, die grafschaft Kirchberg, was eytel Interesse.
Ellsaß.
Deßgleichen krieget königliche mayestat im Elsas wider pfaltz- graven Philips, karforsten, gewan im fol schloß ond stett ab, alß Ortenbarg, Barr, nam im ach grosse gerechtikeyt, die er in der statt Schietstatt hette, jerlich schotzgelt, [E37] nam im die statt Hagenaw, die Pfaltz lange zeyt ingehapt hette, wiewoll sy zo dem reich keret.
Somma sommarum onder sechs gwaltiger heren sent nit ge- wesen woder die pfaltzgraven , wer haß möcht, den der ander, der thetz (wie dan da fornen aiizaygt ist am 22 platt) [s. 42ffJ.
Wie herzog Ruprecht starb.
Alß der krieg im Bayrlant am grösten was, da starb herzog Roprecht, das edel, jong plot, starb ach sein oberster haoptman, starb im ain jonger son, genant herzog Jörg. Nach seinem ab- sterben was sein gemacliel noch im lant, die beriefet den adel ond ander far sich, hielt inen Iren grossen komer ond jamer for des absterbes ires gemachels, angst ond not, so ir vor aogen waß, mit waynenden aogen ond grossem layd gebetten, das sy an ir ond iren waysen theten, alß from ritter ond knecht ond ir ir vetterlich erb and lant holfen behalten, das wollte sy omb sy verdienen ond kein ring an irer hant behalten, denselben mit inen taylen Ön allen zweyfel, es ist manchem redlichen man zu hertzen gangen söllich jemerüche clag der betriebten forstin.
Wie sein gemachel starb.
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Balt darnach starb die fram farstin ach, was die sag, eß were ayne oder zwo irer janckfraueo ach gestorben. Eß waren arck- wenisch töd, geschachen fnl seltzemer red darvon. Waß der almech- tag gott tliut, ist alles woll thon, kans ach niemetz wenden, wan aber söllich schnell töd sollten von den mentzen zuricht worden sein, we denselbigen ewigclich von zeytlichs gatz wegen das ewig verlieren !
Damach kam herzog Friderich, herzog Robrechts brader, in das laut, da waren noch verbanden her Jörg von Rossenberg, her Jörg Wußbeck, her Mang und her Ludwig von Hasperg und her Adam von Therring, die theten noch das best, büß eß zu frid an- gestelt wart. Eß gieng leib und gut, alles hinweg, der groß schätz zi} Burckhausen verschwant, wan zwen ainandren helfen, haben sy bald ain Schilling zellt. Ewiger got, du wayst alle handlung, wie eß zu ist gangen, du ofifenbarestz aber nit Man saget, herzog Jörg bette kain leiberben, sich, er bette ön zal gehapt.
Herzog Ruprecht verließ zwen jung furstin, herzog Otto Heinrich und herzog Philippus. Her Adam von Therringen, ritter, belub der jungen forsten hofmayster büß an sein end, starb anno 29 an\ herbst.
Wie und wan Wayssenhoren verpfandt ist worden.
Anno domini 1508 am treysigisten tag des monetz Decembris schicket kunigliche mayestat her Adamen von Fi*aintsperg, ritter, hauptman des schwebuschen bunds, her Philippen vom Stain, Al- brechten von Weiden, Ulrich Artzcten, burgermayster zu Augspurg, her. Dieselben prachten ain verwilligung und verzeychung [E38] von her- zog Albrechten zu München, das er die von Wcyssenhoren ires ayds undglopts, so sy vormalß im ond seynem bruder, herzog Wolfgang,
gethan betten, (wie vormalß ach anzaygt ist am . . . platt [s. 45])
Kunigliche mayestat Maximilianus verpfeiidet Weyssonhoren und Pfaffenhofen mit aller zogehörung Jacob Fuckern von Augspurg. Was noch ain mangel in der sach mit herzog Wolfgangen, von dem- selben hetten die gesanten kein verwnlligung, noch verzeychnung der herschaften. Wollten die von Weyssenhom den gesanten in namen Jacob Fuckers nit schweren, sy weren dan ires ayds und glopts von herzog Wolfgangen ach ledug. Die gesanten handloten mit aynem rat, hatten, sy sollten huldigung thon und schweren, wollten sy in monetz firist verwulligong von herzog Wölfgang ach
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bringen, wa das nit beschech, sollten sy ires ayds und glnpts wider- nib ledig sein , sollicbs sagten sy zu und wurden gut darauf. Da sdiwuren sy inen auf das zusagen in namen Jacob Fuckers, und auf denselbigen tag wart der statt das umgelt aufgesagt und ge- aomen, waß schon dedit.
Tewre.
Anno domini 1509 nach ostren [8 April] galt ain ß schmaltz 15 Pfenning; 13 flf für 1 fl.
Wie ain abseyt der kirchen niderfiel.
Anno domini 1509 am aufferaubent [16 Mai] fuel ain newe ab- seyt in der kirchen hie nider, was die höche gemacht, beschach nach mittentag umb ayn6 oder zway, was zu allem glick niemetz in der kirchen, dan die maurer und arwayter, geschach kein ber- lieber schad. £ß was ain besnnder glick, wan eß vor mittem tag beschechen were, kunt eß ön mercklichen schaden nit ergangen sein, angesechen, das auf denselben tag ful lewt mit dem creutz her komen, ach das auf mitwoch matckt ist, man soll gott lob und er dammb geben und sagen.
Unainikat zwischen dem abt von Rockenburg.
Anno domini 1510 oder nach dabey erhub sich ain zwytracht und unaynikat zwischen dem abbat zu Rockenburg, mit namen Jo- dorus (was ayn newer prelat), und ayner gemaint zu Bobenhausen aynes holtz halben, wolt yedes tail, eß keret im zu. Die pauren hewen das holtz ab, woltz der abbt ynen nit lassen. Melcher vom Stain was pfleger hie und zu Kirchberg, understunt sich zu roß und fuß, hielt ob den pauren, büß sy das holtz alles haymfurten.
Jarmarckt und galg zu Inchstetten.
Damach über ain jar oder zway ungefarlich erwarb der abbt bey kuniglicher mayestat stock und galgen, ayn wuchenmarckt und jarmarckt auf denselben gen Ingstetten, den wuchenmarckt auf den aftermontag gelegt, und den rechten jarmarckt am andren tag vor GaUi [14 Okt.] Nun ist auf sant Gallen tag [16 Okt] vor langer zeyt zu Weyssenhom rechter jarmarckt gewesen und gehalten worden nach außweysung der stat freyhet und noch auf duse zeyt. Auf
naaernkrieg 4
zukuuftduscancwensjarmarL'klz rüsteten [F^ 39] üdi die von Ingstetten fast, (leligleiclicii aiidur, die dati dem abbt ai» noigelalleti tLun wollten, mit gwaiid und andrer war, lictteu auch aiii arbras tsebi essen auf dusen tag augesetz.
" Überzug. Her Hans C'asiier von Bubeubofe», der «aß /a duscr zejl pfleger hie, versamlet t^icb zu roß und l'aU in den lierscbaften , die kaniea in der iiadit her bey tauset maiiuen, und nni inurges fru Kodi er uuü, was auf denselben lag ain groß regennetier und fast kalt. A1& der zewg gen Bibracb kam , da was Veit vun Rechberg zu Walstetten dieselben nacht zu Kuckcnburg gewesen, der hielt red mit her Haus Caspur ulU ain Trümer, guter naucbbawr, baydeu taylen zu gut die saub zu friden stellen. In mittler zejt kamen y.weu des ratz von Ulm mit grosser eyl adi von fiids wegen. Die fuer Personen wurden der sach aynU mit aiiiandren, wendtent den zug zernidi, wart der marckt ach nit gchallen und hiiifuru am^h.
Galgen. Darnach lieli der abbt niu galgen zwisuhcn Ingstetten und dem i'.loster aufrichten. Also die berscJint't und die von Weysseubom zugen bey der naclit binaub , etlich t'ur das düster, sagten dem Wächter an, man were da, wollt den galgen nlderbaweu. Also waren etlich, die betten segen und segteu am galgen, ctlidi mit axsten hewen darein, also wart der galg nidergefelt. li^r ful so hart, das er noch nit aufgestanden ist. KU was ain ncliig ding dem gotzbauU, marckt, stock und galgen, eQ kunt der abbat st'in gelt sunst nit verthon haben. Bumma eti was eytel neyd und haÜ und huffart, wült Weyssenhorii vertryben haben.
Von ainer schwellin. Noch aynC, bald darnach ließ der abbat ain schwellio oder ab- laß im ried bei Ganhertzbofeii in seynen medern machen mit gros- sem, starckem holtz und wol und lief eingraben, damit er seine meder knnte wesseren. An nnsors hencn fronieichnamstag, ojß maa mit dem bochwirdigen sacrament um die statt gaut, waU kein nasser in der Rol, hett kain Huli, E& bctt yedermaii ain verwundren, wie eU zugicng, das kein lluß, noch wosser da were, schicket eylets
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aaß za erüaliren, da fant man des gemecht and schwellin. Also zoch man abermalß aoß und zerbew und zerruß das gemecht anß dem gniDt, kaln stock bey dem andren gelassen, wart niehts wey- ters darwuder gehandlet. Darnach wart der abbt und Jacob Fncker, unser p&mtherr, za Aagsparg darch aynen vicari, mit namen ma- gister Hans Alletzhein, gericht und vertragen aaf ain end, thcten aynander za bayden taylen lieb und dienst, schenckten ainandren wein and fasch für und für.
Anno domini 1512 kam Walther Echinger her, barger zu Ulm, der bett Ulrich Fuckers tochter zu aynem weih, der verwaß die rogtei und casten, understuiit [E 40] sich ful hendel zu rechtfertigen und m üben wider die von Weyssenhoren, er möchts aber nit erheben, wart aaf das lechtz fast gut, hette gcren das übel gestraft, saget, wollte man die lewt umb ihr mußthaten umb gelt strafen und von jnen nemen, so sollte man mit demselben gelt dye dyeb und flbel- theter ach strafen, wan er lenger hie belyben were, hette er dye dyeb gemindert. Er was ain ursecher mit sampt her Hans Casper, pfleger, das ain jud gen Gravertzhofeu gesetz wart 10 jar, geschach dyenen von Weyssenhorn zu lieb, dan sy wollten kayn Juden im burgfrid einnemen, da namen die zwen gelt und schenck, setzten den jaden an das ort.
Barchat schaw.
Anno domini 1516 ward die barchat schaw hie angefangen, die weber warden nit fast reich, verdarben ful. Darnach anno 1521 da waren lutzel weber, die da wurckten, für oder fünf, an die schaw, darnach ward eß ain wenig besser, angesechen unsere herren, die Fucker, verlegten die schaw mit woll und namen den barchat allen an.
Wan des new schloß bauen ist worden.
Anno domini 1513 ward des new schloß angefangen und ge- hauen durch schaffen, heyssen kuniglicher mayestat Maximilian, wölt sein lust da haben, als er gesagt hett, wie wol er lutzel darein kam '. Auf das letzstmal was er am newen jarßtag zwo necht hie, darnach kam er nit mer her.
1 A was fuUeicht treymalen hie.
Von aynem dyeb und r
rdor.
Anno domini 151S an der herren faßiiacht zu nacht, am 15 1 Febmani, brach ain dych zu sant Lenhart in den kor durch aia fenstei- hinein ob der sacristey, der hett weyb und kint zn Feringen, der hett zway scliloU an dem stock erprocben. Er wollt ain liecfat anzinden, zoch die ampel nider, dB erhöret der ineUmer des red- lin, dardnrch des sayl an der ampel gat, und lief herauf, da sach er, daß des glaß erbrochen was, gieng in der stuU in das siecli- bau&, sagotz an, darnach etlichen zu Hegelhofen, dieselben bewar- , ten die kirchen in stnl, damit dvv dych nichts höret oder mercket. Darnach lulT der mesner herauf, sogetz Walther Ecbingem und bar- germayster an, die eylten bald hinab, Hessen die kyrchcn anftbÜD, Bachen sy nycmetz. Er, der dyeb, was hinter den altar gangen, er hett weil lewt gehOrt , alß er mir muntlich saget , hette aber ver- maint, eß giengen erst die panren von dem wein haimbin , hette also ain weyl wOIleu verziecben, büß des fnrgaun ain end bette ge- nomen. Die oberkeyt hielt red mit im, er süllie mit lieb auß der kirchen gaun, das wollt er ntt thun, da uam man in mit gvvalt her- Boß. Do man in fragen wart, bekennet er etwan ful mord, die er gctban hette, ach andren geholfen, insunder bekennet er, er bette ain frauen im Eschacli, were von Weysscnhorn außgangen, hette wollen gen lllerberg gaun, ermordet und sy dasL'liist begraben. Man füret in zum andren mal liinauß auf die walstat, wie er anzayget, ließ da graben , fant aber- nichts. Er hett wuiiderberlich sacbcn thon, die nit ful menizen wüsten, dünn got und ich. Er bekennet, er hetle ob funfzug stocken prochen, hett vor[F. 4I]nialß sant Jacobs* stock zwaymal ach prochen, wan im auf das mal die sach geraten were mit sant I.enhaHz stock, hette er woll 12 ^ li. darvon pracht. Item zu Geriehofen bei AuFTen stuut ain wagen in des wurtz stadel, fant er in eynom tricblin fuerhundcrt gülden au mflntz, die stal er, uiiderstunt sich mit demselben gelt in das Elseß zu zieclien. er kam auf den Schwartzwalt, gab er das gelt aynem wart die nacht zu hebalten, am morges fru gab im der wirt das gelt wudei*. So- bald er auß dem hauß in den walt kam, eylet im der wurt selb- ander nach, iiam im das gelt saaber, ließ in laffen, er hett etwas von lii gülden von dusem gelt, verthou. Ich fraget Michel, also
1 A noch : EU ssDt Lienhart^o.
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hieß er: »Warumb hastu den wart iiit verklagt, so da in kent hast?« gab nur zu antwart, er bette sorg gehapt, er were acb ge- fuigen worden and gefragt, von wannen im das gelt komen were. Also ward er bie aaßgescblayft and mit dem rad gericht and dar- auf gelegt.
Wan knniglicbe mayestat Maximilianas gestorben ist.
Anno domini 1519 am achten tag der beyligen trey kanigtag [13 Ja- nuar] da ist gestorben der allerdarcbleichtigst , großmecbtigst farst and herr Maximilianas, erwölter römischer kayser and ertzherzog za Osterreich, gestorben za Weiß and ist begraben zu der Newenstatt in Osterreich, da vormals sein matter begraben ligt. Man hat yeder- man in seinem *, da er gelegen ist, lassen cingaan, ist sein geschefft gewesen, got sey der seel gnedig and barmhertzig. Amen.
Von herzog Ulrichen von Wartemberg.
Sobalt herzog Ulrich von Wartenberg inen wart des absterbes des kaysers, ließ er in besangen za Stagart, and aaf denselbigen tag zocb er aaß and berennet die statt Reytlingcn, bevalch im von stont nachzaziechen, and belegert die statt and gewan sy halt. Do iieng sich sein nngelick an, er wollt die stat nit wader dem rtych geben, woltz far ain aygentham haben, nam darin, was im gefiel, fieretz hinweg. Alsbald vcrsamlet sich allenthalben der schwebisch bunt wttder herzog Ulrichen, kamen zway fenlach knecht vor fasnacht [6 März] her and ein fenlin gen Bobenhauscn nnd Ganhertzbofen, ain fenlin gen Pfaffenhofen, lagen hie biß in die tritten wochen, zagen darnach in das lant Wartenberg, am ersten für Haydenhaim, dar- nach far Göppingen, namen das gantz land in ayner knrtzen zeyt ein, hetten von niemetz kain widerstant. Der herzog hett hoffnang auf die Schweitzer , die het er bey ihm , sagten von 20 tauseten, sobald sy den solt einnamen za Blaabeyren , zagen von im hain, da rat er auß dem lant.
Wan kanig Karolas za romischem kunig erwolt ist
worden*. Sobalt das lant Wartemberg eingenommen wart and gewonnen,
1 A: in seinem sterben.
2 Dieser ganze abschnitt fehlt A.
vei-sanilcteii sidi Uie Uiirfiirsleii uiid ander l'iirstcii zu Krankfurl, aytieti andren römisclicn kunig zu erwclcn. Da crscliinen oratores von wegen heivog Karcis, ertzherzog zu Osterrich, kuiiig zu Hyspa- nieii, deBgleklieD des kunigs von FrancUreicIis (H 42] oratores, die hatten, jede partey von ireü herren wegen, die kiirfursteii, ireii hcrren zu ayucm römischen kunig zu crwelen. Solang die erwolung xa Franck- furt weret, alle wl'jI lag her Jörg von Fraiiilsperg njit ayncm ge- waltigen liaufen kiiccht daselbst umb ain Reiiistrauni. Also wart Kai'olus zu aynem römischen kunig erwolt in scyneni abwesen, dar- nach kam er wqI alter aiii jar berauU gen Wurraß und gen Ach, ward er gekrOnet.
Wnrtenberg.
Nach sant Jacobslag [25 Juli] kam herzog Ulrich waderumb in das lant, nani ful slött und sclilos wudcrunib aiu, sobalt versam- Ict sich der bunt, vcrtrubcii in ball aiiU dem lant.
Darnach im wiutei' kam sein Eun her, etwas umb 6 oder 7 jar all, belub ubernacbt bic, den fieret man hinein gen Inßbrnck. Es bet der wirt, Dycpolt Sciiwartz, ain Jungs leinlin , damit hett der jung fuFBt ful fred dieselben nacht, am morges helte er es gerea mit im genonien, des wolt man im nit lassen, da bevalch ers dem Dyepolt Schwnrtzen hoch , vr sollte dem lemliu gnug zu essen ge- ben, wan er wider kerne, wollte er iniß bezalen. 0 du unachuldigs, Jungs blut!
Anno domini 1521 am heyligen tag zu weychennachten was ea 80 warm, das etlich in der Rot batent von wundere wegen. Es lag ach denselben winter nie kein rechter scbnee, wart ain frucbbar jar, es tunder ach denselben sumer gar schür nichts. Es galt ain ymo rockes umh Martini [II Nov.] ain halben gülden nnd 1 ^ h, der wein schlug in der fasten auf, ain maß 9, 10, ach 13 pfenning, do der new wein wart, galt die maß d, 6 pfenning, fast gut wein.
Von ainem todachlag.
Anno domini 1521 vor faßnacht [lOFebr.] heschach aiu todschlag zu Obenhausen im wirtzhauß. Nun hat der malefotzhandet ahvegen gen Weysacnhorn gehört und her gestraft worden. Understunt sichCun- rat von Rot, dem was Obenhausen verpfant, und strafet den male- fdtzhandel und todschlag, nam gelt von dem theter, der was von
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Dyettertzhoffen, der hyeß Blasias Mair, der maynet, er were ver- tragen und gencht, sein sach stient woU. Denselbigen iieng man in seinem baaß und fieret in her. Dargegen nnderstant sich Conrat TOD Rotz snn, Heinrich, ficng etlich panren auf widerstellen. In der ästen ließ Jacob Fncker alß ain pfantherr Weyssenhoren aynen nysigen zeng in der stnll samlen, ritten nit herein, theten aber bey nacht botschaft herein, da müsset ycderman eyletz auf sein, zagen hinanß zu dem raysigen zeng und fnlen zu Obenhansen in das dorf, fieogen etwas am 20 paaren. Die faeret man her, thegetz in ain fortzbanß. Alß die im schloß zo Obenhansen des gwar wurden, schössen sy nnder die nnsern herauß, aber die unsern trübes von stant mit irem schiessen von irer were, die unsern sagten, wan sy bevelch gehöpt betten, wollten sy das schlos wol eingenomen haben. Damach ließ man die gefangen wader haim aaf widerstellen. Inder- seiben nacht wart ich von einem rat beschickt und mir bevolchen, das ich dem armen gefangen [E 43] Blasio saget, das er sich zu gott schicket, dann er muste sterben. Das thet ich, am morges versach ich in mit dem hochwirdigen sacrament, darnach schlag man im das haupt ellendklich ab, die weyl er niderfael, bettet er mir noch ain wort im glauben nach verstentlich , also hew er im das haupt h'gent vol ab. Darnach wurden die panren widemmb gemant umb die atzang, das wollten sy nit thon, dann ir Juncker hetz inen ver- botten. Da leget manß widerumb all zusamen in gefencknnß, woll- ten sy hcranß, musten sy die atzung verbürgen zu bezalen. Do sy haim kamen, fieng sy Cunrat Rot wider, musten im schweren, die atzung nit bezalen. Also stant die sach, büß man zelet 1522, wart ain tagsatzung vom regiment zu Inßbruck gen Ulm gesetz, da wart es gericht, (wusset nemetz, wer die atzung gab). Cunrat von Rot der sollt sein leben lang oder, solang er Obenhausen inhette, den maleütz^ haben und denselben zu Obenhausen biessen. Eß was die sag, des regiment hette die atzung bezahlt.
Von den Turcken, kriechischen Weyssenburg.
Anno domini 1521 in dem monat septembris der turckisch key- ser für kriechischen Weyssenburg, belegertz auf dem lant und wasser mit ful schuffungen , das ist auf der Saw , wirt die Donaw
1 C noch: daselbst und zu Dieterzhofem
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genant, iäl iiorsoulich rla gewesen. Dassclb ward im verrctcriacli eingeben von zwaycn bauptmenneru , die das schloß inhiclten, mit namen ain her von Uedorfar und Turckwaüandt Das schloli ist alweg wol bevrarl gewesen, wan nichts sonders von kriegsleffcn ver- banden ist gewesen, so ist es wol mit 200 mannen besetz gewesen. Das schloß hat 20 bastcyen gebapt nnd in yedcr 20 man, on was die zweu bauptman für sich selbs gebapt baben.
Hai
[itlewt.
Desselben jars am sampstag vor Mario Magdalenc (20 Juli] kamen ettich hauptleyt her als her Jörg von Fraintsperg, der lang Caspcr, Jörglin von Ki'umbach, Hessen umbsdilachen , zugen zway fcnlach hinweg, kayser Karolo zu wader den kunig von Franck* reich.
Von ay ncm sterbet. Desselben jars gegen dem herpst Heng eQ hie an zn sterben, am ersten" m Gravertzhofen , darnach in bayden forsletten. Es stürben lutzel in der statt, ob stürben etwas nm bnndert mentzen, jDDg und alt in der gantzen pfarr, boret auf urab Lude [IS Deü.], aber sunst in allen landen starb cQ fast.
Von herzog Ferdinando.
Anno domini 1?>21 am suntag nach Martini [17 Nov.] da ritt Kerdinandns, erlzUerzog zu Österreich, hie durch die statt, stunt aber nit ab, het bey 400 pferden hey im und 2& wegen wol be- laden , was die sag , er tieret ain mercklichcn schätz mit im anß Österreich. Man bestellet herberg hie, weit ubcrnacbt hie gewesen sein, was im gesagt worden, eß sterbe fast hie, thelz ayner, der dyeueu von Weyssenhoren nit ful gutz gunnet.
Anno domini 1522 nach der heyligeu trey kang tag |ti Jan.) ward ain grosse kolte nnd sebnee, weret büß nach unser frauen lag [25 März?], darnach kam gut wctter, galt der wein 5, 6, 7 Pfen- ning, 28 'S! scbmaltz für l gülden in der fasten.
[E 44J Von aynem dyeb. DuG jars an sant Authonis abent [Iti Jan.] wolt ain dieb den stock zu Gravertzhofen gebrochen baben, ward daran ergriffen, uam
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in aaß der kirchen, bekennet, er hette ob den hundert stocken anf- gethann, das gelt darauß genomen, darnach wider beschlossen, aoß- geoomen zwen oder trey, were im zu kurtz beschechen, das erß oit kunt beschliessen , er was ain Schlosser gewesen, hencket in an den liecfaten galgen.
Von dem grossen ketzer Martine Lutter.
Wiewol Martinus Lutter, ain Augustiner minch, zu Wittenburg, vor etlichen jaren sich hat lassen mercken in ful articklen mintlich and schriftlich , so ist doch söllichs nit so weytlef erschollen büß auf duse zeyt.
Anno domini 1522 da kam die ketzerisch handlung von im von tag zu tag herfur und ließ die im truck außgann in alle laut.
Wider denselben Martin Lutter erhub sich der cristenlich doc- tor Johans Eck zu Ingolstat durch vergunst und verwulligung des hochwnrdigeu fursten und herren Gabriel von Eyb, buschof zu Ey- stetten, zoch hin gen Leypsug. Da hielten sy ain Disputatz mit aynandreu, hielt im doctor Hans seine ketzerische artickel für, die er allenthalben het lassen außgann, der waren 104, die er im alle mit der geschrift vernichtet, erbot sich auf die cristenlichc uni- vcrsitet Bariß , wollte erß erkennen und disputieren lassen , also wurden die artickel und propositiones zu Bariß all ketzerisch, vcr- furisch und falsch erkent.
Aber Martinus Lutter ließ sichs nit bekumcren, fuor in scyncm verstockten ketzerischen leben, überkam von tag zu tag mer an- henger, gaystlich und weltlich, und insundcr in den reichsstctten Nuereuberg, Nörling, Augspurg, Ulm, Kempten, Memmingen, Eyßuin, Linden, Reytling, Costetz, Straßburg. Er kam am ersten mit aynem syessen ketzerischen guft, damit er die mentzen vcrguftet, darnach aber mit aynem andren , wie dan yetz das gantz laut fol seiner bucher und 1er ist, layder, dabei laß ichs belcyben, eß wurt ainß nach dem andren an tag kommen seine ketzerischen leren, darumb er auf das Ictzst seinen Ion (one zweyfel) enpfachen wurt hie and dort.
Vom abbt von Keyssen.
Anno domini 1522 nam der abbt von Keyssen den zechenden hie zu Weyssenhom wuderum zu seinen banden, wollt denselben
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ginttyner stall iiit iiier lassen, wie vormals ivol 34 jar sy in gckafft hellen, und ließ in selbs efnsanik'ti .uml fuerel dos koren alles gea Ulm in die stall. Ain rat liic kafTcl den zeclienden dem gniayuen armen man zu gul: wan ain aufsuhlag zu zoyten kam, gaben sy i desselb koren den armen, ach wan dn theuro kam, liessen Ky den ■ haber zu mußmcl macben und gaben in der wocben annen leuten , muli, samleten ach bey andren lenten gelt, sdimaltz, babcr, damit die armen nil bungcr stürben, gab yedem ajnen cysniii lütTel fül, was darzu gemacht. SöUichs botracbtet der abbt nil. Das ander jar verkafTel er den zechenden umb koren, samlelen sclbs nit, müsset man im das koreu adi gen Uhn autwurtcn,
Wan Rodus vom Turcken isl gwonnen worden.
Anno domini 1523 legert sich der tuitkisch kayser für die Stareken, vesle stal Kodiß sechs monal, nötet sy, das sy die sl&t aufgaben, die nam er ain an dem heyligcu Ug wcychennecblen, gott erbarmß und helf uns. Amen. '.
Von treycn fQrslen. Darnach zu oslren [5 April] zocli iifatugraf Ludwig, kurfurst, der liuscliof zu Trier, kurfursl, nnd dur landgraf zu Hessen zugenl sametlich wiider Frantzcn von Sickingen und seine belfer, gewun- nen inen 13 scblos ab, die zerruasen nnd verprennten. Frantz von Sickingen wart in seinem schloß , Landstall genant , zu todt ge- schossen. Er hei formalti furstcn, hcrren und sti-tten ful schaden nnd layds getban. Er understuut sich und belegen die stat Wurmß, darnach die mecbtigen statt Metz, darnach die statt Trier mit liers- kraft. auf das mal nam sein gwalt ain end '.
Wan der schwebusch bunt in das lant Francken ist
zogen.
DamacL corporis Christi [14 Juni] zuch der schweb I ) l
mit herskraft in das lant Francken und gwuiinen. zer d
J4 schloß, nemliuli Velborg , Bocksperg B Ib h
1 A hat bierniif: Darnnch douiinica oculi [8 Muri] ga!t i rockes lT','i Schilling, aia yme habera IS Schilling.
2 Der letita «atz : er uaderatuot — eud fehlt A.
59
•
Aicbliaoseo, Walbacb, Aw, ain stettlin bey Kutzingen, eingenomen nod nmb tMiaet galden gescbetz, Waltmasbofen, Cnortza, ain schlos, was Hansen nnd Jörgen von Thengo bey Wnrtzburg, Trnbach, irnglstein bey Hölfeld, keret Jörgen von Jncht za, alt nnd new Gtttenberg, Obrodt, ain bnrg binder Bareyt, Waltstein, Cattendorf, Spomeck, Weyscbseldorf, Wisdorf, Tagmersbain bey Keyssen, nit weyt davon Eyttenbofen, Absperg, Berttelsbain. Die 4 letzsten schloß lagen in fiystetter bistnmb, die ways ich wol, bin in etlichen gewesen.
Stewr.
Anno domini 1523 mitwoch nach Yiti [17 Jani] kamen zwen gesanten von herzog Ferdinande gen Weyssenhom , die beruften die berscfaaften Kirchberg nnd Pfaffenhofen her, begerten ain stenr von ynen, eß wart auf das mal nichts daranß, zagen wuder hinweg.
Etwas von Wurtenberg wegen.
Damach nativitatis Marie [8 Sept.] kamen aber gesant, be- gerten wader ain stenr, nnd darzn sollten die gemelten herschaften herzog Ferdinande schweren und huldigen als dem gmnt- nnd erb- herren, sollten auch schweren, was dem lant Wirtenberg zustiende, demselben beystant thOn. Das begeren mit Wirtenberg wollt man nit thon mit nichten, wart auf dnsen tag aber nichtz daranß. DaN nach in achtagen kam ayner von Freyberg her , demselben schwur man an stat herzog Ferdinandus und verwilligten in die stewr, gab aber auf das mal keyne, und Wirtenberg liindan und außgeschlossen.
Lutter.
Anno domini 1524 da man Martini Lutters ketzerischer säum, den er allenthalben seyet und außsprenget, fast zu an allen orten mit flaischessen und ayren in der fasten öne alles [E46] entsctzes, eüich nur ainroal beichten, etlich gar nichtz, etlich wollten das hoch- wurdig sacrament under bayderlay gestalt haben und enpfachen.
Vom pfarrer von Leyphain.
Der pfarrer zu Leyphain mit seinen anhengem hielten sich zu- mal übel und irevelich: sy namen die bildnus unser lieben frauen TOD dem altar, das henckten sy unden an den predngstul, die bild«
nuSBon der 1 kot, 311 saut
: butleii trugen sy aulS der lärchen , tralcDS i UiU'xlag [25 April] theteii &y kain kreutzgaog.
Pfaffen,
, uuDCn.
In dnsen jar iiamen ful i>faflfen und minch weyber, desgleichen die closterfrauen man, Icrnctent liflotworck, gaben pfarren und pfrön- den auf, vernueiion sich ires ampts, dargegen understunden sich etlich grob layen und pauren gaystlicher und crislcnlicber Ordnung alä predigen, taufen und anders.
Leyphnin. DnlK jars an unsers horren fron 1 eich na ms tag [2ii Mai] verkün- det der pfarrer zu Leyphain offenhch an der eanl/ul, er weite liin- furo seyn leben lang kain kelzerische meß mcr haben, wie er vor- mals gethan hctt, und wan eß nit wider bricderliebc liebe were, wollte er geren , er hotte alt ful mentnen umbracht, alß fal er messen gehalten hettc. Als er von dem predigstul gieng, fiengcn aeyne anbcnger des lobgesang tedoum laudamus anzesiugen, dar- nach leget er ful partickel auf und cunsecrieret die üne alle cristen- lichc Ordnung und der kirehen prauch und saget zu dem gemaynen folek, wer das sacrament under bayderlay gcstalt cupfachcn wöll, der gang her zu dem altar, also enptiengcns ful meut;tcn. Darnacb nam aiu seherg escbay, mit namon Thurenbeck , ajn partickel in sein haut und gAb denselben dem pfarrer'. Das sent die frucht, die nuQ des Lutters säumen komeu und wachsen. Es viu'i die sag umb Jiartbolomei [24 Aug.], die von Ulm hettent dem pfarrer daseibat außbotten, aber mir saget ain frumer briester, er were nie auß der statt komen, was ain spiogei fechten. Ks waren sunsl frum, redlich, cristenlich briester da zu Leyphain , mußten sich groß leydou und gedult tragen.
Mürck auf, du loser!
Die leser iiiid zuherar raöcbtent verwundrcn oder nagen: «Wie
kumpt US, das du ful schreibst von andren leuten, wie sy sich halten
im glauben und cristenlteber Ordnung, und meldent nichts von Weissen-
boren, ob der säum, den Martinns Lnttcr allenthalben nußgestreut
1 Ä DOch ; hatz selbe nit wüUen c
61
bat, nit zu euch komen sey, oder sonst so gut, fram, fest cristen mentzen da sent.« Antwurt, eß ist nit ain nnzimliche verwnndrnng von mir, möchtest ach gedencken, ich were ain henselin, ain sup- penesser oder liebkoser. Damit ich aber aaß sollichem arckwon kume, bedanckt mich, [E 47] mir seyen nit gar glaßlauter und sehen, angesechen, das vor dnser ketzerei und bösem säumen so ain gehor- sam, cristenlich folck hie gewesen ist und noch ful, insundcr bey der oberkayt \ Es sent aber ful leichtfertiger mentzen , die mer ZQ dem bösen, dan zu dem guten genaygt sent. Des Lutters säum bat sich mermals erzaygt, were geren aufgewachsen zu volkumner fracht, hat nit mugen sein von zeytlicher forckt und straf wegen der oberkayt, wa dasselbng nit gewesen were, so hette der säum des Lutters uberhant genomen. Eß understuhden sich etlich gott- loß lewt, was sy künden und möchten, die briesterschaft zu scbme- chen und sehenden mit schantlichen liedern zu singen auf der gasseu vor den heusem, sich an söllichem nit benflegen, sunder got den almechtigen,' dergleichen dan nach Ordnung der heyligen, cristen- liclien kirchen zu weychennachten , so man das newgeboren kindlin erct mit sundrem gesang lateynisch und teutz, desselbug verkerten sy in das allerschantlichest, trüben iren spott daraus, alß des >puer natns resonet omnis mondus,« und andre lobgesang. Desgleichen den bapst, cardinel, buschof, briester, minch, nunnen auf das allergröbest gescheut. Da dieselben iren mutwillen wol verprachten, schant und Schmach woll an tag kam, da verbott maß, nit mer zu singen. Also lieber leser und zuhörer, vernem mein antwurt im besten, du kanstz selbs wol rechnen, was gutz darhinder ist, sagß aber nit von mir, die von Weyssenhoren möchten mir ungunstig werden, wan eß besser oder beser wurt, wul ich duß ach zuschreiben.
Wie das wetter in den kirchenturen schlug.
Anno domini 1524 an sant Peters und Pauls tag [29 Juni] nach mitten) tag um 4 ur schlug das wetter in den kirchenturen ebnen in die helmstang durch ab und ab. Der streich kam an zweyen orten bey dem fronaltar herauß, ging ach durch die behaltnus, darin das heyltumb und clainhat staunt, und besenget die grossen mon- strantz und ain cleyne, desgleichen das groß kreutz, beschach aber
*
1 A noch: mit dem gotzdienst, kirchengaun, prediggaun, opferen.
dem hcyllliumb nichls, uß beseliget ain tlugel an der iatel,
Wan die zwo brücken gewölbt send worden. In dusem jar wurden bayd pruckon vor den thoren gewelbt
und guinaeht.
I, n 1 1 e ri s c li, EL nam ach des lutterisch und kclzeriscb wesen zu Ulm and
andi-rstwa fust zu mit luer anhangende ii artickk'n, dan am ersten, anguspcben das Uoylig sacramont etlivli wollleii in baydertey ge- ^talt liabt:n und en|ifadien. Es wülttn acli fnl iiii mHir beicbtcn dan ain mal, utiicli gar nichts, sagten, sy bettent golt, ireni Kdiegifer, beichtet, were kaim iif^ffen schuldig zu beichten.
Schelmen gart. - Do man zu Ulm ineu das sacrament nach irem beger nit wolt geben, stürben sie dahin öngesaltzen und gescbniall^^et , wollt man dieselben nit in den kircbort graben, da verordnet man aynen gar- ten, darein grub man sy, mechtug burger und pfatTen, ain grosse menig ön zale '.
[E 48] Anfang und aufrur der jjauren.
Anno domini 1525 crhnb sich wunderberlich ding in tenlzen landen * under dem gemaynen folck nit allain im glauben , sunder in unkorsame und wuderwertikeit, yeder gegen seiner oberkeyt und herscbaft, und wienoll vor etlichen jareu, wie dan doctor Vergeu- lianj. VQU Tübingen in seiner cronick an/aygt , schier dergleichen ain erberung und aufrur un etlichen orten von dem gmaynen man, nemlich umb IVucbsel und Speir, die sidi uuderstanden hettent mit etlichen artickleu wuder ire oberkeyt , <loch dieselben irtumb lialt abgethon.
Ach in dem vergeuden jar auno 1524 am Schwartzwold und im Klecka die pauren sich ach wuder ire herren aufrur gemacht, doch alles hingelegt.
1 A darein begrub niantz, elUdi treHenliuh, namhaft leyt, ach ain verlegnet.en, reidien, ketzeriacheu pfaHeu.
2 A JafQr : nit an nyneiu oder zwuyeo orteu, Bondern im gantzen teuiMto laut, littel auagouomeu.
G3
Aber iu unser geget so ist sölliche grosse aufrar auf duse zeyt nach weychennechten angefangen worden.
Der aufenger duser aufrur.
Der anfänger duser aofrur soi ain schmid von Salmingen sein gwesen, und sich zu Waltringen angefangen, haben sich die päuren zQsamen tbon, von tag zu tag gemeret, zu zcyten 50, 60, 100, ge- sagt, sy wollen ain gute geselscliaft mit aiuandren haben.
Versamlung der pauren.
Damach versamleten sich die pauren dergleichen ach zu Yller- thossen, im Allgew, zu Krnmbach, zu Ycttingen, zu Leyphain, zu Naw, also theten sy in allen gegeten und landen.
Rockenburg.
Item am 18 tag Februarii versamleten sich etlich pauren und hindersessen, so dem gotzhaaß Rockenbarg zugehörig waren, hie zu Wcyssenhom in aynem wurtzhauß , betten ayn gesprech mit aiu- andren, alß ob sy mit aiuandren triucken. Da machten sy ain an- fang ireG Unglücks. £ß suchet ain häuf bey dem andren rat, wölche nit mit inen wolt sein, den wollten sy die gmaind verbieten, pfel far die liewser schlagen und vcrprennen, und welcher in ir bruder- schaft wollt, der müsset 2 kr. geben einzuschreiben.
Clag und furnemen.
Am ei'sten was ir clag und furnemen gegen iren hcrren und oberkayten , sy wcren beschwert mit diensten * und der laybaygen- schaft. Davon fuelen sy gantz und gar, kam in sy der gayst (ich main, des tewfels gaist), wollten das evangelium und gotzwort auf- richten, des lang ander der banck [E 49] gelegen , das wollten sy hcrfurziechen.
Die paaren an ful orten giengen zu iren pfarrern, sagten, es wcre yrer obrer maynung und schaffen, das sy das gotzwort lauter und dar im gayst sagten öne alles mentzlichs zuthon, lauter und dar nach dem text, sagten zu ynen, wellten sy nit mit inen heben Qnd legen, das sy dan von den pfarrcn und pfronden zugen. Sy
A noch: mit der gult.
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wollten ach an ful orten die kelch auß den kirdien ncnien, tbetentz aclt, rüsteten sidi mit dem gelt. Wa die hirchen gelt Lcttcnt, na- mcn sy, wa 8f iti dOrfern gut gniainden liettent. die versetzcnteDt s)-, immen gelt darauf, waren gwaltug. Sy erweiten under iren tiaafen hanptlewt, rct, artiukolierten , wie sy ir regiment wollten halten, schickten ire ret gen Ulm für die ret dea schwebischen bunds, liyeiten inen ir famemen für. Die hündischen ret Eocheu die sach anf, solang sy mochten und kuuteii , risubtetent sich in mittler zeyt ach mit der gegenwer, Jiiu die paureu waren fast starck an allen orten versamlet, eli was ach not. Fürsten, graven , pre- latcn, der gemain adel handleten mit Iren underthauen, verwiüigeten sich, inen brief und sigel zu geben, das sy stull sessen unddahaim belibtn, was dye andren paaren zu wegen precliten ' bey dem schwe- bnachen bunt, dasselbug wällten sy inen willieklidi ach nachlassen. Etlicb paureu umb uns nainetz an , fuleu gleich widerumb davon, wCllIen kartzab aygen herreu sein. Auf sOllichs zngen die edelleut, was nit gnl, fest sutz betten, davon an ir gwarsam, desgleichen die jirelaHn auß den clostem , die briester , yder au sein gewarsame. Eli waren feine buberlach. Die paureu verBamleteii sich oft in iren legem, wau sy etlicb tag bey alnandren waren, suhiektent sy ain- andren liaim und mußten ander wider koraeo. Eß waren etlicb hie und nit die minsteu, beltent aiu wol^efallen ab den pauren, rutten und giengen oft zu inen in ir leger.
In diser aufrur was grosser krieg im Welclisiant zwischen kajser Karolo und dem kunig von Fraiickreich. Derselb bct die slalt Bafey belagert mit grosser lierskraft lauge zcyl, dagegen lag ain her des kaysers, darüber waren banplleut' her Jörg von Fraintsiierg, her Merk Sitlicli von Emß, Jacob von Weruaw, das sent hauptleut über den fußzeug gewesen, die farnemsten.
Niderlegung des kunigs zn Franckrcich. Anno domiiii 1525 am tag Mathie [24 Febr.] fro uberfuelen die keyseriäcben den Franlzosen in seinem leger und thoten aiu morcklJche, grosse schlaclit mit ainandren. Der kunig von Franck-
|
1 A noch: e |
were mit od |
|
2 A mit aan |
an grof Nicla |
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Jofg etc. |
aber den raysi^u zewg,
65
reich wart personlich gefangen, des thet her graf Niclaas von Salm niit seiner hant. £ß wurden sunst jung kunig ach gefangen, die bey dem Frantzosen im her waren, und sunst ful mercklicher und mechtnger herren, ach fursten, und dero ful, gefangen.
Ander knnig und fursten und herren.
Es wurden ach ajner oder zwen kunig, ain herzog von Lutringen, ander fursten und herren erschlagen, [E 50] etwas umb 5000 lantz- knecht, und ful mer Schweytzer ach erschlagen öne ander auß frem- den nacioncn und Frantzosen. Es ist nie erhört worden, das in ayner schlacht so ful kunig, fursten und herren gefangen und zu todt geschlagen sent worden , c^s da , von wenig folck , etwas bey 30,000 mannen gewesen.
Nach etlicher zeit ward der keyser und der kunig der sach ainß, ließ in ledig, setzet im der Frantzoß seine zwen sun und ander zu geysel, er hielt aber die ruchtung nit, zoch widerumb in das Weischlant für Mayland und ander stett, zoch ach in das konigreich Neapolis wuder den kayser.
Item am 18 tag Februarii versamleten sich die pauren auß allen flecken, was zu Roggenburg gehöret, hie zu "Weyssenhorn in aynem wurtzhauß, machten aynen anschlag und conspiratz.
Es waß die gmain sag und geschray, das der pauren allent- halben woll trey malen hundert tauset weren , versamleten sich an ful orten, doch die allererst versamlung was zu Baltringen in aynem ridd. Darnach versamleten sich etlich zu Ylerthussen, Baubenhausen, Leyphain, zu Naw, Krumbach, Pfaffenhausen. ■
Item duse nachvolgenden artickel zaygent an, was sy im sun Qud furnemen gehapt haben, und ach etlich erzaygt an iren aygnen herren , ir pflicht und ayd vergessen , denselbigen yre schloß und hehausungen , ach die kloster geplindert, verbrent, zerrussen und verderbt * •.
Die gruntlichen und rechten bauptartickel aller paur- schaft und hindersessen der gaystlichen und weltlichen
1 A für den letzten satz: Hienach folgen die waren artickel und fornemen der paaren , wie sys zu Ulm den reten des schwebischen bunds furgehalten haben.
2 Der abschnitt: item am 18 tag — verderbt steht in B als nach- trag anf dem ersten blatte der 12 artt.
Banemkrieg 5
I
66
oberkayten, von welchen ayaich beschwert Termaiiien', [E54] Item es was des geraein sagen, das in diisem aofrurygen liandel woll anJerhalbnial hundert tausset pauren umbkumen ivercn an alten orten, die köpf abgeschlagen und an die baumb gebenckt*.
B a B t e y. Anno domini 1525 um den auffertag [25 Mai] ward die wer oder bastey bey dem schloß geraaclit in grosser besorgnuß gegen die pauren, mir waren kain stund sieber, wollten allttig komen, sy ward in 14 tagen gemacht, der apt von Rockenhurg luch etlich stein darza '.
AU hie funslu
! Minster
worden
r gewonnen [E 62] AJn scltzemer hanili Anno domini 1525 am freytag in den fiertagen [10 M&rz], alD ein ersaraer burgärmaister nnd rat zu Weyssenhoren alle jar er- neuert, ir pflucht ledug gebellt nach altem berkomen und wuder- nmb von newem von der herschaft gesetz , nach ausweysung yrer freyhat und herkomon , so erwölen dann die newgesetzen burger- maister nnd rat nocb ander zwelf aaß der gemaynd zu ynen '. Auf
:kteB eiemplar der 12 artikel [Pantera ! gute abschrift denelben mit einleitung
r alfl nochtrag auf dem letzten als aacbtrag auf dem letitett
1 B bat hier ein gedm n. 2707, Sterns L, 12J, A ein und voll Htänd igen marginalie
2 Dieser eati fehlt A, in B steht i blatte der 12 artt.
3 Auch dieser abicbnitt ateht in E blatte der 12 artt.
4 Hier folgt in B die drucksohrift : Warhaftiger beriebt der wunderbarlichea handlung der t«uffer zu Monster in Westvalen, wie sich alle Bachen nacb eroberung der statt und iu der eroberung zuge- tragen, aucli wie alle handlung' ir endi*chaft genommen, Jobann von Lejden , künig xu newem -Terusalcm und der gantzen weit [dabei deüen bildnis] etatis 2a.
Wer >leb srhlkibt in dl ose r «elt Oott mshtat v«der gat nunb gelt AuO dim itnl wiit er rcratomea Bald muD st lagon mm bloagin.
Am ende steht : Amen, G. J. F. [8 blattet i'.] E hat eine ge- naue abichrift dieses bericbles ; in C. D , A fohlt derselbe.
5 A noch : wa eÜ die nuturft erhijsset , ynen hilflich und ret- lich sein.
67
dosen tag nnderstnnden sich fast der merer tay] der gantzen gmaind, wollten solliche wal aaß der gemaind aynem rat nit zugeben, snn- der sy wollten solliche wal des äusseren ratz selbs thon mit grossem geschray. Etlich ^ wollten mussug stanfi , nichtz wuder ajmen rat handien, ward ain groß geschray wader dieselbugen: man sollte sy über die leden hinabwerfen« Da redt herschaft nnd rat mit der gmaind * , das sy von sollichem furuemen standen , wan sy hetten söllichs furnemes weder gwalt, recht, noch fng, sollten betrachten der stat freyhat and altz herkomen und besigliten Ordnung halten, mit fal glimpflichen Worten ermanten (waG ach not). Auf söllichs er- manen und furhalten begerten die von der gmain an herschaft and rat der statt Ordnung ynen zu verlesen und hören lassen, das thet man, verlaß ynen ain vidimus. Demselben vidimus wölten sy kayn glauben geben , sunder besugliten statordnung hören , wollten auch zwen auß ynen erwölen, darzu setzen aufmerken, ob ynen dieselb statordnung recht verlesen wurd, wollten gantz kein glauben, noch vertrauen weder in herschaft, noch rat setzen mit ful ungeschickten Worten. Nach ful red gaben die von der gmaind aynen rat ver- walligung, zwelf auß ynen zu erwölen in den äusseren rat. Auf das wart von herschaft und rat ynen zugesagt, auf suntag reminiscere [12 März] sy die versugleten die statordnung zu heren, das beschach. Do crwölten sy zwen auß ynen, denselben zwayen wart die besuglet furgelegt aufzemerckcn, ob das vidimus und besuglite Ordnung gleich- formlich gegen ainandren sticnden, möchten kain einred, noch auß- zog weyter haben , bestunden fast wol liinder sich ^ An vorange- zaytgtem freytag erweiten sy auß der gmain 16 man, die sollten mit herschaft und rat handien irs anligends und begers halben. Auf suntag * nach verherung der statordnung begerten die erwölten 16 an herscbaft und rat underthenicklich (nit, wie vormals) ynen zu geben und erlaben, noch 4 man zu erwölen, das ward ynen ach zu- geben. Daniach am donstag [23 März] sassen dieselben 20 erwöl- ten in ir ret, verhörten alle, die sich vermainten» beschwert zu sein.
An demselben tag höret ir gwalt auf, handleten nichts weyter, an-
*
1 A etlich der gemaint, und der nit ful.
2 A noch : was sy yetz news anfachen wollten , des vormals nie erhört worden were.
3 A noch: wie pauren, die spieß tragen.
4 A stintag Oculi [19 März].
5*
es kamen andre grosse geschefft , wie hernach folget '.
Eß waren etwan ful grosser Lansen ', die rutteii und giengeu zu den pauren, wa sy versanilet waren, als zu Tussi'n, zu lugsletten, im sumpf za l.eypliain, hellen groß wolgefallen ab Hern treffenlichen, redlichen fnmenien der pauren, laß ich yet;! beleyben, wollt wol weyter anzaygcn, was sich verlaffen hat in dnsem handel ^
1d mittler zeyt und aufrur der pauren ward ain grosse versam- luDg des schwebuschen bunds zu Ulm wuder die unziemlich versam- lung. buntnuß und hrudersoliaft lier voran ge/aygten pauren*.
[E 63] Do liam Waltlier von Uirnhaim, pfieger zu Kurchherg und Wejssenhorn, auch hauplman des hunds, pracht au ayuen ersamen rat das begerens des scliwebuscben bunds, und wali des begercn, man sollte etlichen rajsugen zewg hie einlassen, yren pfenning zeren wn zeyt lang. Söllichs beger des waß ganz wuderwertng dyenen in der gemaiut, wöltens mit nichten zugeben, wollten ee groß thon. Item sontag leUte [26 März] was Walthcr von lürnhain wuder bis und begert aber die maynung, ward im aber versagt, also das er gleicL mit unwullen hinritt, zajgt mit Worten an, was gmainer stat
1 Ä noch: aie hettea fulleioht ireu gwalt sunst änderst erzugt.
2 A noch : hie.
3 A Ich wOlt wol weyter an«a;gung der warhait thon , wie man sich in duser auü-ur gehalten bab. ich möcbt aber etlich arctwenig machen im handel , die bd oft zu den pauren wandel hetten. [Daa folgende mit rother ttnt« gesell rieben.] Ersamen , weysen . günstigen herren burgermaiater und gantior rat , vermerckt und betracht dise handlung , die auf dusen freitag furgangen ist , ob nit aygne kunder, dochtenuen, vettern, acbweger etwaa fraintlicha furnemetz zu ewch ge- hSpt haben. Da apüratu der pauren ewangdium und ir liederliche liebe in Cristo. Ea möchte etwar arckwonen, man bette die pauren her- geladen, dns sy herkemeu. Ick hab detz mit roter dunten geachriben, damit das mana nit leaeo kunt, ich furcht mir darumb die redHchen paureageaelleu , das ay mier nichts thien, zwar sy babent nit ful ga- achrays darauQ gemacht , der handel ist an im «clba nit fa^t redlich und erlich geweaen. Günstigen, lieben herren, aeyt fucaichtig in ewren bendien, damit ir nit von den ewren «chaden und schmach erlaugt, straft die ewren bey Kejt, ubersecht ynen nit so ful , ir hapt gefeng- nussen gnug, land ay darin erkulen.
4 A dafür: in dnser aufnir und veraamlung der pauren an allen orten veraamlet sioh der achwebiach bund ach in grosser macht zu Ulm und andren orten wuder die iinximliobe veraamlung und puntnus der pauren.
69
geverds daranG erstaanen möchte *, was ach war , des beschach frn morges. ünder diem ampt arwayt sich ain rat fast mit der gmaint, das sy söUichs nit abschliegen, dem beger und aDbringen folg theten. Also verwalligten sich der merer tail der gmain, den zewg einze- lassen.
Ich yermain , das gott der almechtag snnder^ gottliche gnad ayner oberkayt hie zu Weyssenhorn mitthaylt hab, das sy solliche uDzymliche waderwertikeyt des gmainen folcks nider getruckt haben und za friden gestelt, dan wan etlicher furDen folg beschechen were, möcht daraaß gemainer statt grosser, mörcklicber schad erstanden sein, fuUeicbt ganz erstert und verderpt, leyb und gut verloren, also, so solliche bnberey nidergetrnckt ist worden und nit furgang ge- höpt hat, so ist gemainer statt groß lob, er verjechen worden von allen stenden des schwebuschen bunds.
Raysiger zewg.
Damach auf aftermontag, des da waß der 28 tag des monatz Marci, kam ain raysiger zewg her, 330' pfert, pfaltzgraf Ludwigs, kurfnrst, herzog Fridcricbs, seines bruders, herzog Ott Heinrichs, und herzog Phylips, seines bruders sun. Derselb zewg belüb hye büß auf freytag darnach [31 April], da kam ynen botschaft, sölten eyleds dem bundischen häufen zu ziecben, dann der bnnd was mit herßkraft verbanden, zugen auf Echingen zu. Die bauren betten ain leger gemacht bey Talln^Assingen , da ist ain groß, weytz moß, darin enthielten sy sich, wollten da das evangelium und den newen glaben aufrichten. Es wart zu den pauren in ir leger mit schlangen- buchsen geschossen, aber nichts entlichs geschafft, wurden pauren allenthalben erstochen, wa sy ainen buntischen betraten, erstachen sy ach*.
Auf die zeyt was ach ain versamlung der pauren zu Ylertussen bey sechst ausenten , die schickten ain brief her gen Weyssenhorn, gleichlautent von wort zu wort, wie hernach volget.
1 A noch : man mochte herkomen mit gwalt, aufschliessen die statt one Schüssel, und dergleichen wort.
2 A 830, D 844 pfert.
3 A für aber nichts — sy ach : kunt ynen schaden thon, dan was underwegen erwust wurd, die zu den pauren oder von ynen wollten, erstach man , deßgleichen wa ain hündischer ergretzt ward , müst er aach anrayhen.
Da merck!
■Der zedel fuge mir ewcti zu. ainem ersamen rat, burgermaister und erwurdigen rat und erbi-o gemaind zu Weyssenhorn.
Aiiiem ersamen burgermeister , wa ewpv raaynniig were, das tr wollten in Aise crisienticlie veraynigung duser lautscLaft, so ßudet ir unß auf morgen versamlet zu Ylertusseii, ilas fuege mir ewch zu in bruderlicbei- lieb und gutem vertrauen , das ir mit unli wellen taylen, wie gut bruder, nit me, dan golt sey mit und allen.«
Du leser, iu duser gesclirift mag bedacht werden und gearck' wont, Bo etlich von Wej'ssenboru bey )*nen vorraalD gewesen sind. wollen gunsl, guten wullcn finden und erlangen mitynenza besehen, ach vernierckt in duser gcsuhrift, was grosser Vernunft bey duser versamlung ist gewesen '.
Alß die pfaltzgreK sehen am fre3tag, des lelzstentags Marci, fra hinweg zochen, sobald sy auß der stat kamen und noch im Esdiacb hielten, da ward ain lerman und aufrur in der statt, gesagt, wie die paurcn aber den Galgen[64]bergabherKugen, wart die stürm an- geschlagen, wart ain grosse forcbt in menicklich, angesehen, das wir mit niemelz args ze tlion betten, noch mit den nacbbauren aynicber- lay ze hundlcn, dan alU gutz. Es waß ach nirhlz an der sacb, wa& niemetz verbanden, des waU fast not, dan kain Ordnung was ge- macht in der statt, waren die buchse» nit gerust. weder bulfep, stain, noch wer versorgt; wo der lermau nit beschehen were, helle man noch sobald kain fursorg betracht und geordnet. Aber der raysug zewg angeschlagne stürm borten , schickten sy etlicJi pfert bindet' sieb berfin , fragten, was sollicbe stürm und aufrur were, wan etwaß not verbanden were , wollten sy wider zu uns her- ein zu linlf komen , wiewol sy beschayd betten zu dem bunt und
1 A für diesen aatz: Auß diaem zuBchreiben mag man wol arck- won nemen, bo vormala etlich «uß WeyDeuhoro ujemialü bey den pau- reo gewesen waren , so haben fnileicht die pauren vermaint , wan ay biirgermniäter und tat so fraintlich auhreyben und ynen »o gnedig aein, ey autienenien in ir lobliehe bniderachalt , eo werden «y tto Bein mit ynen unglichhatt werden an er und gut. Wan die pauren als ge<ohiokt in yren rüten geweaen sinf . aU in irem scbreyben . so aint Bye freya buberlach geweaen, aj haben großen vleyß ankert, büß sy den brief ordenlich gemacht haben.
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hänfen reyten. Die oberkeyt gab ynen beriebt , wie ain vergebne aufirar beschechen wer, mit erbottung aller underthenikeyt gegen pen zu bescbolden.
Ee nnd in yrem abscbayden sagten dieselben haptlewt nnd adel dynen von Weyssenhoren grossen, vleysigen danck, wollten sich das gegen ircn gnädigen herren beremen und ansagen, wie sy zu Weyssen- horen so erlich und schon gehalten worden weren ^
Am donstag [30 April], dieweyl und der raysug zewg noch hie was , kam ain mnssnf oder brief von Leyphain an aynen rat, wie ji^n hernach volget von wort zu woit:
Ain brief.
»Des häufen häuptlewt und obersten zu Leyphain den ersamen, weysen burgermaister, rat und gemaint zu Weyssenhorn, unsern lie- ben frainden.
Gnad und fnd von Jhesu Cristo. Ersamen, weysen, besundem lieben, uns lauft an, wie ir unser feint in ewer statt, die uns dan schon angriffen und ain post nidergelegt enthalten, deßhalb unser fraintlich butt an ewch, woUent sollichs ewer gemaint anzaygen und sy nit lenger enthalten , wa aber nit , werden wur geursacht von stunden an unß dermassen gegen ewch zu schicken , das ewer ge- maint erfared so], das unßwydersey, dan wir heren, wie es wuder wujBsen und wullen des gemaynen manß tbön hatten, und last uns wuder antwurt wussen, uns darnach wessen zu richten.
Datum Leyphain, donstag nach letare anno 25 [30 März].
Nach vcrlesner mussuf ist mit dem hotten geredt worden, das er sich flux hinweg mach, ward ynen ach kain antwurt geben*.
Wie die pauren außzugen.
Samstag darnach , des ersten tags aprilis , zochen die pauren
*
1 A noch : Eß kam darnach ein edelman her, was zu Haydelberg dabey gewesen, daß die hauptleyt und adel dem pfaltzgraven angesagt hettent, wie nnd in welcher gestalt sy zu Weyssenhorn gehalten weren worden. Des saget der edelman dem burgermaister Diepolt Schwartzen. Eß erfand sich auch an dyenen von Weyßenhorn, die gen Franckfurt ZDgen im glayt, die sagtends hie der oberkeyt und gmainen man ach an, wie sy for ander gehalten worden weren in des pfaltzgraven glayt.
2 A noch: Auß dem schreyben mag man wol mercken, wie sich die gesellen von Weyssenhorn, wan sy bey den pauren gewesen sint, gehalten haben und geren venantzt betten.
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mit aynem grossen gwaltagen hänfen zu Leyphain aas, zngen Wil- halm Rietter far sein schloß Bachel, das plinderten dasselh, namen buchsen, bulver, alles, des da waß, errnssen and erschlagen, was sy mochten.
Das erst begeren.
^ Etlich paaren zagen in das Bibrachtal, der groß haaf zoch genPfaffenhofen', schickten etlich, trey oder far, aaß jnen her gen Weyssenhoren far das ander thor, begerten an die oberkayt, sy ainzelassen, essen und trincken amb yren pfenning geben, mit fal andren Worten, ward ynen abgeschlagen and verzagen.
Das ander begeren.
Za dem andren mal schickten sy ander aaß ynen far das ander thor, begerten, man sollt ynen hinaaßgeben, was der apt von Rocken- borg , ach alle priester and fremt ' in die statt geflöchnet betten, das were ir begeren and maynang. Das begeren ward ynen ver- zagen and hindangewusen.
Nach dem anbringen and begeren, das sy gethan betten, erhaben sysich^ erschlagendem wart zu Pfaffenhofen die fenster, ofen, was sy kanten ^ [E 65] Damach zagen sy gen Autenhofen, der pfarrer zu Leyphain gieng personlich in des pfarrers hauß, müsset im ain geschmaltzgetz brot machen ', darnach ließ er alles, was im hauß waß, hinweg tragen, das ander alles erschlagen und verderben, wolt ach das pfarhauß nidergeworfen haben, erbat in ein weyb, das erß ließ staun ^. Darnach kamen etlich ^ gen Hegelhofen in das pfarr- hauß, erschlugen die fenster und ofen, namen ach, was sy möchten ^ sunst theten sy niemet schaden.
1 A vorher: Die paaren taylten sich daselbst.
2 A noch: Da verzochen sy ain weyl. 8 A außwendig biiester.
4 A noch : zu Pfaffenhofen, lyessen dem wirt die letzin.
5 A was sy kanten verderben, das theten sy.
6 A noch: Er was allen briestern an duser geget ungunstig und feint.
7 A noch: eß keret der kirchen zu; also da ließ er von seynem fArnemen ab, wer nit fnl not daran gelegen, eß was nit fast gut.
8 A etlich buben, nit ful.
9 A namen im ain lamb.
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Item die paaren, die im Bibrachtal waren, die fiengen zu Berg im pfarhof, trancken wein auß, theten ach sonst schaden ^ Darnach gen Wallenhansen ', erschlagen fenster, Öfen, türen, tra- chen, betstatten, alles, das sy kanten verderben, erreyssen and hin- weg bringen, das theten sy, dan sy waren dem pfarrer in sander feint '. Zu Obrenhausen theten sy dem pfarrer kain schaden , dan das sy im sechs öder sahen maß weins aaßtrancken and borten in zwo ofenkachlen zway lecher. Za Zell fanden sy wein im stadel^, trancken denselben auß, namen kapaunen, hennen und anders. Des- gleichen dem pfarrer zu Reichenbach ach, ward im ain ku oder zwo genomen *. Ob dieselbugen pauren nach irer that ach zu dem grossen häufen komen sein, ist mir nit wussent gewesen ^
Nach mittcmtag zagen die paaren auß dem dorf Autenhofen auf Weyssenhom zwischen dem aunsang und der statt durch die ecker \ Do das erst und ander * glud hie hinder den gerten waren, da was der zag noch nit gar auß dem dorf Autenhofen, sy betten ach etwaß amb 60 wegen.
Nach etlichen tagen gungen etlich^ hinauß in die prachecker, sach man die fußpfat, das allweg in ayuem glud 41 ^® man waren gwesen. Da kam der gantz zug hinder obren forstatt zesamen ",
1 Dieser satz fehlt in D, steht in A und C.
2 A im pfarhof.
3 A angesechen der pfiarrer was ain conventherr zu Rockenburg and nit der minst, dem waren die pauren insunder vast feint.
4 A unter dem stro, wollt denselben hergeflert haben.
5 wurden im darnach wider.
6 A noch : Dise briester, wie sy anzaygt send, betten wol vormalß das best, so sy hettent, hergeflechnet , und was nit fast kostlich was, liessen sy beleyben , hettent kain sorg auf sölliche strayfen. Eß feiet etlichen briestem nit ful, sy weren in yren hewsem ergriffen worden, sy liefen Weißenhoren zu, wie die wulden schwein.
7 A nach mitt«;mtag zugen die pauren in der Ordnung auß dem dorf Autenhofen, als ob sy weiten vor dem ausang hinziechen über die ecker zu halbemfeld, do sy heraufkamen die ersten auf dem weg, so auß der statt in ausang gat, ließen sie sich im meder der schießhut- ten zu.
8 A noch: tritt und fuert.
9 A unser ful, der ganze satz in der 1 pers. plur.
10 A 41, D 31 man.
11 A ob der forstat hinder den gerten, truckten die zein von den eckem nid er.
74 da enthielten sich sy ain zeyt.
Das tritt begeren.
Da kamen etwas bej den zechen personen aaß dem häufen, begerten mit burgermaister and obren ain red ze halten , was mit namen ayner von Ingstetten, Jörg Ebner, der ward genant und ge- hayssen der Bair, sagten ach, eli were der pfarrer von Leyphan ach ayner, begerten aber einzelassen, essen und trincken umb yren Pfenning ze geben, sy betten doch die reiter eingelassen, man geh Jaden ^ und andren soUichs umb gelt, mit ful worten, begerten ach an die oberkeyt, das sy sich mit ynen in ir bruderschaft verpflich- ten und das heylug ewangelium helfen beschirmen und das gotzwort, mit ful heier wort.
An twurt.
Antwart inen Diebold Schwartz, burgermaister: sy betten buß- her kaynen mangel an dem gotzdienst, predigen und andrem ge- hapt, betten auch kain klag, noch boschwemuß ab ir oberkayt bußher gehept. Auf söUich red, anbringen und begeren batt die oberkeyt hie die gesanten der pauren, das sy gut nachbauren werend, sy un- bekumert und unbeschediget Hessen ', mit ful fraintllchen und lech- terlichen werten zu baydeii taylen. Auf söllichs het herschaft und rat verordnet ain fleschen mit wein und prot, standen zwischen den zwayen toren ', gaben inen ain fraintlichen trunck, hotten in das prot, des namaÄ* sy fraintlicher maynung an. Der Bair der bett ein fleschlin in seyner band, des füllet er follen ¥Feins, trugs mit im hinweg. Die oberkeyt bie batt sy das best ze handien, das sagt der Bair zu, er wöltz an gemainen häufen bringen, wölt das best darin handlin, schieden also ab, das sich niemetz args auf das mal zu ynen versach.
Yettinger häuf.
Do zöchen die von Yettingen mit irem häufen und venlin durch die samen oder ecker hinauf gegen dem Galgenberg dem weg zu
1 A noch: zygener.
2 A noch: wollten dergleichen ach thon.
3 A Die gesanten stunden auf dem graben, die unsem zwischen den toren.
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gen Bibrach, hielten also [E 66] ain weyl stullj theten sich nach zesamen, ilß hielten sy ain gemain. Darnach was aber ain häuf und venlin herab baß in den eckern , hielten dergleichen , wie die von Yet- tingen *.
Tritt häuf.
her tritt hanf verwendten sich nie ab den gerten in eckern, schickten zu den zwayen baufen reytent. das ich und ander auf dem thorthurm sachen, und was die maynung dos tritten häufen gegen den andren zwayen baufen , das sy sich wenten , mit inen für die statt ze ziechen, wa sy das nit thon wollten, mußten sy inen alß lieb sein, als die von Weyssenliorn '. Item in dem abscbnd dero, die do das gesprech getbön betten mit der oberkeyt, sagten zu, sy wollten woder antwnrt des häufen bringen. Also wentent sich die zwen hänfen zeruck und eyletz der stat zu, machten zwo Ordnung, ayne in der forstatt herab büß zu dem brunen bey der Rentzen bewsern mit ful spiesen , ach ain wagen mit laytem. Die andren Ordnung hinter den. gerten gantz herab büß zu dem stadel und steine kreutz, foerten buchsen, so ful sy betten, in die forstat herein gegen dem thor , stehen die an groß Hansen hauß , ach etlich beck zu den hackenbuchsen*, des geschach alles, ee und sy wuder antwnrt ga- ben ^ Eß geschach den gantzen tag und furzug nie kein schütz zu inen, damit sy keynen Zuspruch haben möchten, eß was hart ver- botten ze schiessen. Do sy sich also frevenlich und gewalticklich erzaygtcn, zu der wer ruschsten, schry der kastner durch ain zyn- nen hinauß , warumb sy so gwalticklich understienden , herschaft, burgermaister, rat Überzügen, mit andren werten, schry ayner her- wuder: ire ret kemen bald, wurden antwnrt geben. Des geschach zu dem andren mal*. Darnach kam der Bair wuder auf den graben,
1 A Darnach zog aber ain häuf dienen von Yettingen nach, aber nitt gar zu ynen. Da ritten etlich dienen nach und wider von ynen, das triben sy ain weyl, hielten red und widerred, biß sy der sach ayns wurden.
2 A die zwey fenlach weren geren abzogen.
3 A vor Großhansen haus, hewen die schranken auf.
4 A dafür: beschach alles, ee die vorgesanten wuderumb ain ant- wort gaben uf ir anbringen vormals gethauu , wie dan sy zugesagt betten.
5 A dafür : soUichs thet der kastner zu dem andren mal.
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sagt burgermaister zu im, waß man sich zu inen versechen sollt. Über söilicbs fraintlichs erbieten und abscbids da sagt der Bair, man bette sy nit wellen einlassen, iren pfenning lassen zeren, dar- umb sy wollten, ob got wul, duse nacht die statt erobren*. Da schry burgermaister: »So biet yetlicher fuchs seins balgs, das walt gott und der ritter sant Jörg.« Da gieng die stürm an, da fieng man erst an zu scbiessen. Der erst schuß traf aynen auf dem graben bey dem thorhewßlin, das er ober abfuel, ward durch den leib und kreps geschossen , starb nit , ward am morgen selbander hereingefiert. Da hewen sy die negel an dem ausser thor ab, er- hewen schrancken, theten 6 schuß durch das ausser thor in die zwen brustthuren, öffneten das thor', wollten aber nit herzu. Da was ein söllichs groß schiessen, desgleichen kaum erhört ist worden von lutzel folcks. Das ain fuerteyl der statt weret sich nit, dan eß was nit not, man kunt ynen nit zakomen. Sobald man under sy schoß, fulen sy über ainandren, wie die schwcin, fluchen in die hewser. Etlich buchsenschutzen unter ynen betten sich versteckt in die hewser und wincklen, dieselben, wa sie kunten, schössen sy den zynnen und schußlechem zu*. Ich, Nicolaus, was in dem ayn^n thuren der brustwer vor dem obren thor und bey mir maister Endris Schlays, pfarrer zu Obrenhausen, * pfarrer von Hegelhofen, * Autten- hofeu , ' Ganhertzhofen. Da schoß ayner bey mir in den thuren, das mir die kugel geleich an dem antlutt furgieng, das ich des thunstz enpfant und sprach : >Das walt gott,« und wendet mich mit dem haupt an die maur. [E67] Da stuntherrBaltus Weber, pfarrer zu Hegelhofen, neb^n mir und höret, was ich geret het, mainet, ich were geschössen, sprach: *Was ist ewch geschechen ?« Der hett ain axt auf der achsel, so er sy also herab thet, da sach er und ich, das im die kugel des heim gar nach halb abgeschossen hett, des enpfand er nit, gieng die kugel in die maur. Eß gieng snnst ach ain schütz auf mich, sprang ain klains mörckel knöllin mir an ain
♦
1 A und sey euch abgesagt.
2 A mit dem schiessen.
3 A on underlaß, yebeten sich waydenlich. Lachen was verbotten, es was schier aim ernst gleich.
4 A herr Baltus Weber.
5 A herr Christoph, pfarrer zu.
6 A herr Caspar Leyrer, pfarrer zu.
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backen nnd niaister Endrissen ainß aaf aynen finger. In dem andren tboren was inagister Johanes, pfarrer zu Wallenhaosen, ma- gister Conrados Schilling, pfarrer zu Bibrachzell, her Valentin, pfarer zu Bibracbberg, und sunst zwen layen '. Düse brustwer haben wir bnester ingebalten, uns trostlich darauß gewert mit schiessen. Auf dieselben zeyt waren ob den 20 bnester hie, zerten iren pfenning, wascn allenthalben auf die mewren eingetailt. Es geschach kay- nem mentzen in der statt kayn leyd', alle mentzen wasen frölich und unverzagt. Des schiessen fieng sich fast um die fünften ur an, weret etwas lenger dann ein stunt. Eß kam ein söllicher schreck in sy, alß etlich frawen' in der vorstatt gesecheu und geholt betten, wann etwan ful hinder sy komen were , die betten ful mugen er- stechen: Sy Hessen ain gute hackenbuxs dahinden, schuch, birrett ^, kam ain gantz flucht in sy, sy schryen ain frid an, der ward ynen geben. Eß waß gantz dunckel worden, kunten ynen mit dem ge- schitz nit mer zukomen, herten also auf ze schiessen *. Mir wasen die gantzen nacht in grosser stuU und wach, vermainten nit änderst, dan sie weren allenthalben in der forstatt, wan eß dem tag nechet, wurden sy den stürm mit uns antreten, aber sobald eß nacht wart, send sy allsametlich hinweggezogen, und was sy an der flucht betten lassen lugen, das samleten sy zesamen, nament dasselbug hinweg mit ynen, zugen die selbuge nacht gen Röckenburg, namen das closter ein, wie hernach folgen wurt.
Aygue bekantnus.
Item auß aygner bekantnuß etlicher, so vor der statt gelegen waren, sagten, das duser häuf und furzug 12,000 gewesen sey, und sollten noch 6000 man von Tbussen zu ynen konien sein, wart zu >pat, belibeu zu Bobenhausen ubernacht.
1 A waren auß dem dorf.
2 A noch: aaßgenomen zwen oder trey pauren fant ain weyb im komhauß, betten sich verborgen. Dieselbe frau segnet die pauren un- :iaQber aaß, gesagt ir duse und die : »Secht und hört ir nit den großen jamer und not. ligt ir da, hept euch.«
3 A so in iren hewsern in der forstat beliben waren.
4 A dafür: hellenbarten, waren halb todt.
5 A noch: waren all in die hewser geflochen, also ward es stüll, herten, noch Sachen niement mer.
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Suntag*.
Am morgen fra dominica passionis [2 April] zagen dieselben gen Rockenburg, wie hernacb folgen wurt.
Da leser, vernem eben ein mussaf oder santbrieve, so dienen von Weyssenhorn, naclidiem and die paaren die statt belegert bet- ten, zugeschickt ist worden.
»Ferdinand, von gottes gnaden printz and infant in Hispanien, ertzberzog za Osterreich, herzog zu Burgandi etc.
Getrewen, lieben, wir sein glaublichen bericht, das ir ewch yze, alß die aufrarigen paaren mit irem unballichen furnemen bis in 12,000 starck für ewch gezogen seyen, die statt belegert, geschossen, dieselb mit irem matwulligen , leichtvertigen wesen . so sy fueren, za gewannen und eroberen und ewch zu ynen in ungehorsam ze bringen [E 68] und zu noten ernstlichen undentanden, gegen inen er- lichen, redlichen und dermassen gehalten und in tapfere gegenwere geschickt and sy mit schiessen and in ander weg dannen geschossen and wader abgetruben haben sollet, des wir sonder wolgefallen tra- gen, and sagen ewch deshalben sondren gnedigen danck, mit be- sonderem, ernstlichen fleis begerent, ir welleut in sölhem ewrem aufrichtigen, redlichen gemut verharren, ewch hinfur nicht weniger, dan wie bußher erlichen und redlichen halten, und ir, die von der geraain, der oberkeyt und ewrem rate bulliche gehorsam laisten und vor aufrur, nachtayl und scliaden, so ewch darauß ersten wurt, selbst verbieten, alß uns von ewch gantz nichts zweyfelt, das wurdet nicht allain ewch, sunder ewor kundskunden für ander in ewig zeyt beim hauß Osterreich und andern , ewern nachpauren, zu lob, ere, auf- nemen, wolfart konicn und raichcn, sein ach des gnädigen crbietens, wa ewch weyter ainich not oder anligen zustiende, und ir uns an- zaygent wurdet, das wir gnedicklich darein sechen and ewch und gemayne statt alzeyt mit gnaden bedencken , schützen, handhaben and in ander weg gnadicklich bevolhen haben wollen, des ir ewch
*
1 Dieser satz fehlt A, dafür steht in A : Dise belegerung oder fur- ZQg, wie man nennen soll, wurd eyletz herzog Verdinando zageschri- ben one der von Weyssenhoren wussen, schicket sein fürstlich gnaden ein mussuf dyenen von Weyssenhoren zu, nachfolgender weyß von wort zu wort also lautent. In B steht dieser brief auf einem später beigefügten blatte.
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zu ans gantzlich getresten mögen.
Geben zn YnGbrnck am newten tag des monetz aprilis, anno etc. vicesimo qointo.
Ferdinand. Ad mandatnm Serenissimi domini principis archi- dads.
Unsem getrewen, lieben bnrgermaister, rate nnd gemaind der statt Wejssenhoren.
Ain erclernng.
Zu mcrer erclernng des nnbullichen, verreterlichen, unerlichen fnrzngs, so die ewangelischen brnder und beschirmer des cristen- liehen glaubes nach 1er des pfarrcrs von Leypbain nnd andrer lut- teriscben prcdiger, haben unß zu Weyssenhoren ach wollen den- selben glanben leren nnd ir bruderliche trew mittaylen, umb sei, leib, er und gut pringen, trewloß, roaynejdug an unseren herren machen, sich selbs wuder gott, er und alle recht und alle bullichayt herren hie ze machen, desgleychn an andren orten ach gethaun on allen Zuspruch ursach, von herschaft und rat nit bewegt weder mit werten, noch wercken, sunder mit furbetracbter boßhayt, ver- gessung aller nachbenrlicher trew, so ynen von alter her erzaygt ist worden von dyenen von Weyssenhoren, und am allermaisten von
yren nachbauren überzogen ^
*
1 A hat für umb seil — aberzogen: uns ynen gleich macheD, trewloß, inaynaydig an unseren obren, gott dem almechtigen und der cristenlichen kirchen ungehorsam zu scyn , ein newe seckt annemen, die vor ftil jaren verdampt und ketzerisch in den heyligen concili ver- kent worden sent, auch unsere seien dardurch e wicklich verdampt betten. Wa ist es nie erhört worden , das ayner mit dem andren ißt und trinckt und sich fraintlich erzaygt und darnach von stunt sich onderstat, denselbigin umb sei, leyb, er und gut zu pringen, alß die paaren ans gethan haben, wie vor anzaygt ist, mit uns fraintlichen ge- truncken, darnach sich understanden , gwalticklich sich selbs herren nnd obren hie zu machen? Das ist aine liederliche, brüderliche liebe. Sy haben sich vormaulß zu Guntzburg auch fraintlich erzaygt, auß und ein gezogen und da zert büß zu yrer gefeiliger zeyt, kamen sy mit gwalt in die stat , must ain frumer rat , auch etlich frum redlich menner auß der gemaint ir liedlin singen und yrem besen , schant- lichen fumemen folg thon, doch etlich des ratz und ander entrannen und kamen von ynen, mit worten sich von ynen gerett. Sy prachten die fromen leyt in angst und not, umb leib, er und gut, wiewol vil beser haben aas der gmain pewrisch waren. Weyter so habent die
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Ain beystand zu dem unrechten.
Doch so muß ich dien pauren in aym beystendig sein, sy hetten die von Weyssenhoren geren ön bar gelt bezalt, dan sy vormals und noch für und für groß schuldig seind. Eß ist fast in allen dörfern ku, schaf, ymmen und anders halbs etlicher von Weissenhoru, das hetten die frumen pauren geren quit, ledug gemacht.
Kurchberg.
Item in der gantzen herschaft Kurchberg der merer tayl, des- gleichen Pfaffenhofen * send die pauren aufrurig gewesen, in der herschaft Weyssenhoren die von Hegelhofen, die gantz gemaind, nie- [E 69lmetz außgenomen, etlich von Gravertzhofen, nit all, desgleichen die von Reichenbach ach nit all, aber die ganz gmaind von Boben- hausen peurisch * , die von Ganhertzhofen all büß an trey man, die von Buch sent alle gerecht plnben, Rutzißried ' ach gefallen.
Gutz wider ubels.
Über ob angezaygt, verreterische , falsche handlung fand man^
zwen pauren in der forstatt, die warden geschossen worden, fieret
man herein, ließ sy heylen, der ain starb in 14 tagen, der ander
genaß, was von Stofenried ^ Ir buchsenmaister ward erschossen, den
fand man zu Gravertzhofen, den begrub man hie. Etlich sagten,
eß were ful lewt umkomen und beschediget worden, man hette auf
wegen todt und wunt hinweg gefuert, alß ich wol glab", dan ich
habs wol mer, dan über ain jar gehört von etlichen ', aynem was
* pauren kein ursach , weder zu herschafk , uoch gmayner etat gehapt, yon nieniet zu söllichem bewegt, weder mit werten, noch wercken, sunder mit furbetrachter boßhayt, vergessung aller nachpaurschaft und trew, so ynen von alter her erzaygt ist worden von dyeoen von Weyßenhom , das habent unsere nechsie nachpauren thon und uns überzogen.
1 A und Auteuhofen.
2 A zu Bobenhausen all sametlich, waren auch fast fraydug, be- luben nur die gockelhanen dahaim, das sy den tag ankreyten.
3 A die von Ritzißriet liefen ach dem fuch nach.
4 A suntag morges, wie sy sich am sambstag erzaygt hetten.
5 A ain beck und böser bub.
6 A eß sey one kegel nit ergangen.
7 A dafür : von ayner frawen gehört, die ayr und anders außgeben, damit man verbunden hett.
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ain brader erst daheim gestorben. Eß ist ach kain wunder ge- wesen, wan schon fal lewt umkomen weren, dem scbiessen nach, das ander sy beschach ^
Gen Rockenbarg.
Item dieselben nacht, so bald eß tanckel wart, das man sy nit mer kunt gesechen, zagen sy all sametlich hinweg gen Rockenburg. Da hetten sy gat kriegen mit den guten fusclien und wein, frassen ach dieselben nacht flaysch, hetten kain wuderstant, erschlugen ain schOnß wercklin ayner orgel mit hultzin pfeyfen, kostet 250 gülden, namen trew kelch, meßgwant , fanen. und daranß band umb die fieß', desgleichen auß dien, stolen, erfassen die gesangbiecher ", die lieberey, und fast die hosten hinweg gefuert oder errussen*.
Ain uncristeliche handlang.
Sy haben des sacramentgehewß erstossen, des heylag sacrament darauß genomen mit sampt dem crisam und elung, alles hinweg ge- than, hat niemet gehört, noch erfaren, wa sy das sacrament hin- tbon haben, aber die kefs, darin der crisam und elung ist gewesen, ist wader gefanden worden, erschlagen kästen ^ borkirchcn, truchen, betstatten, alle schloß, die gleser, fürten ain mörcklich groß koren und haber hinweg, der apt saget, eß wer wol 1500 malter ' ge- wesen, all kessel, pfannen, schußlen, leffel , groß erin hefen, bett, toschtiecher, roß, kue, schaf, sew, henncn, kapaunen, wegen, pflieg, alß hinweg gefuert und verderbt.
Ain newer abbt zu Rockenburg.
. Ayner, Jörg Ebner von Ingstctten, genant ßair, der machte und setzet sich selbs zu aynem apt zu Rockenburg, wcret nit lang, setzet in der hencker ab zu ßubeßhain, ward die uptcy wuder le- dug, wie hernach folget.
1 A noch: Sy flochen nur zu bald, waren sunst baß enpfangen worden.
2 band um die fieß] A hosenbendel.
3 A noch : im kor ligent.
4 A noch: es was ayn gantzer last zu ayner lieberey.
5 kästen] A ainen schonen aasten in der sacrastey, darinnen die nteßgwant lagen, ließen kain gantz thurlin, noch schloß daran.
6 malter] A 1500 yme allerley.
Btaernkrieg 6
82
Abzog.
Am suntag fru [2 April] zogen sie wuder hinweg, der merer tayl gen Leyphain mit dem rab.
Der ander häuf von Thussen.
Sobald sy hin waren, da kam der häuf von Thussen \ vcrmain- ten, sy wollten erst mit den andren plindern und taylen, was nichts entlnchs mehr verbanden, dieselben, do sy nichs funden, erschlugen und verderbten erst , was uberbeluben waß '. Da merck , das die pauren ain bruderliche liebe zusamen gehapt haben, und wie ain e wangelisch und cristenlichs wesen gefi^rt.
Wie herr Jörg truckses uns zu hulf wolt komen sein.
[E 70] Darnach am aftermontag fru [4 April] kam her Jörg truckses, oberster hauptman des bunds, mit herßkraft, wolt uns zu Weyssen- horn zu hulf komen sein '. Alß er vernam , das nit mer not waß, und die pauren abzogen waren, kerct er sich auf Layphain zu, warent die pauren starck versamlet, ctlich pauren waren herauß auf der stayg gegen Falhain zu. Da Hessen sich etwan ful bundisch reiter sechen, ab denselben haben sich die pauren nit hart entsessen, sobald aber der verloren häuf sich sechen ließ , von stunt haben sich die pauren in die flucht geben. Da ist ain andren häuf oder schwader reyter komen und in sy gesprengt, sy in der flucht er- stochen, gefangen. An der Thonaw daselbs ist ain holtzlin, hayst das Junckholtz , darin wurden gar ful erstochen , fulen ach ful in die Thonaw, ertruucken fast ful, etlich schwummen über, kamen davon, iren ful fluchen der statt zu, warden allcnhalben erstochen^. Es was ach die sag, wie der pfarrer ach da gewesen were und ge-
1 A noch: die zu Bobenhausen über nacht gelegen wassen.
2 A noch: Item under dem ersten häufen uDderstund sich ayner, wollt das dosier anzint haben und verbrent, was ain andrer da, was ain hinderseß des gottshauß , der gab demselben ain platz mit der helleuparten, erlasset das fewr wuder.
3 A noch: dan sobald die ret des bunds zu Ulm ynuen wurden, das sich die pauren hiefur geschlagen hettent, schicktent sye von stunt zu her Jörgen, das er sich wendet und Weyssenhorn zuzug (diß was uns hie nit wuasent).
4 A noch: und gefangen büß gen Guntzburg hinab.
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flochen in die statt, and darclp ain kleines tharlin an der stattmaur im pfarhaaß ist er heranß komen und sich verborgen. Etlich sag- ten, er were auf der Thonaw ander aynen wasen gesessen , hette in ain paar gesechen, der hett es den re>tern gesagt, er were sunst * davon komen, hette bey im 200 galden gehöpt, ach weyter anzaygt 600, die fanden sie in seynem tasch, sollten in ledag lassen. Eß sey, waß wöll, er ward gefangen and ain halfter gelegt and gen Bubeßhain gefart.
Aaf das, so er soll 800 galden gehöpt haben, maß man sein framkat spyren, wie er so trcwlich mit der paaren schätz amb ist gangen, angesechen, nit ain jar davor hat er gantz nichts gehapt, dan groß schnlden gemacht \ der hat rechte braderliche lieb geliapt. ,
Die statt Leyphain ward den faßknechten abergeben , die habends ön alles schiessen and not eingenomen, fast fal paaren ge- fangen.
Gantzbnrg.
Anf bemelten tag hat herr Jörg trnckseß die statt Gantzbnrg ach eingenomen on alle not, etlich daselbst gefangen, insnnder den Prediger, desgleichen etlich za Leyphain ach gefangen.
Aaf nütwoch nach mittemtag [5 April] spat hat herr Jörg truck- seß etwas bey 14 oder 15 man gefordert von Leyphain and Gantz- bnrg in das feit zwischen Bnbeshain and Leyphain, mit ynen gc- handlet irs wesen und auf rar halben. Ainen auß denselben ge- fangen gab er den raysigen ergeben, aynen den lantzknechten, zwen jung paarenknecht den pauren *.
Jörg Ebner.
Under denselben fnrgcprachten ist Jörg Ebner, genant Bayr, von Ingstetten, der sich selbs zu aynem apt zu Rockenburg gemacht hett. Alß her Jörg, insunder mit im red hielt von Weyssenliorn wegen, wie er sich gehalten hett, ach andrer liendel halben, hat er fast gelegnet, sich entschuldigt, hab ach sein leben lang kain böse sadi nie thon. Auf dieselben stunt was Dyepold Schwartz, burger-
1 oit ain jar — gemacht] A dan nit vor aynem jar was er mer schuldig, dan seyner zwen zu vergelten hettent.
2 A noch: damit ynen auch etwas an der beyt wurde.
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mayster zu Weyssenhorn, gegenwurtug im feld, den berufet her Jörg, saget zu im: »Der Bayr sagt, er hab sein leben lang kain böse sach nie thou, ist im also ? sagt an, wie hat er sich zu Weyssen- horn gehalten?« Burgermayster Diepold Schwartz hielt dem Bayr ain stuck nach dem andren für, wie erß hie gehandlet hett: >Ist im also , wie ich gesagt hab?« bekennet der Bayr alle handlung und stuck, wuder[E 71]sprach nie keiiis. Auf söUiche verherung und bekantnuß hat her Jörg gesprochen zu dem Bayr: »Du bust ain Gal- lileischer«, und mit dem nachruchter verschafft, im das haupt ab- zeschlagen.
Kopf ab.
*Zu dem pfarrer von Leyphain saget her Jörg truckseß, ob er beychten wollte, im darauf geantwurt, eß soll sich nyematz darab ergeren, er hab seynem gott und schepfer gebeicht und sein sei be- volchen, der imß geben hab. Darnach hat man im das haupt ab- geschlagen. Er ist da nit so kien gewesen, alß da er predigt hat und die leyt verfiert. Damach noch fueren die köpf abgeschlagen, allen in aynem samacker, ward spat, die andren gefangen fueret man wuder hinweg, ward darnach nichts am leben mit ynen ge- handlet.
Der brediger von Guntzburg ward hinweg gefiert mit herr Jörgen trucksessen, im her hin und furgezogen, luß weyter in dusem nachfolgenden zedel von des bredigers wegen.
Mörck weyter des predigers von Gfintzburg halben! Der ist lang gefencklich mit herr Jörgen truckseß im her hin und wuder gefnert worden, ist gestraft worden umb 70 gülden und kein predig sein leben lang nit mer thon in Augspurger, Costctzer und Speirer bistumb, darzu berapt seiner pfarr Wagenhofen, lugt bey Diemingen, ist lochen von aynem von Hirnhaim, desgleichen und der predicaturn zu Guntzburg, das ist sein straf zu der zeyt gewesen *.
Die gefangne pauren send geschetz worden nach yrem vcrmngen mit sampt der statt Leyphain, wurden all gefangen in die kirchen zu Leyphain gefordert, daselbst furgehalten die Schätzung undsum, wie ful man den knechten müsset haben, damit yedem ain monet sölt
1 A vorher: Darnach.
2 Mörck weyter — zeyt gewesen steht in B auf einem zettel nach- getragen.
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wurde, dann Lcyphain was den knechten nbergeben und was preyß. Herr Jörg tmckseß saget ynen die summ, so er uud ander überschla- gen betten, treff 34,000 gülden, besorget, sy vermöchten sollich summ nit ze geben , wurden k bürgen und furstenden auf den flaysch- banck geben.
Leyphain.
Die von Leyphain muliten 1500 gülden geben. Mörck^ weyter, wie die von Leyphain am aftermontag nach sant Alexißtag [18 Juli] von yren herren von Ulm gestraft send worden von wegen yrer guten täten, so sy an yren herren gethan haben und von yrem fru- men pfarrer gelemet! Anfencklich die thor an der statt abgehöpt, damit sy statt nit mer beschliessen kunnen , auch zway löcher in die stattmaur prechen , aller ercn entsetz , also das sy hinfuro kein Stattgericht nit mer haben, sunder an das gericht gen Langenaw gaun, suchen und prauchen, Lutzen Diettenhaimer und Blftsin Thuren- becken die herschaften dero von Ulm und fuer meyl hindan ver- botten, etlichen die wurtzhewser und die wer verbotten, etlichen, das sy auf kain kurchweychung turen gaun , desgleichen auf die höchzeyten , etlichen frawen , wa zwo bey ainandern stienden , das die' tritt davon gang, etlichen, das sy nit duren am hayi'loß sutzen, ach an kein schencke gaun, etlich in die gefencknuß gen Albeck gelegt« ach all yre freyhat, alle gaystliche lecheu, als pfrönden und anders genomen. Des alles folget auß irem lutterischen, ketzeri- schen glauben. Über alle straf, wie anzaygt ist, haben sy sich lutzel gebesseret, der mörer tail. Item der statmaur halben , das sy zway locher solten gemacht haben, ist nit beschechen, send ach ire- herren der straf, so sy inen aufgelegt haben, nit nachkomen.
Item dienen von Riethain hat man das gericht ach genomen, des müssen sy ach zu Naw suchen und prauchen, etlichen die hcr- scbaften dero von Ulm ach verbotten. Ach an inern enden in der von Ulm herschaften die gericht aufgehapt und genomen *.
Under andren werten hat herr Jörg ain scliertzwort thon, [E 72j gesagt: ^Wer liette vermaint das ich ayn brediger zu Leyp- hain sölt worden sein?«
Damach prandsteyret man die paureti unib Weyssenhorn : die TOD Ingstetten gaben 160 gülden, Bibrach 101 gülden, Bobenhausen
1 M6rck weyter — genomen steht in B auf einem zettel nachgetragen.
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42 galden, Ganhei*tzbofen 20 gülden ; wie ful yetlichs dorf hat geben, ist mir nit alles wusset. Das ist die prandstewr, aaßgenomeu die bandstraf, yetlich hauß G gülden, ach die straf yetweders herren mit den seynen, das waß ach ain grosse, merckliche sam, worden ach ful am leben gestraft ^
Auf denselbugen aftermontag, wie herr Jörg gen Lcyphain ist zogen , da ist ach ayn raysager zewg von Ulm anf Naw zogen, das send Hessen gewesen, und der von Ulm hauptman Sigmund Berger. Als sy kamen an 6erei*forst bey Gettingen, machten sy ain halt, kam ynen ain man und fraw, die fragten sy, wie sich die pauren zu Naw hielten, sagten sy ynen, eß were etwan ful pauren gen Elchingon in das closter zogen.
Elchingen.
In demselben ratschlagten sy mit ainandren , ob sy wollten in das closter ander die iiauren fallen. Dieweyl sy also ratschlagten, do zugen die paaren auß dem closter mit dem nam, wollten wuder auf Naw zu, da sprenget sy der raysug zewg an, gaben die pauren von stund die flucht, wurden etwas umb 50 erstochen, mer dan 100 gefangen, die schicket man also plutig gen Ulm.
Naw.
Item herr Jörg truckseß init selbs von Leyphain gen Naw, ließ yren zwayen die köpf abschlachen. Der gantz häuf zu roß und fuß beluben etwas umb achtag zu Leyphain, Guntzburg und Bubeßhain.
Guntzburg.
IW. ii^y. Guntzburg ward umb 900 gülden geschetz^was die sag dar-
nach, es were ynen etwas nachgelassen worden, dan die pauren hetten sy betrogen und ubereylt, was nit yderman eben noch lieb. Item als das her auf wolt sein , hinwegzyechen , was der an- schlag und maynung auf Weyssenhoren und das Rottal hinauf*.
Abzug von Leyphain. In demselben auß sundren gescheiften was Diepold Schwartz
1 Damach — gestraft fehlt ACD.
2 A noch : gen Wurtzen und Weingarten, was ain grosser, starcker häufen pauren bey einandren Tersamlet.
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borgermaister mit sainpt andren bey her Jörgen truckseß, und sy Ternamen den ansehlag des zugs, baten sy her Jörgen trnckseß dar- for, sagten, eß wcre ain engs tal, möchten on mercklichen schaden nit hinaafzyechen, wurden die frncht verderben, das saget ynen her JoTg za, wellte ain ander ort furnemen ^
Weyssenhoren.
Die von Weyssenhoren wasen in grossen gnaden gegen dem bunt and allen adel, ward ynen groß lob und danck von mcnicklich ge- ben, das sy so dapfer, frumklich und redlich gegen den paureu gc- handlet hetten , dan wan den pauren der erst satz geraten were, hatten sy ain groß starck hertz uberkomen, hetten acli da gefunden, des zu sdlHchen schertz gehört*. Gott, der almechtu^, hat uns sandre gnad roittaylt', wan die pauren nit geladen und Sündern haimliehen verstand gchopt hetten, weren sy nit für Weyssenhorn zogen (darfQr ichs und ander , die mer Verstands haben , gehapt). [E 73] Her Jörg trnckseß hielt insunder red mit dienen von Weyssen- horn : »Ich höre ewch so groß lob und er veriechen von dienen, so bey ewch gelegen send, meiner allerdurchleychtster fursten und herren, der pfaltzgrafen, dyenern, wie sy an keynem ort so erlich, redlich amb ain gleichen pfeni^ gehalten, als bey ewch, wayß nit, ob ir ynen die zerung geschenckt hapt dem lob nach oder nit.< Ach für sich selbs und seiner hauptmanscliaft halben des bunds und adels sagte er ynen grossen, vleysigen danck, sy sollten nymmer, wa es not thun wurde, verlassen werden, dan wan Weyssenhoren nit ge- wesen were, wollte er auf das mal über den häufen zu Lcyphain nit gezogen sein, und sunst mit fraintlichem, grossem erbieten. Wan die von Weyssenhorn etwas groß an den bunt und adel begert hetten, were ynen (darfur ichs gehapt hab) nit Verzügen worden.
Darnach zoch her Jörg mitsampt dem häufen über die Yller
zu Underknrchberg auf Wurtzen zu, deß dan sein aygenthum waß,
*
1 A noch: das thet er, zoch über die Yler hinauf.
2 A noch: das sie nit hetten, noch vermöchten, auß irem schätz zu kaufen und zu bezalen.
3 Gott, der almechtug — mittaylt] A Gott der almechtig hab lob und er und die junckfraw Maria und des würdig heyltumb, so bey uns in unseren gotzhewsern ist und geert wurt. Von demselbigen haben wir den sig uberkomen, wir haben nit gewust, in was geferlichhayt wir gewesen smU
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und an dem faeyügen karfreytag [14 April] nach mittemtag iieng er an ze scLiessen woder die pauren, das mir zu Weyssenhoru ob den 100 Schüssen horten. Wie er daselbst gehandlet hat, ist mir nit wassent gewest.
Darnach ist er gen Weingarten zogen, daselbs ist ain großer, starcker hanf pauren * gelegen , die dem closter und marckt Altorf grossen schaden gethan betten. Am dorf Gayßbnchel genant, nest bey Weingarten gelegen, betten sy, die pauren, ein graben, warteten da herr Jorges*. Am montag nach dem ostertag [17 April] fueng her Joi:g an zu schiessen in ir leger gwalticklich und ernstlich, wan die pauren stehen sich gantz treffenlich zu der wer. Wie sy ge- zwungen worden send, hab ich nit erfaren, änderst dan der abt von Rockenburg, was zu Ulm, schrub dem bnrgermaister gen Weyssen- boren, die pauren betten sich an gnad und nitan ungnad ergeben, alle wer von ynen gelegt, weren auf den knien gegen herr Jörgen gangen, wurden ful pauren gefenckHch gen Ulm geschickt, desglei- chen zechen fenlacb. Darnach zoch her Jörg mit seynem folck in das wnrtenbergisch laut, wie hernach folgen würt.
Nur in diser zeyt, als in der karwochen her Jörg von Leyp- hain zoch, wie obenstat, zoch graf Ulrich von Helfenstain' mit aynem raysigen zewg durch das Kamlach- und Guntztal auf^ hul- digt etlich pauren, nam ach gelt von ynen für das plindren, kam gen Ingstetten und Biberach", da ward ain paur in der kurchen hart wunt, starb aber nit, fuengen aynen minch von Rockenburg im feld , hieß her Jörg Maler , prachten in und saust etlich pauren
bunden und gefangen ^ Die pauren Hessen sy hie zu Weyssenhorn
•
1 A noch: den hieß man den Seehaufen, fraydig lewt.
2 Am dorf — Jorges] A Als sy aber die zukunfb herr Jorges hör- ten, verliessen sy Weingarten, zugen in ain dorf nechst dabey gelegen, Gayßbuchel genant, vergruben sich daselbst, wartent sein.
3 A noch : was auch zu Leyphain bey her Jörgen.
4 A noch : etwan büß gen Pfaftenhausen hinauf. Der luft was nit gut daselbst obnen, eß was ain mächtiger, bößer häuf pauren, nennet man das rot fenlin. Am abherziechen und aufhunziechen huldigt etc.
5 Ingstetten und Biberach] A Ingstetten, die wurden geprand- Bchatzet und für plindren gaben sy 160 guldin, darnach gen Biberach, gabent 101 guldin.
0 bunden und gefangen] A noch: Am morges fru, was in der karwochen , beschickt man die von Bobenhausen , das sy kement und
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]«*dag, her Jörgen foerten sie hinweg, wie aynen bunt an aynem strick, haben darnach lang bey inen gehapt, ward wader ledig, nam den apt für, vcrclagt in vor dem regiment, vor dem bunt, ward ilamach wuderumb gefangen von dem visitator zn Ausperg, in gc- fencknnß gelegt, kam auG der gefencknuß, entlieft
Weinsperg.
Am hcyligen ostertag [16 April] beschach ain jemerliche hand- lang von den iMiuren zu Weinsperg, des namen sy ein, da waß ful adels. iiemlicb graf Ludwig von lielfenstain , der was zu derselben zeyt ain inhalter Weinsperg, Dyetricli von Weyler [E 74] und sein sun, Hans Canrat, schenck von Winterstetteu , "vogt zu Fayingen, Hans Dietrich von Westerstetten , ßcrnhart von Echingen, herr Rudolf, sein san, Fratz von Newhausen, Bernhart Sturmfeder, Jörg von Kaltental, der jung Hans Spctt, Wolf Ruf von Helfenberg, Rudolf von Himhaim, Rudolf von Altersbausen , Burckhart und Weyprecht von Rieingen, Bastian von Aw, Philipp und Jacob von Bernbausen. Die genanten send al um ir leben kumen ellentclich, und im eyn- Lemen der statt send sy fast all erstochen worden, und etlich ge- lingen. Mit denselben send die panren mörderisch umbgangen, und aiiü furbetracbter boßhayt, dem adel zu schmacb und Verachtung haben sy die nachfolgenden herrn und edel auß der stat gefiert nnd durch dje spye^ jejagt *, nemlich graf Ludwig von Helfenstain, tler ist der fünft gewesen durch die spieß, Hans Cnnrat, Hans Diet-
fanldigung theien, was ynen hinder im sun. Der castner rütt selb« zu ynen hinauf, waxnet sy , er bat sy, sagt ynen, wa sy nit eyletz herab- kernen , wurd sy der graf in grünt abbrennen , es was auch war, es «jlt beschechen, wan sye nit erbetten weren worden. Also kamen sye, thetent huldigung, musten 42 guldin prandstewr geben. Ich glanb, vun äVri gewuflt hettent, das sy gelt hettent mnssen geben, sy bettest -ich la«äen verprennen, sy waren wol so unglickhaft. Die von Oanhertz- h-fen mußten 20 guldin geben. Was andere anstosseude dörfer haben < ii:4«en geben . ist mir nit wissent. Noch was die buntstewr yet- vedere hoiraytin vorhanden 6 guldin, auch die straf yetweders herren mit ilien seynen, was sy ynen verderbt und schades gethaun betten, vard hart an leyb und gut gestraft.
1 A noch: wart darnach gar zu aynem ketzerischen buben. Nach i^'ey ermann war Maler 1585—36 pffvrrer xu Steinenberg bei Schorndorf.
'2 A noch: als ob sy wider er gethon betten, wie dan der prauch uuder dien knechten ist.
!)0
rieb von Wcstersletten, Bernliavt von Echingeii und sein sun, sclicnclt von Winterstelton , vogl zu Füjingeii , tler ist der lelz gewesen. Dietrich von Wejler dür ist in der kircheii oder im thuren ge- fangen worden und in seinen harDascli über den tlmrcn lierabge- worfen, sein sun ist ftch unibkomen. Damach liaben »y das schloß eingenumen und die greün gcf;iMgen, die trug ein jungen herren und grafen, nit gnr trewer jar all, an ireni arm, auf dasselb nnscbuldig jjlut. tb«t.iün pHur aj-ii stiel], letzet dasselbug avn wenig an der bruat, das blut schwejiset, nainen dei' grcHn (die ain doultter knyser Maximilians genesen ist, docb ain ledigg kniit) alle ire clayiler, clej'n- hat, liesaen ir nit mer, dan dien rock, den sy anheit, auf das mal, sy tränten aber den saniet , damit derselbug i'ock vorpremt was. herab. Darnach liaben sy die gretin berab in die slat gefiert und das Bc.bloll plindert nnd veriirent, dumacb die grolin hin weggeschickt. Betracht du leser und ain yndi^r liertzlicb des grossen mords und anbillicher, uncrislenücber liandlung, so (!ie ewangeliscben pauren gcthan haben, wie wurden sy geregiert haben, wan ynen der sat/ geraten were ' 1
L dem
Einckeuplauser.
Älß der adel durch die spies gejagt worden sind, da ist ain zinckenplaser engegen gewesen , der hat darxu plasen und sein gackelspul gemacht. Über elJicb tag ist derselbug gefangen worden und an aynem bam geschmit an ain kettin, das er ringweys um den banni bat mngen iaffen, ain four daruinb genadit und vurprent. Desgleichen imt ach der paiiren hauptman gefangen worden, ange- scbniil, wie der zinckenploser, und verprent, docb an demGelbe» ort nit. Am suntag tiuuh dein anffertog [2S Mai] habcnt die hündischen Weinsperg verbrint, nichts dnrauQ getioincn , als bey aiuandren ge- lassen,
Allgew, Zu disor zcjt wiill uin merckticber, grosser hau!' puuren im All- gew, titelten morcklichcn schaden, gewunnen ain gut schloß, Liiben- lan genant, kerct dem apt von Kempten üu, darin funden sy morck-
1 A noch: lat es nit ain gteicbnus des Turuken, wa er uberfaant nempt, das et das ti-istenliob plut an alten und .jungen jämerlicb ver- gewÜt, gleichet der pauren hanJul uit doa TurckenV
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lieh gat, Silber ond gold, groß köstlich serch, monstrantzen , darin das heyltamb was, ful andre kleinfaat, das edel ond ander darein geflecbnet hetten. Des gab der apt persoDlich auf ön alle not, ver^ prantes darnach.
[E 75] Cuiitz von Ryethain.
Derselb banf fieng Gnntzen Ton Bielhain in seinem aygnen schloß zu Irmaltzhofen , ward hart gestooliefl, fürten in hin nnd wader mit inen auf aiuem karren, trifetfb'iren spott mit im, ver- pranten im das schloß Angel berg, fanden sy ach groß hab und gut. Damach schetzten sy in, müsset yedem hauptman 6 gülden geben, yedeni doppelseldner 3 gülden , yedem paaren 1 gnlden. Es was die sag, Cnntz von Riethain wollte anfencklich für gefencknnß, plin- dem and prennen fuerzug tauset gülden geben haben.
F e r i n g e n.
Am 27 tag Aprilis kam ain raysiger zeug von Ulm gen Fe- ringen\ begerten hoUigj|||^an die paoren, des weiten sy nit thon, ilachen gen holtz, veifhpmttii sy etwaft^um 20 tnnti
Am freytag darnach [28 April]. kam dcrselbog raysig zeug her gen Weyssenhoren bey 2bo pferden.
Am suntag [30 April] frn zugen sy gen Kinimbach, begerten ach hnldigung an sy, flachen ach gen koltz zu. Ayner anderstand sich , wölt entritten sein , ward im feld erstochen , prachten des roß her.
Ansperg.
Aof denselbigen tag zagen sy auf Ansperg zu, kamen in die zway dörflach Edenhausen nnd snnst ach ain Hausen, in dem aynen hnidigeten die pauren, im andren nit, des verprenten sy aiuß tayls.
Am sontag, der letzst tag Aprilis, lag der zewg hie still, kamen die von Krumbach, thetend haldigung, vertrugen sich mit yrem janckern Dietrichen von Westerstetten, doch nit all.
Denselben tag am morges frn verbranten die paaren des closter Ansperg büß aan den kirchentliuren, pfistrin und die mulin, liettends vormals zwirend plindert.
Am tag Pliilippi und Jacobi [1 Mai] zog der raysug zeug wuder
1 D irrig Yinningen.
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auf Aasperg. Zu Ror dabey waren bey 100 paoren versamlet, alß sy der reyter gwar worden , zogen sy aoß dem dorf , eyltent dem moß aofwartz zo gegen dem closter gegen Aletzhaosen und Borg, cylten ynen etlich reyter nach in das möß, erstachen 8 paaren. Eß velet gar ain clains, sy betten ynen das moß abgeeylet, weren ful- leycht all oder merer tayl erstochen worden, foengen trey oder fuer paoren, procbten sy gen Weyssenboren mit sampt der paoren hapt- mans roß, sOnst ach etliche roß. Damach verpranten sy etliche bewser zo Ror. zo Edenbaosen ach ain baoß, erstachen daselbst ain paoren.
Am aftermontag darnach [2 Mai] namen die paoren dem bi- schof von Aogsporg sein schloß Schienneck ain, verkaoften alles koren, plinderten darnach das schloß K
Tiefenbach, Bettlishaosen, Tossen.
Am mitwoch [3 MaiJ zoch der raysog zeog gen Tiefenbach, Böttlishaosen, Tossen, begerten boldigoog an sy. Die von Tusseii begerten zog büß donstag [4 Mai], wollten sy zimlich antwurt ge- ben, ward ynen nachgeben , frod ond glajt aof beyden taylen zu- gesagt. Am donstag fro schickt man fonf raysog gen TQssen, die paoren herab belayten gen Weyssenhom zo den haoptleoten nach laot des anlaoß , so zo Tossen gesehen waß. Die paoren wollten nit herab, sagten, ire haoptleyt weren nit verbanden, betten sy die nacht gesocht, aber nit fonden, eß were ach ynen die brandschatzung des bonds ze schwer, sechs golden von einem haoß ze geben, von denselben sechs golden wollte yetweder lang zeren, kamen auf den tag nit her. [ K 7«] Darnach vor dem aoffertag [25 Mai] vertrogen sich die von Tossen mit den haoptleoten, gabent 45 golden ■.
Ain deiner zosatz.
lleM in du^'n tagen wonleu etwaß mer, dan KJO knecht, von nnsi'rt'm ht^rwn Jacob Focker ond von aynem rat angenomen zu ATMW «»»»** '"^ '^^^ Hederlichs knappenfolcks von Aogsporg dar- uni^. Mir w«6len «ns kain stond sicher, wan die paoren woder Wi«^«. Sc^iKit't aooh »wen bocbsenmaister von Aogsporg heraoß.
«
C *v ^>JW** A .V^ <:ttl4in für die prantsteur.
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Alß etlich sagten von jnen, wan uns not zugestanden were, were besser gewesen auß der statt , dan darin * , sölten gesagt haben, wann man für uns zug, sollten mir uns ergeben, möchten uns nit erweren *.
Rott.
Sontag, der letzst tag Aprilis, verpranten die pauren ain closter, genant Rott, bey Dinckelspuchel ', item in dusen tagen verbranten die pauren das closter Madelberg, desgleichen das closter Lorch Terbranten sy ach, das schloß Höchenstanffen bey Göppingen, des- gleichen zerrussen sy das closter Ochsenhansen, plinderetz, Schüssen- ried, Zwflfalten alle geplindert, aber nit verprent.
Ottenbeuren.
Item das closter Ottenbeuren ward eingenomen ?on den aygnen pauren, kain fremder dabey, das zerrussen sy jämerlich, hielteß in, ach geplindert. Item das schloß Matzensies ach verbrent^.
Irsin.
Des closter Irsin bey Kaufbeiren gelegen, ain fast schön, wol erbauen gotzhauß, in grund verbrent.
Des schloß Pfaffenhausen, buschofs von Augspurg, geplindert und verprent, und ain weyb darin, ztlgen sy, were ain kuntschafterin, wollte ynen die brünnen vergUft haben.
Kirchen an der Eck.
Sontag jubilate [7 Mai] habend die pauren das schloß zu Kir- chen an der Halden geplindert.
Ober Raunen.
Montag darnach [8 MaiJ haben die pauren Oberraunen, das schloß geplindert, darnach angezint, ward aber erlest ^
1 were besser — darin] were uns nutzer zu Augspurg gewesen, dan hie.
2 A noch : Das waren trostlich gesellen, were gut hasen mit ynen ze jagen gwesen.
3 A noch: gehört den grafen von Ottingen zu.
4 A noch: ist Diepolts vom Stains.
5 A noch: gehört Egelolfen von Kneringen zu.
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Underraunen. Das schloß za Undren Raanen ach geplindert.
Weylbacb.
Aftermontag [9 Mai] verbranten sy das schloß oder sutz Weyl- bach bey PfafTenhofen '.
Oberrott.
Jlfitwach [10 Mai] za Oberrott betten sich fünf pauron gehul- diget, die Mdfen , so nft gelwMiget betten , namen den funfen roß and koe.
Teasenhaasen.
Donstag [11 Mai] plioderten die paaren dem pfarrer za Teusen- liftoaea seiriiliiftv'Wb und gat, wol 300 gülden wert', bab ich selbs von im gebort.
Tbainbausen.
Frey tag am 12 tag Mai haben die paaren' den marckt Thain- baasen eingenommen, sy amb 200vgalden geschetz, den tritten man mit ynen genomen, den pfarrbof abgeprochen an4 zerrnssen.
Minsterbaasen.
Samstag [13 Mai] zagen sy für das schloß Minsterbaasen, ver-
pranten am ei*sten den stadel, darnach mit gantzer macht and ernst
vAt schieaaen, starmen, wie sy möchten, desgleichen die in dem schloß
waren, etwas amb 24, werten sich ratterlich, theten ach grossen
schaden berauß mit schiessen ^. Die paaren fiengen an ze graben
ander dem thor and [E 77] kamen in das schloß, da ward jamcr and not,
offnetent das tbor, kamen die paaren hinein. Eß send trey knecht,
die in der besetzung waren, and die köchln davon komen. Under
den paaren gieng das schloß mit fewr a», verpran leib and gut bey
ainandren, wart den paaren nichts davon, dan welche sich verhin-
*
1 Pfaffenbofen] A Pfafifenbausen, gebort dem Spiegel zu.
2 A noch: bett ful vergraben, der im gebolfen bett, verryets den paaren, babs selbs von im gebert.
3 D noch: von dem Allgew.
4 A uoch : Das triben sy mit ainandren biß nach mittag.
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#lteii;'(|^^Ytnpnmen zu Mfer. Et was die sig, tlft die paaren in das schloß komen, hetten sy die knecht allenhalben an den weren erstochen, der vogt im schloß, alß er ersechen hett, das kain auß- komen mer waß , hette (V* ein ditiMek in das bulver geworfen, sich mit ntn veriveeU Mir erajil iUe lyerliaiFt? Kß Ist niemet mer lieraaßlBomen , e||^j(Hk aber M^ und ver-
pranen. Darnach dieselben nacht engen sy -woder gen Thainliausen.
Burtenbacb.
Sontag cantate [14 Mai] was kttrchwaychung zn Burtenbacb, wollten etlich pauren auf die kurchweychung, etlich woUen ein weyer- lin füscben bey Minsterhausen. Da jpfien etlich reiter, die. waren am sambstag spat [13 Mai] hinüber (W|ttj|(Wi S kamed. Under die- selben pauren, erstachen ir etlich ful, terhranten adi edidie kewser zn BGnster und hausen.
Ain lerman.
Montag darnach [15 Mai] ward ain grosser lerman nachmfttag zu Weyssenhorn, die pauren zagen daher, schlug man die stürm an. EG kamen bald bey 500 man zesamcn. Do zocli man in fler Ordnung in das feld hinauß, dtniiKler waren CO-^nieMer , was iiiemetz ver- banden*. Darnach hersclieft und rat bescliieden die lewt m die wartzheuser, bezalten fuer yeden acht jifening.
Pfaffenhofen.
Eß hetten sich ach Pfaffenhofen und in ireni biet vcrsamlet bey z way hunderte n, schickten botschaft her, were eß not, wollten sy heraufkomen. desgleichen die am IlertaL' waren, ach versamlet zu Wullenstetten , theten ach botschaft, waren iren bey anderhalb- hundert.
1 A noch: darunter was Heintz von Rot, des vatter das schloß Minsterhausen zuköret.
2 do zoch — verbanden] A eß was aber nichts an der sach, doch zoch man in der Ordnung auß der statt zu dem obren thor in das feit. In derselben Ordnung waren 26 priester, und zoch man zu dem undren tiior wider herein. Man versuchet, wie sich die burger und pauren scbucken wollten zu dem ernst.
3 A noch: waß zu Kirchberg köret.
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Aftermontag [16 Hai] haben die panren das schloß Eretzhain geplindert.
Ein fenlin gen Ulm.
Auf den tag [16 Mal] kam ain fenUn gen Ulm, schicket Sig- mund Bergefv ir haupiman, der bett die paaren bey Aulen geschla- gen, sent etwas umb fiiei*tau8eten gewesen, etlich erstochen, bey tauseten gefangen, hat 100 pferd geliapt und anderhalbhundert fuß- knecht.
Tuifenbach.
Mitwuchen [17 Mai] iKötii der raysug zewg gen Tuifenbach, namen ynen die roß und 1aA\ tribens her, wurden zwen pauren erstoeheo, Ügen bie begr&Mn, wurden sunst 4 wund, etlich gefangen. Den tag kam ain fenlin knecht her. Es starb noch ayner auß dien fueren.
Am donstag [18 Mai] kamen die weyber von Tuifenbach her, die blAren von Emerßhofen und ander lewt, lesten das fuch wuder*.
Tussen.
FreytijK [19 Mai], kamen trey von Tassen bor zu dem haupt- maoL Di€|Mäld vom Stün, theten huldigung für sich und ander, doch nit für all, für 37.
Underott.
Freytag [19 Mai] zoch der raysug zewg und ain fenlin knecht gen Underrott, plünderten, namen roß, kue, kelber, scliaf, hennen, gens, enten, haußrat, waß man fant, erstachen zwen man. Denselben tag kamen sy gen Bergerstetten , da waren etwas bey 300 bauren versamlet, erzaygten sich, als wollten sy sich mit den buntischon zewg und volck schlachcn , aber sy namen die flucht an sich dem holtz zu *, wart ain man erstochen.
[E 78] Samstag [20 Mai] kamen die frawen von Underrot, lesteai ir hab und nam von dem bewtmaister um 180 gülden, belub ynen ful dahinden, leinwat, schmaltz und anders.
1 A noch: umb 90 gülden, weren am ersten umb ain clains auß- komen.
2 A noch : flohen aynstayls biß gen Aychen in marckt.
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Seybertzhofen.
Denselben tag haldigcteii sich die von Seybertzhofen , gaben 35 gülden.
Edenhansen, Ror.
Mitwoch am aufiferabent [24 Mai] wurden zwen bauren von Ellenhausen und ayner von Ror gefangen, fuer roß gen Weyssen- hören gefuert.
Ulm.
Mitwoch in vigilia ascensionis [24 Mai] kamen ob den 100 knech- ten von Ulm her, prachten zwo bnchsen ^ mit ynen.
Guntzburg.
Denselben tag kamen bey den achzigen von Guntzburg her, brachten ach zwo feldbichsen * mit ynen.
Am auffcrtag [25 Mai], umb ainß nach mittemtag, do zugen zwey feulin knecht mit et wen ful bauren auß den herschaften Kurch- berg, PfafTenhovcn und ain raysiger zewg, ob den 100 pferden, auß, zogen gen Newburg, beluben über nacht da.
Thainhausen.
Am freytag [26 Mai] send sy gen Thainhausen komen , den marckt eingenomen , fluchen die bauren , wurden trey erstochen ", und desgleichen Mirtsterhausen, das dorf, ach geschetz.
Zemetzhausen.
Darnach ist der zewg gen Zemetzhausen zogen, send die bauren ach gefiochen, habends geplindert am suntag darnach [28 Mai], waß sy gefunden haben , roß , kue *, wurden geschetz mit sampt Tiiain- baascn und Miusterhausen umb 500, minder 20 gülden.
Dinckelscherb.
Suntag [28 Mai] send sy gezogen gen Dinckelscherb, send da
*
1 buchsen] A Bchlangenbuxen.
2 feldbuchsen] A falckennetlach. o A noch: ward geschetzt.
4 A noch: zinten das dorf an, verbrunnen ful hewser. Uaoenikrieip '
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beliben büß aftermontag [30 Mai], haben sich ctlich flecken und dörfer, darumb gelegen, gehuldigt.
Usserspach.
Aftermontag [30 Mai] ist der zewg gen Ussci-spach zogen, da sent etwan ful baurcn bey ainandren gewesen ^ , gaben sich in die flucht, wurden etwas bey zwaintzigen erstochen, etlich gefiingen, eli ist ach ain pfafT erstochen worden *, send ach allenthalben in der Reyschenaw umbgczogen, etlich bawren gefangen gen Weyssenhorn gefiert und da geschetz worden von dien kricgern.
Baltzhausen.
Mitwuch am letzsten tag des monatz May ist ßaltzhauson vor- bront und geblindert worden, etwas umb 20 bawren orstoclien, nn<i ynen das fuch wuderumb zu leset geben worden '.
Burg.
Das dorf Burg dabey gelegen, da sant Scliwoinhult begraben lugt, ist ach verbrant worden denselben tag *.
Anhofen, Knssendorf.
Auf denselben tag [31 Mai] hat Wulhalm Rietter zu Buche! seyne aygno dörfer verbrent, zu Anhofen 11 heyser und 11 stedel, zu Kussendorf die kirchen ^ und send nit mer , dann sechs hewser beliben. Er wolt ach Buchel verprent haben, batt in sein pfarror. her Hans Geliler, darfur, den geweret er.
Freytilg [2 Juni] kam der raysug zewg mit sampt zwayen feu- lachen wuder gen Weyssenhoren , prachten etwan ful gefangner bauren und roß mit ynen, ach andren haußplunder^
1 A noch: 200 geschätzt.
2 es ist ach] A: Es ist auch ein pfaff darander gewen, het sich anzaygt, er were ain pfaff, half in nichte, müsset ach mit hescheu, seynen underthanen den weg hinder den hymel zaygen.
3 A noch: Die pauren daselbst hettent nit wol mit dem feit- truraetter gehandlet, alß er zu inen in daß dorf geritten , frid plaaeu, das musten sy engelten.
4 Dieser satz fehlt D, steht aber in A, C.
5 A noch : sacrament und was darin waH.
<> A noch: die die ku^tenfcger gcnomen hettent.
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Tassen.
Dieselben nacht namen die ungehuldigten baarcu den [K 79]gehal- digten za Tassen die roß, etwas unib fuertzge, gabends am niorges i^uder.
Samstag am heyligen pfingstabend (3 Juni) rutten ctwan ful raysigcr gen Zell bey Ausperg, prachten trey bauren gefangen und in roß.
Ain uffrur hie zu W ey ss e n ho r e n.
Am heyligen pfingstag [4 JuniJ umb die vesperzeyt machten die lant/knecht ain groß aufgelcfT, schlugen ainander, wollten nit frid gi'ben, sagten etlich, sy betten zu funfmalen dein frid gebrochen '. Da wurden füer gefangen, waren wunt, und in aynen stock gelegt*. Am aftermontag [6 Junij nach newnen schlug man ynen die köpf ab auf aynem acker bey der staingrub. Hab ich, Nicolaus Thoman, aaß bevelch des burgermaisters mit sampt andren zwayen briesteru sy zu beicht gebort. Eß waren zwen darunder, der aiu insunder, wollten nit beycliten, er waß vast wol gelert, allegiert die geschrift, er wollte gott, seinem schepfer, beichten, der kunt im sein sund vergeben, mit fül lutlerischen einzugeii, doch zwen andern begerten der beicht und cristenlichcr Ordnung. Also stunden die andren zwen ach von irem Intterischen furnemen, beichten t ach, begerten cristen- lichcr begrebtnuß. Sy wößten ir sterben nil vor ayner stund, eß gieiij? fast schnei zu, ayner, dien ich zu beicht gehört hab, waß von Krems in Österreich, was sein eliche haußfraw ach personlich zu Weysscnhorn , der hett ful geltz, was ei-st von Mayland heraußge- zogen , hett zu Kremß trey kunt, waren fast dapfer in iren reden und fast manhch im außgang , sagten , sy wollten sterben als gut cristeu und frnm lantzknecht. Gott wolle ynen gnad und barm- hcrtzikeyt mittaylen. Amen.
Am donstag darnach [8 JuniJ kam wuder ain fenlin von Ulm gen Weysscnhorn und etlich raysig, uemlicli Sigmund Berger, dero
von Ulm hauptnuin.
*
1 A noch: (eß was die sag haimlich, sy weren geren über die reyter gefallen.)
2 A noch : eß kam ain goachettl von Ulm von den buntherren,
l^am der nachrichter auch.
7*
I
MGinmingcn.
Am raorgea fru vor tag [9 Juni] umb zwey zagen der rajsug zewg mit sampl den fußknecliten aaü gen Memingen. Am santag iliirnai;!i [II Juni] fueng man trey daselbst, schlug ynen die kepf iiuf dem marckt oder platz ali, lieü die körper daselbst buQ au den niontag lagen, darunder waß aynerschulmaisler. Ijett oReiilidi ketze- risclie lere predigt auf dem man:kt. Der rectit prediger nnd zweu belfer die wurduti undcrgesclj lagen und verborgen, ilii^ kamen da- von, eß solt nier leyt kostet haben an dusem tantz.
Wie die paurcn die stat Memingen belegert haben. Auf die zeyt versamleteii sich ful pauren znsauien , belegertcii iie statt allenthalben in den uechsten dorfern, gruben ynen das Wasser ab , des dunib die statt rint , namen ynen die Hieasenden [irunnen, verlegton all Strassen, Hessen niement aab noch ein, na- mentz gefencklich an, das trüben sy hey 14 tagen. Auf ain tag ZKgen die bUudiaclien mit aynem klaynen zeag auß der statt, cr- stacben etwen ful paurun, namen ynen 17 wegen mit sturmlayteni. Die pauren mainten, sy wollten die statt gewonnen haben.
Am aftcnuontag iiat-b Johaunis Baplisle [27 Juni] üugon die pauren wuder ab, etlicb auf Oberguntzburg, etlicb aufBabenbausen. In der nocbt darvor Hessen die pauren ir gescliilz ob, schössen über die maur hinein in die hewser, on-ussen die millenen, adi die 1^^ jieirmile.
[E i
1 Wi,
I Men
1 habe
iineoii gesc
EmalU und diu bundischen geu Memingen kamen, bedurft kein bricster meß balten , dan Iheutz , ach kein vigily haben , was ain grosse wuderwerdikeyl. Da aber der hauptmau, Diepold von Stain zu Matzensies, mit sampt andren bundiscben machten auf ain news Ordnung, mußten rat und gemaind dem schwebuschcn bund schworen, den alten, waren, rechten, cristenlichen glaben wudernmb anze- nemen und halten, wie vor alter. KU entliefen ach ful burger auß der statt, wollten ircm ueweu glaben nil vertrauen, desgleidien briester. Sy haben das folck ellentcIicL verficrt, um sei, leib, er